LC-A Big Book Kapitel 66: Die frühen Jahre der Photographie

Die ersten Schritte hin zur alltäglichen Schnappschuss-Photographie wurden im Jahr 1884 gemacht, als Kodak, eine junge Optikfirma aus Rochester, New York/USA, die ersten flexiblen, mit Papier beschichteten Negative vorstellte. Damit war eine Alternative zu den zerbrechlichen, unhandlichen Glasplatten geschaffen, die zuvor benutzt worden waren.

68b. Im frühen 20. Jahrhundert säumten Kodak Filmautomaten die Straßen.

Beginnen wir mit der Geburt der Photographie am Anfang des 19. Jahrhunderts. Photographie war das Privileg einiger weniger, meistens ausgebildeter Photographen, die über die finanziellen Mittel für das teure Material verfügten. Die klobige, schwere und komplizierte Ausrüstung (oft waren es große Boxen, die ein armer Assistent tragen musste!), die aufwendige Entwicklung mit den empfindlichen Glasplatten sowie die hohen Preise waren einige der vielen Gründe, warum das Vergnügen des Bildermachens nur wenigen Menschen zugänglich war. In diesem Stadium war die Photographie mehr oder weniger eine gewerbsmäßig betriebene Profession: Die Photographen benutzten ihr teures Equipment, um Geld zu verdienen: Sie porträtierten Personen und Familien, die sich diese luxuriöse Erinnerung leisten konnten.

Die ersten Schritte hin zur alltäglichen Schnappschuss-Photographie wurden im Jahr 1884 gemacht, als Kodak, eine junge Optikfirma aus Rochester, New York/USA, die ersten flexiblen, mit Papier beschichteten Negative vorstellte. Damit war eine Alternative zu den zerbrechlichen, unhandlichen Glasplatten geschaffen, die zuvor benutzt worden waren. Es gibt viele verschiedene Geschichten rund um die Frage, wer als erster den Rollfilm erfand. Beim Rollfilm wird der Film auf eine Spule gewickelt, um mehrere Aufnahmen auf ein Trägermedium machen zu können, anstatt jedes Mal eine einzelne Glasplatte austauschen zu müssen. Tatsächlich war es einmal mehr Eastman, der 1888 ein Patent auf Rollfilm anmeldete und eine Revolution des schnellen und mehrfachen Bildermachens auslöste.
Wenig später, im Jahr 1889, ersetzte er die Papierbasis der Filmrolle durch eine Celluloid-Basis, was das Photografieren und Entwickeln abermals etwas einfacher machte. Während Rollfilm mit Papierbasis immer noch nachträglich auf eine Glasplatte aufgebracht werden musste, war der Celluloid-basierte Film völlig unabhängig von den überholten Platten. Mr. Eastman nannte diese Sorte Film stolz „American Film“. Weitere Entwicklungen waren nur eine Frage der Zeit: Etwa das Verpacken der Filmrollen in kleinen Boxen (1891), was es ermöglichte, den Film im Tageslicht zu wechseln, ohne dafür ein dunkles Labor aufsuchen zu müssen.

Als Ergebnis der dieser Revolution waren Menschen, die sich mit Entwicklung auskannten, in der Lage, einige Bilder nacheinander auf ein relativ kleines, leichtes Trägermedium zu schießen, ohne sperrige Glasplatten austauschen zu müssen. Dank einer klugen Marketing-Strategie eröffnete diese Erfindung George Eastman und seiner Kodak Company einen ganz neuen Markt.
Plötzlich war Photographie technisch und finanziell machbar und erschwinglich für jeden Tom, jeden Dick und jede Jane in den Vereinigten Staaten und in Europa. Erstmals wurde Photographie zu einem Element des täglichen Lebens.

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written by ungrumpy on 2011-07-15 #history #library #lc-a-big-book #lomography #excerpt
translated by princess_crocodile

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