Ellen Rogers: Eingeträufelt mit Glanz und Wunder

Ellen Rogers zeitlose Modefotografien strahlen verlockende Schönheit und zarte Verführung aus. Sie stellen Traum und Anmut dar und sie transportieren dich in eine andere Epoche von Aura und Einsamkeit. Sie atmet und lebt in ihrer Dunkelkammer. Sie ist eine Künstlerin der analogen Fotografie.

Erzähl uns etwas über dich.
Mein Name ist Ellen Rogers und es scheint so, dass ich nicht in an einem Ort von England für längere Zeit bleiben kann bevor ich hoch steige und an einem anderen Ort wieder neu beginne.
Meine Zigeunerknochen sind am klappern.

Wie/Wann hast du angefangen zu fotografieren? Was war deine erste Kamera?
Eigentlich fing ich an kompositionelle Eigenschaften und technische Geschicklichkeit im sehr jungen Alter zu lernen, mein Vater war ein Motorradfahrer und als er aufhörte zu fahren, verbrachte er das meiste seiner Zeit mit Rennen zu fotografieren. So lernte ich also ab ungefähr 6 Jahren wie man einen E6 Film und S/W Film/Bilder auf einem technischen Level in unserer Dunkelkammer zu Hause entwickelt.
Wir hatten auch einen riesigen Katalog aus 70er und 80er Fotografiezeitschriften und ich würde versuchen sie mir so gut wie möglich durchzulesen wann immer ich konnte. Meine erste offizielle Kamera war eine Yashica Mat, ich habe sie an meinem ersten Geburtstag bekommen.

Beschreibe deinen Fotografiestil. Was sind deine gewöhnlichen Motive und Themen?
Also es ist ziemlich schwer ein Motiv und Thema genau zu bestimmen, weil der Charakter eines neugierigen Verstands würde dann wollen sich sofort von einer Form frei zu brechen. Die einzigen Einschränkungen in Kunst werden von Künstlern selbst gesetzt. Ich denke ich könnte sagen, dass meine Bilderwelt zwischen psychologischen Forschungen schwankt und bestimmte Anreize, die ich im Kopf habe, bewirkt, aber es gibt nie ein Thema oder Motiv. Das wäre eine zu strenge Rahmenbedingung für mich um zu arbeiten. Ich verbringe meine Zeit damit, indem ich mit alternativen fotografischen Verfahren experimentiere und auch klaustrophobische Ideen von Unterdrückung mit narrativen Strukturen erforsche.

Zwischen deinen zahlreichen Filmfotografien, welches ist dein Favorit?
Ich würde mich abmühen um ein ein Foto von mir auszuwählen, ehrlich, ich glaube ich bin nicht mal annähernd dem nah gekommen, was ich zeigen will, mein Verstand hat erst angefangen sich emotional mit meinem Kunstwerk zu verbinden und wenn ich ein Naturtalent kennen lerne und (hoffentlich) letztendlich den Übergang zwischen einer angenehmeren Verbindung aus Ideen und Herstellungsfähigkeit erleichtere, werde ich etwas gemacht haben mit dem ich glücklich bin. Ich habe in meinem Kopf es ziemlich festgelegt, dass ein guter Künstler niemals wirklich glücklich sein sollte mit dem was er gemacht hat, da es ihn selbstgefällig macht.

Was ist der Soundtrack von deiner Fotografiereihe?
Soundtracks sind für mich auch schwer, ich bin regelmäßig in den letzten paar Jahren gefragt worden, ob ich Kunstwerke für Bands machen kann und ich bin bei meiner Distanzierung mit Musik standhaft geblieben, da ich es als ein anderes Brandzeichen ansehe. Meine Arbeit ist mein Brandzeichen – mein Fingerabdruck – und es einem anderen Künstler zu leihen fühlt sich so an , als würde ich Teile meiner Seele abgeben. Ich bin ein so ziemlich abgetrenntes Wesen von anderen Künstlern.
Das war bevor ich zusammen mit meinem Freund Prizme an Filmen gearbeitet hatte.
Wir haben zwei Filme gemacht (einer kommt bald auf “Kickstarter” raus) und einer der ==hier == anzuschauen ist. Das Ziel nach dem ersten Film war einfach, etwas gemeinsam zu machen, danach haben wir festgestellt, dass wir es lieben zusammen zu arbeiten.
Unser kommender Film ist ein maßgeschneidertes Album von Prizme, der der Soundtrack zu meinen Bildern sein soll. Wir sind gegeneinander abgeprallt um das ganze Projekt zu machen.
Es wird im Wesentlichen ein Film sein, ein Album und ein kleines Kunstbuch.
Man kann sich einige von den Liedern hier anhören und auch mit mehr Erklärung.

Wir alle haben unsere Idole, zu welchen Fotografen schaust du auf?
Ich weiß, dass wenn man mich zum ersten Mal kennen lernt, ich schweigsam und trotzig rüber komme, aber um Öl ins Feuer zu gießen, ist es sicher zu sagen, dass ich nicht von Fotografie beeinflusst bin.
Mich beeinflusst Geschichte und Psychologie, das Okkult, Religion und Schriftsteller wie Mark Z Danielewski, Iain Banks, Robert Chamers, H.P Lovecraft usw usw. .

  • Wenn du von irgendjemandem sein Portrait mit Film fotografieren könntest, egal ob er noch lebt oder tot ist, wer (wäre es), welche (Kamera würdest du benutzen), und warum?**
    Tom Waits, es widerspricht allem was ich kreativ machen würde aus so vielen Gründen, aber die Geschichten, die nur in der Patine seiner Falten im Gesicht leben, würden von Inhalten singen wie kein andere. Ich sollte hier etwas klar stellen; Mir ist es egal was für eine Kamera ich benutze, da es der Singer ist und nicht das Lied der sich schön anhört.

Analog vs. Digital. Was ist an der analog/Filmfotografie besonderer als digital?
Reines Silber und Gelatine, das wertvolle Metall mit einer ehemaligen lebendigen organischen Form kombiniert, produziert eine poetische Substanz. Die Schichten die Tiefe geben, die ein Film werden, werden irgendwann vom Licht aufgefressen. Was für eine schöne Opfergabe das ist. Es ist hinterlistig und schließlich werde ich dem Verfall nachtrauern.

Besitzt du Lomography Kameras? Welche ist dein Favorit?
Ich besitze die Holga 135BC TLR, sollte ich eine andere holen, würde ich glaube ich die The Jonathan Edwards wählen, da ich eine Schwäche habe für Doppellinsen habe.

Viele Leute interessieren sich heutzutage für Fotografie, was würdest du zu denen sagen um sie mehr zu inspirieren?
Ich denke “Mach dein eigenes Ding und kopiere nicht von anderen” ist der beste Ratschlag den man jemandem geben kann. Geh raus und finde etwas originelles was kein anderer gemacht hat. Es erfordert einen großen Geist um etwas zu erfinden und einen kleinen um etwas nachzumachen.

Hast du irgendwelche laufende/zukünftige Projekte?
Ja, ich bin sehr begeistert von einem kleinen Projekt an dem ich mit einem Freund, der Stilist ist, und meinem Freund (schon wieder Prizme) arbeite. Ich werde nicht viel verraten, aber es wird ein Set von Bildern und Abzügen davon geben. Sie basieren auf einigen von meinen und Prizmes Befunde von wissenschaftlichen Experimenten aus den 50ern an Menschen.

Zusätzliche Info:
Webseite – ellenrogers.co.uk
Blog – blog.ellenrogers.co.uk
Flickr – flickr.com/beep_peep

written by basterda on 2011-10-08 #lifestyle #mode #interviews #ellen-rogers #fotografen
translated by plastic_diana

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