Workshop Review: LomoWalk Flughafen Tempelhof

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Wir waren unterwegs: Um den Flughafen Tempelhof herum, hinein, hinauf und hinunter… Während unseres LomoWalks erfuhren wir, dass die weitläufige Anlage einiges an Geschichte auf dem imaginären Buckel hat. Und bei strahlendem Sonnenschein gelangen auch noch ein paar hübsche Bilder.

Von: lomographyberlin

Wie gesagt, die Geschichte: Auf dem ehemaligen Exerzierplatz des Tempelhofer Feldes unternahm der Luftfahrtpionier Orville Wright 1909 seine Flugversuche; und bereits 1923 wurde ein erster Flugzeuglinienverkehr aufgenommen. Eine großartige bauliche Infrastruktur war damals allerdings noch nicht notwendig, denn die wenigen Personen, die sich eine Flugreise leisten konnten, wurden mit dem Auto direkt bis zur Maschine chauffiert.

Dennoch: Im Laufe der Zeit gesellten sich Gebäude hinzu, im Jahr 1927 eine U-Bahnanbindung – und als in den 30er Jahren das Verkehrsaufkommen in Tempelhof größer war als an den Flughäfen von Paris, Amsterdam und London, erhielt der Architekt Ernst Sagebiel den Auftrag zur Erweiterung der Anlage. Daraufhin entstand der uns heute bekannte Flughafen, der in den folgenden Jahrzehnten den 2. Weltkrieg, den Einmarsch der Roten Armee, die Zeit der Luftbrücke sowie seine Stilllegung im Jahr 2008 einigermaßen unbeschadet überstand. Unter dem Namen „Tempelhofer Freiheit“ steht das Gelände des ehemaligen Flugfeldes seit Mai 2010 den Berlinern als Grünfläche zur Verfügung.

Eine bewegte Geschichte ist spannend, dachten wir uns. Und so schnappten wir uns einige Kameras und begaben uns auf Entdeckungstour kreuz und quer, treppauf und treppab durch den beeindruckenden Komplex, der im Rahmen einer Führung der Öffentlichkeit zugänglich ist.

Von: lomographyberlin

Bei strahlendem Sonnenschein und leuchtend blauem Himmel fühlten wir uns etwas verloren in den endlosen Weiten des ehemaligen Flugfeldes.

Von: lomographyberlin

Wir folgten unserem netten Guide, der durch sein enormes geschichtliches Wissen verblüffte und uns mit seinem Enthusiasmus begeisterte, durch das von zahlreichen Umbauten und Umnutzungen gezeichnete Gebäude. Wir besichtigten Brandspuren, erfuhren von Kriegsgeschichte, entdeckten die Räumlichkeiten der amerikanischen Besatzer, die nicht darauf verzichtet hatten, für ihre Leute eine Bowlingbahn und eine Turnhalle einzubauen.

Von: lomographyberlin

Und wir kletterten aufs Dach, wo leider die kleine olivfarbene Holga 120 von uns ging – ihr Verschlussmechanismus verabschiedete sich von dieser Welt. Ruhe in Frieden, liebe Holga!

Anschließend ging es hinab in Luftschutzräume aus dem 2. Weltkrieg und in einen Film- und Dokumentenbunker der Deutschen. Dieser sollte nach Kriegsende durch eine eilig eingezogene Mauer vor der anrückenden Roten Armee verborgen werden. Die fand ihn trotzdem – und bei dem Versuch, die Tür der Geheimräume aufzusprengen, brannte das gesamte Archiv aus. Etwas lichtdurchfluteter als diese dunklen, rußgeschwärzten Räume war die ehemalige Abfertigungshalle mit ihren großen Fenstern.

Von: lomographyberlin

Am Ende waren wir sicherlich einige Kilometer gelaufen. Wir hatten jede Menge Treppen überwunden, uns in enge Fahrstühle gequetscht, die Köpfe in schmale Fluchtschächte gesteckt, verbogene Stahlteile, geschmolzenen Beton und hässliche Holzvertäfelungen bestaunt.

Als wir nach fast drei Stunden wieder auf der Straße standen, waren wir angenehm erschöpft sowie überwältigt von den räumlichen und geschichtlichen Dimensionen dieses faszinierenden Ortes – und trotz des warmen, rotgoldenen Sonnenscheins war auch ein wenig Frösteln angesagt beim Gedanken an Bombennächte, Fliegeralarm und Luftschutzkeller. Mit müden Füßen ging es schließlich zurück zum Lomography Gallery Store in die Friedrichstraße.

Von: lomographyberlin

Ein toller LomoWalk – und vielleicht wandern wir bald mal wieder mit euch in Richtung Flughafen Tempelhof!

written by princess_crocodile on 2011-09-04 #news #event #workshop #events #berlin #tour #lomowalk #tempelhof #flughafen #cityguide

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One Comment

  1. verenaveneta
    verenaveneta ·

    schade, dass berlin so weit weg ist ... da wär ich auch gern dabei gewesen!

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