Selbstgemachter Redscale Film mit der Sprocket Rocket ‒ auf die einfachste Weise

Da willst du also Redscale-Fotos machen, hast aber gerade keinen Redscale-Film dabei? Mit schwarzem Isolierband, einem normalen Film und deiner Sprocket Rocket geht das trotzdem.

Als ich meine Lomography Sprocket Rocket bekam, habe ich bald bemerkt, dass man den Film verkehrt herum einlegen kann, um so Redscale-Fotos zu schießen.
Allerdings habe ich mich sehr lange nicht getraut, das auszuprobieren ‒ ich hatte zu Hause nur 200-ISO-Filme und der einzige Tipster, der sich mit selbstgemachtem Redscale-Film in der Sprocket Rocket beschäftigte, sagte, dass man dafür einen Film mit sehr hoher ISO braucht, weil die rote Filmschicht viel Licht schluckt.

Schließlich überwand ich mich dazu, einen selbstgemachten Redscale mit dem billigsten 200-ISO-Film auszuprobieren, den ich zu Hause hatte ‒ ein wirklich billiger Film von der Rossmann-Drogeriekette.
Ich habe nicht wirklich daran geglaubt, dass ich da brauchbare Ergebnisse bekommen würde.

Also steckte ich den Film verkehrt herum in die Sprocket Rocket und befolgte die Anleitung dieses Tipsters.
Was der Tipster allerdings nicht erwähnt, ist, dass man fast die Hälfte aller Ränder der Sprocket Rocket mit schwarzem Isolierband bekleben muss, weil das Rückteil der Sprocket Rocket nicht mehr ordentlich schließt, wenn man den Film verkehrt herum einlegt. Merke: viel Isolierband bereit legen!
Zu 80% kriegt man trotzdem starke Lightleaks auf die Fotos ‒ aber vielleicht habe ich auch einfach nicht genug Isolierband benutzt.

Ein anderer Nachteil dieser Methode ist, dass sich das kleine Fenster, das normalerweise anzeigt, wie viele Fotos man schon geschossen hat, nicht mehr weiterbewegt ‒ also muss man den Film nach Gefühl weiterdrehen, was zu unbeabsichtigten Mehrfachbelichtungen führen kann.
Ich habe allerdings immer zu weit vorgedreht und konnte deswegen nur um die 10 Fotos (anstatt der üblichen 18 Fotos) machen, bevor der Film voll war.

Und der letzte Nachteil, den ich bemerkt habe: es ist ziemlich schwer, den Film wieder zurückzuspulen.
Das Zurückspulen geht nicht so einfach, wie wenn man den Film richtig rum in der Kamera hat, ergo: sei dir sicher, dass schon der ganze Film zurückgespult ist, bevor du das Rückenteil der Sprocket Rocket wieder öffnest (Ich habe das Rückenteil tatsächlich zu früh geöffnet, weil das Zurückspulen so schwer ging.
Da dachte ich, dass irgendwas am Rückspulmechanismus kaputt gegangen ist, und wollte nachschauen, ob alles in Ordnung ist ‒ das war nicht so die gute Idee).

Überraschenderweise sind die paar Fotos, die ich von meinem ersten selbstgemachten Redscale-Film bekommen habe, doch eigentlich ganz gut geworden ‒ obwohl ich ja nur einen 200-ISO-Film in der Kamera hatte. Ich denke, wenn man einen Blitz benutzt, werden selbst die Fotos mit einem selbstgemachten 200-ISO-Redscale ein Erfolg ‒ egal ob sie (an sonnigen Tagen) draußen oder drinnen gemacht worden sind.

Kurz gesagt: selbstgemachte Redscales mit der Sprocket Rocket (indem man den Film verkehrt herum einlegt) funktionieren ziemlich gut, selbst wenn es „nur“ ein billiger Drogerie-Film oder „nur“ ein 200-ISO-Film ist.
Trotzdem sind andere Methoden zur Herstellung von Redscale-Filmen wahrscheinlich effektiver ‒ so wie diese hier zum Beispiel. Da muss man dann kein Isolierband benutzen und der Filmzähler funktioniert auch wieder.

written by erdnusskeks on 2011-11-06 #gear #tutorials #film #diy #redscale #tipster #selbstgemacht #sprocket-rocket #leicht
translated by erdnusskeks

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