Eine Kurzgeschichte inspiriert von einer Fotografie: Die Stimme

Ich fand dieses alte Foto von meinem Vater aus seiner Collegezeit. Er ging auf eine Kunsthochschule und deshalb machte er mit seinen Freunden eine Menge Experimente. Dies ist eines davon. Dieses Foto wurde mit einer Smena 8 gemacht. Ich fand es sehr inspirierend und fing an, eine Kurzgeschichte dazu zu schreiben. Hier ist das Ergebnis. Ich hoffe, es gefällt euch!

Der Wecker läutet und weckt mit seinem nervtötenden Geräusch die ganze Familie.
Es war 5:15 und John hatte gerade die Toilette gespült. Er war jetzt für das Frühstück gewappnet.
Anna deckte den Tisch: eine große Milchschüssel und eine Schachtel “Coco Puffs”.
John liebte “Coco Puffs” seit er ein kleines Kind war: er aß “Coco Puffs” im Kindergarten, er aß “Coco Puffs” in der Grundschule, an der Highschool und am Morgen vor seinem Abschlussball aß er “Coco Puffs” bevor seine Prüfungen los gingen (aber danach erbrach er sich, weil er so ein flaues Gefühl in der Magengrube hatte); nicht einmal seine Hochzeit hatte ihn davon abgehalten, am Morgen “Coco Puffs” zu essen.

Er befindet sich jetzt im Aufzug, gefangen in einer sinkenden Schachtel mit alten Türen, die zur Seite auf gleiten. Die Tür öffnet sich und John verließ die Schachtel… die schwere Eisentür schließt sich hinter ihm mit einem lauten, tiefen Geräusch. Es war draußen immer noch dunkel, obwohl es bereits Morgen war.
“Es muss in der Nacht geschneit haben”, dachte er als er eine schmale Treppe an einem Häuserblock hinunterstieg und damit die Spuren seiner Schuhe, Größe 45, hinterließ. Der Schnee war noch weiß und als er sein Auto erreicht hatte, hatten bereits ein paar neue frische Schneeflocken die Löcher bedeckt, die seine Schuhe gemacht hatte… als ob er nicht existierte.

Beim Weitergehen schaute er sich weiterhin seine Umgebung an und rutschte auf einer verdeckten Eisplatte aus. Die Füße in der Luft, die Hände ringen verzweifelt nach Halt, der Kopf nähert sich mit bedrohlicher Geschwindigkeit dem Boden… John war bewusstlos.
Er hatte sich sein rechtes Bein gebrochen und war nicht fähig, das wahrzunehmen, weder das, noch würde er nicht rechtzeitig an der Rock Town School ankommen.
“Pssst…! Pssssst…! Hey, Schlafmütze, Zeit zum Aufstehen… DU BIST SPÄT DRAN!”.
John geriet in Panik, versuchte aufzustehen und sah, dass er das nicht konnte. Er wurde noch panischer!

“Ha! Ha! Ich hab dich dran gekriegt! Du musst nirgends hin… du könntest nicht mal, wenn du wolltest.
Also… willst du ein paar Kinder in Literatur unterrichten oder was für einen Kram machst du normalerweise?”

“Nun… ja, irgendwie schon… Ich will nicht meinen Job verlieren… Ich brauche das Geld jetzt erst recht, denn… " Er konnte seinen Satz nicht beenden, denn eine Stimme in seinem Kopf unterbrach in.

“Hoch und runter, vor und zurück… Bist du das alles nicht leid? Ich bin nur neugierig… los antworte doch!”
“Ja! Jaaa! Jaaaaaaaa….!” Echos wie Stimmen breiten sich in seinem müden Kopf aus. John konnte sie nicht ignorieren, denn sich waren nicht nur laut, sondern auch nervtötend, wie ein Wecker.

“Ein einfaches Wort, das aus drei Buchstaben besteht. Nur das braucht es und sie flüstern es dir alle zu… ", sagte die Stimme.
“Wer genau?”, fragte John und zog dabei seine linke Augenbraue hoch als ein enormer Fernseher vor seinen Augen auftauchte. Zunächst war das Bild vernebelt, wie bei den alten Fernsehern, die sich erst aufwärmen müssen… John konnte nur die Schatten von vier Personen ausmachen, aber nach ein paar Minuten klärte sich das Bild. Vor dem weißen Schneehintergrund war seine Frau Anna, der Nachbar von nebenan und zwei Fremde. Man hörte nichts, aber John konnte von ihren Lippen lesen, was sie sagten und in der Tat war es: “Ja”.

“Okay! JA! Jetzt hab ich es gesagt und sorge nun dafür, dass dies aufhört!” und wirklich hörten die rostig klingenden Geräusche aus bis sie gänzlich verklungen waren…

“Das ist gut, Junge! Denn jetzt hast du gerade verzweifelt zugegeben, dass du all das “Hoch und runter, vor und zurück” nicht mehr willst. Ich sage dir genau, was du tun musst, um dieses Auf und Ab aufhören zu lassen. Also hör gut zu… " Und dann kam die Stimme näher an John ran und flüsterte ihm den Plan ins Ohr. Bei jedem Wort, das John hörte, verzog er sein Gesicht: zunächst den Mund, dann – als die Verblüffung überhand nahm – sah man es an seinem ganzen Körper, an den Augen, an den Nasenflügeln, die bebten… “Wenn du den Wecker klingeln hörst, stehst du auf und gehst DEINEN Weg!”
Der nervige Wecker klingelte und als das Geräusch in Johns Gehirn ankam, öffneten sich seine Augen sofort. Er war in einem weißen Zimmer. Sein rechts Bein fühlte sich seltsam an und er spürte einen Druck auf seinem Schädel.

“Ich kann das! Ich bin stark genug, um das Leben zu bewältigen, dass mir zugeschrieben wurde. Ich bin stark genug, meinem Leben eine neue Bedeutung zu geben!” Ein weiteres Mal hörte er die Stimme in seinem Kopf..

written by lucretia on 2011-10-12 #lifestyle #traum #schwarz-weiss #fotografie #wecker #analogue-lifestyle #the-voice #kurzgeschichte #stimme
translated by wolkers

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