LC-A Big Book Kapitel 59: Das tragische Ende der Photo- und Kinoproduktion

Die Einstellung des unproduktiven Photo- und Kinosegments zeigte sofort Auswirkungen, indem sie für mehr ökonomische Freiheit sorgte und vermutlich die Firma rettete. Bandbreite und Anzahl der Produkte wurden von 700 auf 150 reduziert. Im Jahr 1990 verließ der letzte Kinoprojektor – ein Exemplar der Baureihe, die in allen 150.000 Kinos in Russland verwendet wurde – die Produktionsstraße.

Nachdem sie sich mehr oder weniger als Aktiengesellschaft etabliert hatte, erhielt die LOMO PLC zwei hauptsächliche Empfehlungen von ihren amerikanischen Beratern: 1. Eine Marketing und PR-Abteilung ins Leben zu rufen (was in Sowjet-Zeiten völlig unnötig war), um die Marke und ihre Produkte zu kommunizieren. 2. Produktionssegmente auszuwählen, die unter marktwirtschaftlichen Bedingungen erfolgversprechend waren. Nach diesen Erwägungen wurde beschlossen, dass die Photo- und Kinoproduktion Vergangenheit sein sollte.
Photographen und Kamera-Liebhaber, die aufgewachsen waren mit Fotokors, Lubitels, Smenas und LOMO LC-As, waren schockiert. Die Herstellung dieser Apparate war einfach zu teuer und die Produkte waren technisch überholt. Viele Russen hatten kein Geld und kein Bedarf an diesen Gütern; und diejenigen, die Geld hatten, kauften lieber moderne westliche Technologie als alte russische Ingenieurskunst.

Die Einstellung des unproduktiven Photo- und Kinosegments zeigte sofort Auswirkungen, indem sie für mehr ökonomische Freiheit sorgte und vermutlich die Firma rettete.
Bandbreite und Anzahl der Produkte wurden von 700 auf 150 reduziert. Im Jahr 1990 verließ der letzte Kinoprojektor – ein Exemplar der Baureihe, die in allen 150.000 Kinos in Russland verwendet wurde – die Produktionsstraße. Die Smena 35 wurde als letztes Modell der langen Smena Reihe gefertigt (diese Version bestand fast vollständig aus Plastik und brachte einen Hotshoe-Anschluss mit), und auch alle anderen Photo- und Filmkameras mussten nach und nach ihrem Ende entgegensehen.
Allein die LOMO LC-A überstand diese harten Jahre. Die Entwicklungen und Ereignisse der frühen 90er beeinflussten stark die vielversprechenden Bestrebungen der Lomographischen Gesellschaft.
Für weitere Informationen solltest du unbedingt einen Blick auf die Geschichte der LOMO LC-A werfen, die du auf Seite 60 in diesem Buch findest.

Nicht allein die ehemals sowjetische Gesellschaftsstruktur war einem tiefgreifenden Wandel unterzogen; auch das Leben in der LOMO PLC Fabrik veränderte sich drastisch. Eine detaillierte Finanzanalyse zeigte, dass eine Anzahl von 11.000 Mitarbeitern die Obergrenze für einen wirtschaftlichen Betrieb der Werke darstellte. Auch wurde deutlich, dass die Firma mit sozialer Infrastruktur überfrachtet war, die unter Marktbedingungen kaum aufrecht zu erhalten war. Praktisch bedeutete das alles, dass die guten Zeiten des LOMO PLC Clubs vorbei waren, und über 15.000 mussten die Gesellschaft verlassen.

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written by ungrumpy on 2011-07-04 #history #library #lc-a-big-book #lomography #excerpt
translated by princess_crocodile

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