Paris - London auf dem Fahrrad

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Paris – London, das ist ein Flug von einer Stunde oder eine Zugfahrt von ein wenig mehr als zwei Stunden. Jetzt wissen wir auch, dass es ein paar Tage auf dem Fahhrad sind. Hier ist die kleine Geschichte von vier Freunden, die sich entschieden haben, auf dem Fahrrad nach London zu fahren, der Herausforderung wegen, aber auch aus vielen anderen Gründen. 330 Kilometer später erzählen sie uns von ihrer Tour, glänzend illustriert von unserer berühmten Lomo LC-A.

Wir haben euch hier auf Lomography bereits erzählt, wie sehr wir Fahrräder mögen .
Es tut gut, es ist gut für den Planeten, kurzum, wir sind uns völlig einig, dass das Fahrrad das beste Transportmittel ist, um von Punkt A nach Punkt B zu gelangen. Diese vier Freunde haben sich entschlossen, dass Punkt A Paris und Punkt B London sind, 330 Kilometer voneinander entfernt, das alles mit zwei kleinen Lomo LC-A im Gepäck. Wir haben sie getroffen, damit sie uns von ihrer kleinen Reise erzählen…

Hallo zusammen! Könnt ihr euch in ein paar Worten vorstellen?

Sabri: Die Crew, das ist = Freunde x Fahrrad x Internet.

Ed: Ja, es hätte auch Joggen oder Boxen sein können, aber wir waren alle auf das Fixie (Fixed Gear) festgefahren, und in Paris ist ein Fahrrad einfach perfekt. Ausserdem ist zusammen Fahrrad zu fahren immer ein verdammt guter Vorwand, sich zu sehen, das kommt bei Frau und Kindern besser an als “Ich geh mal raus, mich volllaufen lassen”.

Flo: Ich möchte noch hinzufügen, dass die Crew grösstenteils aus dem Departement 78 (westlich von Paris) stammt und wir uns fast alle von klein auf kennen. Ich bin immer noch ein bisschen wie ein Kind, was den Zusammenhalt der Gruppe stärkt.

Woher kam die Idee zu diesem Trip?

Sabri: Die Idee zum Trip kam von einem Video von Nike, in dem 10 amerikanische Fahrradkuriere (einer namens Massan, den ich besonders mag) von London nach Paris fuhren, um Lance Armstrong beim Start der Tour de France zu treffen. (Ihr könnt den Film dieses Abenteuers sowie die Photos der Ankunft anschauen.)

Die Strasse, die Stimmung, die Herausforderung und die Bilder voller Freude ermutigten uns, wir haben uns gesagt “Das können wir auch”, und dass es ein guter Weg ist, zusammen Spass zu haben (und vom Klischee der Leute wegzukommen, die einfach mit ihrem Fixie beim Canal Saint Martin in Paris posieren).

Ed: Haha, ja, diese Poser nerven wirklich, denen geht es nur darum, die richtige Fahrradmarke, das richtige Schloss zu haben… das kümmert uns alles nicht wirklich. Auch wenn wir der Ästhetik und dem Stil sehr verbunden sind, haben wir keine Lust, dass unsere Fixies lediglich “Erwachsenenspielzeuge” sind, die bestenfalls dazu dienen, zur Arbeit zu fahren.

Ausserdem haben wir eine Beziehung zu Brighton (unsere dritte Etappe), und einer von uns wohnt in London.
Wir wollten das wirklich durchziehen, und wenn wir uns dabei verletzen… Die Route kam dann wie von alleine.

Flo: Tatsächlich war ich zwei Mal mit Ed und Sabri unterwegs und dann meinte Sabri einmal “Paris-London, ok?” und ich habe ja gesagt. Es war einfach, schnell und offensichtlich. Wie, in angetrunkenem Zustand Sex zu haben.

Eloi: Ich kann mich daran erinnern, dass wir schon früh begonnen haben, über Bikes zu reden.
Ich wohne in London und habe gemerkt, dass die Jungs aus Paris auch begeistert davon sind.
Was mir von Anfang an gefiel, war der Aspekt des Road Trips mit Freunden, zuzüglich der kleinen körperlichen Herausforderung. Ich wohne schon seit Jahren in London, und ich habe die Reise im Auto, im Flugzeug, auf der Fähre und im Zug zurückgelegt… Das einzige, was fehlte, war das Fahrrad!

Könnt ihr uns ein paar kleine Anekdoten von eurer Reise erzählen?

Sabri: Da gibt es einige: Wir haben in einem Londoner Bus ein Privatkonzert gegeben mit einem Lied über’s Internet mit einem sehr schlagkräftigen Text. Und auf der Hinreise hatte ich eine Riesenangst, weil ich plötzlich zwischen den Beinen nichts mehr spürte.

Ed: Die zwei mit den Fixies ohne Bremsen haben uns wirklich verblüfft, vor allem auf einer kurvigen 2 km Abfahrt im Bereich von 7-10%, der Belag gefüllt mit Schlaglöchern, und dann muss man auch noch dran denken, dass man links fahren muss. Dann war da noch unsere erste Viertelstunde in London, in der wir mehr schöne Bikes und Fixies gesehen haben als in einem ganzen Jahr in Paris. Ah, und der einzige Platten, den wir hatten, passierte nicht, als wir unterwegs waren, sondern als wir bei unserem Freund in London waren. Lächerlich.

Flo: Ich denke, das ist der richtige Moment, um vom Tiramisu meiner Mutter zu reden.
Ich hatte so ein Gefühl, dass das Tiramisu im Restaurant am Ende der zweiten Etappe in Dieppe nicht mit jenem meiner Mutter mithalten könnte, also habe ich mir keins bestellt. Das ist doch recht anekdotisch, nicht?

Ansonsten kommt mir grad nichts in den Sinn, da es schon ein bisschen spät ist und mein Kopf recht voll. Allerdings weiss ich, dass wir während der ganzen Reise sehr viel Spass hatten, da die ganze Truppe einen super Sinn für Humor hat.

Eloi: Für mich bleibt es die Ankunft in London, diese Stadt ist so weitläufig, dass wir 35 km zwischen Bussen gefahren sind, bevor wir das Zentrum erspähen konnten… Die Ankunft… Das Pub… Das Pint. “Jungs, ich schwöre, in 10 Minuten sind wir dort.” – “Ja, aber das behauptest du seit 45 Minuten…”

Und dann noch Charlie, der uns im Auto gefolgt ist und in jedem Bistro in der Normandie auf uns gewartet hat.

Und was, wenn ihr’s nochmal tun müsstet?

Sabri: Dann würden wir’s nochmal tun! Ich persönlich habe San Sebastian vor Augen, aber mit den Höhenunterschieden im Südwesten Frankreichs bin ich nicht sicher, ob ich’s auf einem Fixie machen würde.

Ed: Machen wir’s morgen, kein Problem. Die Vorbereitungsphase ist auch recht krass, die Aufregung, die steigt, wenn der Tag der Abfahrt näher rückt, die Leute, die uns sagen, dass wir das niemals schaffen…
Also klar, dann heisst es nächsten Frühling Bordeaux – San Sebastian.

Flo: Gut, offensichtlich wird’s Bordeaux – San Sebastian, ich erfahre das zur gleichen Zeit wie ihr.
Und während unserer Reise hat mir wirklich der französische Teil von Paris – London sehr gut gefallen, die Normandie, das lohnt sich wirklich. Auch ich würde es wieder tun, aber mit mindestens einer Bremse. Allerdings habe ich nicht mehr so Lust drauf, auf englischen Landstrassen zu fahren.
Die Strassen sind Hardcore, die Leute fahren wie Wahnsinnige, überholen, ohne was zu sehen, und der Höhepunkt war dieser Typ, der einen Starbucks-Becher auf Sabri warf , während wir mit ca. 120 km/h unterwegs waren… London hingegen war super-cool.
Die Leute dort haben eine richtige Velo-Kultur.

Eloi: Ich unterschreibe sofort!

Ein paar Worte zu diesen Fotos?

Sabri: Die Fotos sind grossartig, sie entsprechen absolut meinen Erinnerungen.

Ed: Das ist genau, was ich durch meine Sonnenbrille gesehen habe. Das bringt mich zurück zu diesen schönen Augenblicken. Oft wird gesagt, dass man sich an psychisches Leid besser erinnert als an körperliches Leid, aber wenn ich diese Bilder sehe, tun mir die Beine und der Arsch weh.

Flo: Ich wiederhole hier, was ich den Jungs in einer Mail geschrieben habe: F*** DIESE BILDER SIND SOGAR NOCH RICHTIG GUT. Trotz unserer Müdigkeit und einem engen Zeitplan konnten wir ein paar wichtige Momente festhalten, und einige davon sind wunderschön. Wir haben welche auf dem Fahrrad und ein paar von der ganzen Fahrstrecke, das ist “nett”, wie Ed sagen würde. Ich denke, ich werde einige davon ausdrucken und meiner Mutter schenken… als Gegenleistung für ein Tiramisu. Und dann könnte man auch noch Spokecards machen, die wir an unseren Hinterrädern anbringen können, wenn wir durch die Strassen von Paris fahren. Also, vielen Dank für den Ansporn.

Eloi: Die Fotos sind top, die LC-A war ideal für diese Reise. Ich hatte ein paar mal Angst, auf dem Bike Fotos zu machen mit den etwas zufälligen Einstellungen, aber das Resultat ist ausgezeichnet. Ich bekomme jedes Mal Gänsehaut, wenn ich mir die Serie anschaue!

330,5 Kilometer später, mit einem Lächeln auf den Lippen

Schaut euch alle Fotos ihrer Reise von Paris nach London an:

Schaut euch douarde's bikemap-Profil an, um mehr über diese Reise zu erfahren

Man sieht sich nächstes Jahr in Bordeaux! Wir werden dort sein, um euch anzufeuern!

written by fredericdith on 2011-08-20 #lifestyle #analog #bike #london #paris #lca #fahhrad
translated by ululchen

2 Comments

  1. cyberfoto
    cyberfoto ·

    Tolle Stry und ganz tolle Fotos. Macht spass zu lesen und die Fotos zu bewundern. :-)

  2. graefin
    graefin ·

    klasse! Da möchte ich gleich mitfahren :) Aber bitte mit Gangschaltung UND Bremsen! Wahnsinn, dass ganze mit einem Fixie zu absolvieren. Respekt!

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