Behalten wir es in der Familie

Die nordischen Völker mögen dafür bekannt sein, dass “Dinge in der Familie bleiben” und in diesem Fall ist es nicht anders. Analoge Fotografie ist eine Leidenschaft, die sich bei uns über drei Generationen erstreckt. Da ich in einer digitalen Welt aufwuchs, dachte ich, die Zeiten wären vorbei, in denen ich lernen könnte, wie man einen analoge Kamera benutzt.

Aber eine versteckte Schachtel mit Diafilmen, eine Olympus 0M10 und ein wenig Neugierde und schon erwachte meine Liebe für alles analoge. Das hier ist eine Geschichte über einen Mann, wie alles begann und wie er das Analoge in einer digitalen Familie am Leben erhielt.

Meine Familie unterscheidet sich nicht von den meisten modernen Familien. Wir sind geradezu überflutet mit digitalen Fernseher, iPods und dem Internet. Es ist unvorstellbar ohne diesem Kram zurechtzukommen. Im Alter von 15 Jahren beschloss ich, mir von meinem Großvater etwas über Fotografie beibringen zu lassen. Wir sind eine künstlerische Bande – besonders mein Großvater hatte unheimlich viel fotografische Ausrüstung, die aus seinen Tagen als Hochzeitsfotograf stammt.
Ich hab meine Mum darum gebeten, mir ihre Olympus 0M10 (ihr Geburtstagsgeschenk zum 18.) zu leihen und lernte die Grundlagen. Dann geriet die analoge Fotografie ins Vergessen.
Es war Sommer und ich hatte so viel zu tun. Ich hatte keine Lust mich mit Blendeneinstellungen abzumühen und etwas über Belichtungsstufen zu lernen.

Zwei Wochen später starb mein Großvater.

Es war für uns alle ein großer Schock. Gerade eben war er noch da und schon war er weg.
Ich erinnerte mich daran, wie ich ihn darum bat, mir das Fotografieren beizubringen und nun würde ich nie die Chance dazu bekommen.

Ich fasste den Entschluss, es mir selbst beizubringen. Ich plünderte das Buchregal meines Großvater, das vollgestopft war mit Bedienungsanleitungen und Büchern, die sich mit Fotografie befassten.
Ich suchte Freunde auf, die Fotografie für ihren Schulabschluss belegt hatten und brachte sie dazu, mir beizubringen, wie ich das Ultimative aus meiner Kamera herausholen konnte.
Ich entdeckte Lomography und wurde immer besessener von analogen Fotografien.
Es war die Aufregung, dass du nicht weißt, was du erwarten sollst, der Spielraum, in dem du experimentieren konntest. Das wurde dir nirgendwo anders geboten.

Letztes Jahr schaute ich den alten Kram meines Opas durch.
Ich hielt Ausschau nach extra Objektiven für meine Kamera. Ich durchwühlte eine Schachtel mit Filmen, die 1992 fotografiert worden waren und unter diesen war ein alter Beutel. Ich öffnete ihn, obwohl ich nicht viel erwartete und fand über 300 Dias, die mein Opa gelagert hatte.
Als ich sie meinte Großmutter zeigte, sagte sie, dass sie die Hälfte der Bilder nie zuvor gesehen hatte.
Es war das Lebenswerk meines Großvaters. Ich beschloss als ein Projekt die Dias einzuscannen.
Ich fühlte mich so, als würde ich mit meinem Großvater kommunizieren.
Seine Fotos gaben mir einen Einblick darauf, wie mein Opa die Welt sah.
Das gab mir einen Eindruck seiner Erinnerungen. Seine Fotos ließen ihn weiterleben.

Ich weiß, dass ihm meine fotografische Arbeit gefallen hätte, wenn er noch leben würde.
Jetzt bringe ich meinem achtjährigen Bruder bei, wie man eine Kamera bedient und er wird schon genauso besessen davon, wie ich es bin. Dank Großvater, lassen wir die analoge Fotografie weiterleben.

written by llamasoup on 2011-06-11 #lifestyle #analog #olympus #dias #opa #familie
translated by wolkers

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