Die Top 10 Liste der Filme, die jeder Fotograf gesehen haben muss

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Wir feiern immer noch den Weltfotografietag und deshalb haben wir zwei Fotografen eine Zusammenstellung von Filmen machen lassen, mit 10 Filmen, die ihrer Meinung nach jeder Fotograf gesehen haben muss. Nutze das kommende Wochenende, um dich auf die Couch zu lümmeln und einen Filmmarathon zu genießen, der den analogen Ansatz deiner Fotografie zum explodieren bringen wird! Viel Spaß!

Den letzten Film, den ich auf der Kinoleinwand gesehen habe, war Thor (hehe, ist schon ein wenig her) – was eigentlich verwunderlich ist, weil ich mehr ein Film- als ein Musikfan bin und dennoch nicht gerne ins Kino gehe. Ich gucke lieber DVDs, wenn ich in der richtigen Stimmung bin.
Wenn ich dann in der Stimmung bin… dann aber richtig! Haha… dann kann ich locker drei Filme hintereinander ansehen und wenn mir einer sehr gut gefällt, dann bin ich mindestens noch eine Woche hin und weg von dem Film. Aber… was will ich eigentlich sagen? Nun, der Punkt ist, dass Filme, besonders die guten, eine ganz besondere, eigene Magie haben.
Die Magie, dich auf so vielerlei Arten zu inspirieren; ob du nun in Tränen aufgelöst bist oder bis über beide Ohren grinst, einen Film anzusehen ist immer gut, wenn deine Kreativität einen kleinen Schubs braucht.

Also, wenn du die analoge Fotografie in letzter Zeit etwas schleifen gelassen hast, vielleicht verhelfen dir diese Filme zu neuer Inspiration.

Von Fashion Photography Blog

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Der Nachtportier
Dieser Film wird auf ewig kontrovers sein. Man muss ihn gesehen haben, um das zu verstehen.
Aber für mich war die Ausleuchtung fantastisch. Es ist so eine verworrene, dunkle Geschichte, und auch die weibliche Protagonistin Lucia, deren Name ja “Licht” bedeutet, und die Schuldgefühle des männlichen Protagonisten, der sich vor Licht fürchtet, trägt so viel Faszinierendes zur Handlung bei.
Ich habe den Film schon so oft gesehen und jedes Mal entdecke ich etwas Neues.
Alfio Contini hat diese dunkle Geschichte großartig beleuchtet.

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Der Pate
Ganz klar, Francis Ford Coppolas episches Werk wird auf jeder guten Filmliste zu finden sein.
Die Geschichte, die Schauspieler, die künstlerische Leitung, sie sind alle unglaublich gut in diesem Film. Bei der ersten Szene war ich schon hin und weg. Die Beleuchtung packte mich sofort.
Gordon Willis war immer schon einer meiner Lieblingskinematografen. Er hat auch an der Beleuchtung mehrerer Woody Allen Filme mitgearbeitet, die ich sehr liebe, wie “Manhattan” und “Annie Hall” UND er hat auch die Beleuchtung bei einem meiner absoluten Lieblingsfilme gemacht: “Klute”.
Ich lege Klute in den DVD-Player ein, wenn ich auf dem Bett liege und am PC arbeite.

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Mathilde — Eine große Liebe
Noch einer dieser Filme, bei dem ich ganz begeistert war von der Beleuchtung.
Bruno Delbonnel’s Ausleuchtung in dieser traurigen, kleinen Liebesgeschichte ist so herrlich wunderschön, dass ich alle seine Filme angesehen habe, nachdem ich “Mathilde — Eine große Liebe” gesehen habe. Delbonnel ist vielleicht bekannter für “Die fabelhafte Welt der Amélie”, aber mir gefällt “Mathilde — Eine große Liebe” besser. Vielleicht war es auch wegen Gaspard Uliel, der den verlorenen Liebhaber in diesem Film spielte und mich mehr von diesem Film überzeugte. Ihn würde ich wahnsinnig gerne mal fotografieren!

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Wenn die Gondeln Trauer tragen
Anthony B. Richmond: Genie!!! Er hat auch “Der Pianist” gemacht, der phänomenal beleuchtet ist.
Wieder handelt es sich um eine verwirrende Geschichte, aber die Ausleuchtung zeigt uns, dass wir für die Charakter Sympathie empfinden sollen und dass wir den Schmerz und die Trauer verstehen sollen, die sie wegen dem Verlust ihrer Tochter verspüren. Man muss diesen Film einfach gesehen haben.

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Der Fremde im Zug
Ohne Hitchcock können wir nicht. Und man kann so viel über Fotografie und das Filmemachen in seinen Spielfilmen lernen. Ich habe hier “Der Fremde im Zug” angeführt, aber Robert Burks, der erste Kinematograf Hitchcocks, hat auch bei “Vertigo”, “Die Vögel”, “Der unsichtbare Dritte”, “Über den Dächern von Nizza” und vielen anderen Filmen mitgearbeitet. Und man kann viel von den Filmen lernen.
Wenn schon vier der erwähnten Filme einen Oscar gewonnen haben oder für einen nominiert waren, dann verdient der Kinematograf schon etwas Ehrwürdigung und Respekt.
Ich gucke Hitchcocks Filme nicht regelmäßig, das tat ich damals als ich zum Kunstzentrum ging und das erste Mal etwas über Beleuchtung lernte.

Von Greg Stott

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Baraka
Dieser Film hat bestimmt mehrere Dutzend Szenen, die jeder Fotograf liebend gerne digital oder auf Film festhalten würde. In einem Moment starrst du fasziniert auf menschenähnliche Gesichter der Makaken (=Affenart), wie sie in heiße Quellen in den verschneiten japanischen Bergen tauchen und kurz darauf, sieht man eine Verbrennung der Toten, die zeremoniell bei dem Ganges Fluss bei einem syrischen Tempel stattfindet. Alles ist sehr packend, aber man versteht ihn erst, wenn man ihn zwei- oder dreimal gesehen hat, denn es ist zu viel, um alles beim ersten Mal aufnehmen zu können.

Es ist insofern nicht verwunderlich, dass der Film von einem wunderbaren und großartig zusammengestellten Buch begleitet wurde. Es lobt den Film und der Fotograf Mark Magidson beschreibt den Prozess des Filmemachens und zeigt die Leute und das Equipment, das der Film brauchte. Es wird auch eine Auswahl an schwarz-weiß Bildern vorgestellt.

Foto Quelle: Wikipedia

Barry Lyndon (1975)
Okay, wer von euch hat eine f 0.7 Linse? Also, keiner der Fotografen, die ich kenne, hat so ein wertvolles Stück und sogar in der gut finanzierten Filmindustrie ist so ein geschliffenes Stück Glas äußerst rar, vielleicht gibt es auch nur eine davon – der Regisseur Stanley Kubrick filmte die langgezogenen Szenen mit Kerzenlicht in “Barry Lyndon” mit so einer Linse. Für diese Aufnahmen verwendete Kubrick eine 50mm Linse, die für die NASA von der Firma Carl Zeiss hergestellt wurde, die einen Adapter hatte, der auch heute noch für Kameras verwendet wird. Keinerlei künstliches Licht wurde genommen, sondern nur das Licht der Kerzen sorgte für die ganze Beleuchtung. Das warme Licht der Kerzen erschafft einen überwältigenden, malerischen Look, der an Thomas Gainsborough und andere Künstler der Ära erinnert, in der der Film spielt.

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In der Glut des Südens (1978)
Auch heute sind für Fotografen immer noch die “magischen Stunden”, die allerbesten zum Fotografieren, also in den Stunden des Morgengrauens oder der Dämmerung. Zu diesen Zeiten ist das Licht warm, lau und schmeichelt den Bildobjekten. Auch Filmemacher genießen und nutzen die “magischen Stunden”, aber die Bedingungen sind sehr bedeutend, denn das Budget, die Handlung und die lästigen Zeitpläne erschweren dies erheblich. Es würde die Welt kosten, gut bezahlte Schauspieler und die Crew ewig warten zu lassen und letztendlich nur ein, zwei Stunden zu drehen, wenn es vielleicht nicht mal enorm zur Handlung beiträgt.

Dennoch drehte 1978 der Regisseur Terence Malick einen Film beinahe ausschließlich in den “magischen Stunden”, der Film namens “In der Glut des Südens”. Die Geschichte dreht sich um eine Dreiecksbeziehung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Malick beschäftigte damals zwei der talentiertesten und begabtesten Kinematografen, die es je gab: Nestor Almendros und Haskell Wexler, der etwas weniger für Malick arbeitete. Man entschied sich dafür, lange Passagen des Films nur in den “magischen Stunden” zu drehen und es zahlte sich aus: “In der Glut des Südens” und Almendros gewannen in der Kategorie beste Kinematografie den Academy Award 1978.

Foto Quelle: Wikipedia

Der letzte Kaiser (1987)
Bernardo Bertolucci stellte sich einer großen Herausforderung, als er sich dazu entschloss, die wahre Geschichte von Pu Yi, dem letzten Kaiser der 300 Jahre alten Ching Dynastie, zu erzählen. Der Film umfasst die Lebensgeschichte Pu Yis von 1908 bis 1967 und Bertolucci verwandelte die Geschichte in ein überwältigendes (und tragisches) historisches Epos.

Einer der wirksamsten Effekte in diesem Film ist der Einsatz von Farbe. Bertolucci und der Kinematograf Vittorio Storaro benutzten eine sehr einschlägige Farbpalette, um symbolisch die Stimmungen widerzuspiegeln und zu illustrieren. In der Tat, sagte man, sei der wahre Star des Films Storaros Kinematografie und wahrlich ist die überlegte und brilliante Verwendung von Farbe der Grund, warum der Film so viele Academy Awards gewann, darunter auch der für beste Kinematografie. Der Film dient auch dazu, jedem Künstler die Wirkung und Kraft der Farbe und ihren Einfluss auf den Betrachter klarzumachen.

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Träume (1990)
Für mich ist es wirklich schwer nur einen Film von dem japanischen Regisseur Akira Kurosawa auszuwählen, der bildnerisch großartig arbeitet und deshalb mein Favorit ist. Er war zu Lebzeiten sehr produktiv und hatte eine Gabe für wirksame Kinematografie, aber ohne Zweifel ist “Träume” für mich der fesselnste Film. Eigentlich ist “Träume” eine Zusammenstellung aus acht Kurzfilmen, ein paar ziemlich melancholisch, und alle bestehen aus tatsächlichen Träumen und Erinnerungen. Die Bilddarstellung ist surreal und geradezu ätherisch und jeder von ihnen ist ziemlich atemberaubend.

Was dieser Film ganz klar hervorhebt, ist die Vorstellung, die für jeden Fotografen wichtig sein sollte. Ich bekenne mich schuldig, so wie es viele Fotografen tun müssten, dass ich manchmal nicht das Beste aus meiner Kreativität und Inspiration heraushole. Über das Gelernte und Geübte hinauszugehen ist die Anforderung, die man an sich selbst stellen sollte. Kommerzielle und redaktionelle Verfügungen erlauben einem Fotografen nicht immer Illusion und Fantasie mit der Wirklichkeit zu verbinden, aber ich finde, wir sollten trotzdem versuchen, in unseren persönlichen Arbeiten kreative Einflüsse und Vorstellungskraft einfließen zu lassen. Wir brauchen mehr Bilder, die mehr oder weniger widerspiegeln, was uns unser Geist zeigt. Kurosawa machte dies mit einer weitreichenden Farbpalette, die von mild bis geradezu fade alles beinhaltet. Er machte das mit Bedacht und mit der Diskretion eines Meisters, aber viele seiner Filme — vor allem dieser — veranschaulichen den Spaß konstruktiver Launen. Mir sagt “Träume”, dass ich mehr im fotografischen Sandkasten spielen sollte.

Foto Quelle: Wikipedia

Der dritte Mann (1949)
Nachdem ich mich schon oben über die großartige Verwendung von Farbe in ein paar Filmen ausgelassen habe, ist es ganz angenehm, sich daran zu erinnern, das altmodische schwarz-weiß Filme auch ihre Magie haben — es ist nur eine andere Art von Magie. Kein anderer Film zeigt das so gut wie “Der dritte Mann”. Der Film ist ein Thriller mit einer großartigen Geschichte und bietet eine düstere Kinematografie, die dem Film seinen einzigen Academy Award verschaffte (obwohl er für drei nominiert war).

Ich hab den Film kürzlich zum vierten Mal gesehen, nachdem ich ihn schon länger nicht gesehen hatte und ich war positiv überrascht, dass dieser Klassiker kein bisschen seiner Magie verloren hat. Der Film ist nicht mein liebster schwarz-weiß Film, aber er ist definitiv ein würdiger Herausforderer. (Das geht nicht nur mir so: Das British Film Institut wählte ihn zum besten britischen Film des 20. Jahrhunderts) Es war der erste Film, der mit abgekantetem Kamerawinkel gedreht wurde, sodass beunruhigende, geneigte Kompositionen Ungewissheit in ein paar Szenen einbringt. Weitwinkelige Verzerrungen und oberflächliche Tiefen auf dem ganzen Sichtfeld tragen zu einer unerbittlichen Spannung und Ungewissheit bei, aber nichts packt den Zuschauer so sehr, wie die langen Schatten und die atemberaubende Verwendung von Licht und Schatten, die dem Film seine fesselnde bildnerische Stimmung gibt, die beinahe schon an einen Albtraum erinnert.

Was mich betrifft, ich bin sehr parteisch und für “Last Train Home”. Was ist mit euch?
Welche Filme guckt ihr gern, wenn ihr nach Inspiration für eure Fotografie sucht?

written by ungrumpy on 2011-08-27 #news #fotografie #filme #film-fotografie
translated by wolkers

One Comment

  1. butterfliesswarm
    butterfliesswarm ·

    Wer Filme mit eindrucksvollen Natur-Szenen mag sollte sich auch mal "Genesis" ansehen.
    Ich kenn noch einen Film, denn ich euch ans Herz legen möchte und zwar "The Fall". Schaut euch die Trailer auf Youtube an ;)

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