LomoKinder: Lass sie jung loslegen

Es ist nie zu spät oder zu früh, um mit Film-Fotografie zu beginnen. Wer weiß? Dein Kind könnte einer der nächsten einflussreichen Fotografen unserer Generation sein?

In dieser digitalen Welt ist es üblich, Kinder zu sehen, die total in die Spiele ihrer tragbaren Konsolen versunken ist, oder man sieht Kinder mit Handys, MP3-Player und ähnlichem. Unglaublich, als ich ein Kind war, war das einzige digitale Gerät die Nintendo meines Bruders. Ich kam kaum dazu, es zu benutzen, weil mein Bruder mich nicht ließ. Aber meine Familie wusste, wie sehr ich es liebte, Bilder zu machen, als ich klein war. Mein Vater erlaubte mir, mit einer seiner alten Filmkameras Schnapschüsse zu machen und ich war ein glückliches Kind.

Ich wurde auch von der digitalen Welt in ihren Bann gezogen. Ich hab sogar beinahe aufgehört, mit Film zu fotografieren, Aber jetzt nehme ich den analogen Lebensstil wahrlich an und genieße wirklich jeden Moment, den ich mit einem Film und einer Kamera in der Hand verbringe. Aber es traf mich, wie ein Schlag im Gesicht – wenn kann ich darin bestärken, ebenfalls den analogen Lebensstil zu leben? Ja, ich hab einige Freunde darin bestärkt, wieder mit Film zu fotografieren, aber eines Tages, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Warum sollte ich nicht meine kleinen Neffen Erfahrungen mit dem analogen Leben sammeln lassen?

Damals in 2008 ging ich mit meiner Familie auf einen Basar und zu meiner Überraschung war dort ein privater Kamera-Flohmarkt. Mein Herz ging auf beim Anblick einer wundervollen Holga 120N, die meine erste Lomo-Kamera war. Meine Neffen (4 und 6 Jahre alt) hatten währenddessen zwei identische rote 110 Kameras ins Auge gefasst, also kauften wir die. Wir gingen glücklich mit einem Lächeln auf den Lippen nach Hause.

Am darauf folgenden Tag gingen meine Neffen raus und gingen mit den Kameras spazieren. Wir hatten begrenzte Filmressourcen, da meine Tasche für den Flohmarkt nicht dafür vorbereitet war. Ich sah, wie viel Spaß meine Neffen mit ihren neuen Kameras hatten. Ich kann wirklich sagen, dass ich in dem Moment die glücklichste Tante der Welt war. Sie verschossen eine Rolle nach der anderen. Zu Beginn machte ich mir Gedanken, wenn sie in schlechten Lichtverhältnissen fotografierten, aber dann ließ ich sie einfach machen. Nachdem sie alle Filmrollen aufgebraucht hatten, die wir hatten, gingen wir heim. Aber sie baten mich inständig, mehr Filmrollen zu bestellen – und das machte ich.

Nur drei von sechs Rollen wurden entwickelt, aber sie waren zufrieden damit. Das hat ihre Leidenschaft für Filmfotografie nicht im geringsten geschmälert. Insofern 110er schwer zu finden sind, kaufte ich beiden eine reguläre Filmkamera mit 35mm Filmformat. Sie knipsten drauf los und das jeden Tag, solange noch Film da ist. Obwohl sie oftmals die Kamera hinten öffnen, wenn noch ein Film drinnen ist. Ihr Enthusiasmus regte mich dazu an, ihnen mehr zu zeigen. Sie wissen schon, wie sie den Film in ihre Kamera einlegen, abspulen und wieder einlegen. Sie haben ihre Kameras sogar verziert. Sie haben Aufkleber gekauft und haben die Kameras nach ihrem Geschmack gestaltet. Manchmal fragte sie mich, ob sie alles richtig machten, wenn sie fotografierten und alles was ich sagen kann “Wenn du Spaß hast, ja, dann hast du alles richtig gemacht”. Wir haben ihre Aufnahmen drucken lassen und ich hab ihnen eine kleine LomoWall in ihrem Zuhause gebastelt, die fast eine Woche hielt, dann haben sie draufgekritzelt, aber es war okay. :)

[Ein paar Bilder, die mein Neffe Francis gemacht hat. Er war vier, als er diese Fotos 2008 machte. Mehr Fotos sind hier.]

Obwohl sie meistens einen leeren Film haben, weil sie die Kamera öffnen, haben sie nicht aufgehört zu fotografieren. Ich glaube es ist einfach die Begeisterung, wenn du das Klicken hörst oder den Film weiterdrehst oder zurückspulst. Mein älterer Neffe fragte mich sogar, ob ich ihm lernen könnte, wie man meine Nikon FM10 bedient und ich zeigte es ihm. Ich kann stolz sagen, dass er das Konzept von über- und unterbelichtet verstanden hat (Ich bin so eine stolze Tante). Ja, sie benutzen jetzt digitale Kameras, aber sie erinnern mich immer daran, Filme für sie zu kaufen, wenn ich sie besuche. Ich hoffe, ich habe ihrem Leben etwas verändert, indem ich sie in jungen Jahren Film schießen ließ. Ich glaube, sie wurden vom Lomo-Virus infiziert und eines Tages wird die Sucht in ihnen ausbrechen. Und wie wir alle, werden sie weiterhin mit Film fotografieren.

[Ein paar Bilder meines Neffen Tylers. Er war sechs, als er die 2008 machte. Mehr Bilder hier.]

Es ist nie zu spät oder früh, um mit Filmfotografie zu beginnen. Aber es wäre nett, wenn wir junge Leute dazu bringen, mit Film zu fotografieren, so dass der analoge Geist weiter lebt. Wer weiß? Sie könnten einer der nächsten einflussreichen Fotografen unserer Generation sein?

Die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wird immer und ewig analog bleiben.

written by gelibee on 2011-11-27 #lifestyle #lomo #lomography #fotografieren #kinder
translated by wolkers

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