Triff unseren LomoAmigo Disdis!

Für unsere neue Ausgabe der LomoAmigos bedrängten wir Disdis, ihn ein paar Fragen stellen zu dürfen, über sein Lomo-Leben und um etwas über seine Pläne für die Zukunft herauszufinden!

NAME: Diego Ruiz de Gauna Lopez
STADT: Vitoria – Gasteiz
LAND: Spanien
LOMOHOME: disdis

Erzähl doch der Community ein wenig von dir und vielleicht etwas, das wir niemals erwartet hätten.
Ich sehe nicht besonders spanisch aus. Ich glaube, das ist wegen meiner Mandelaugen.
Ich schreibe wie ein Kind und singe wie ein Eichhörnchen. Sei nie nah bei mir, wenn ich singe.
Du könnest taub werden. Ich habe versucht, Musik zu machen, aber meine Finger sind nur daran gewöhnt, Vas Vas’s Rücken zu massieren. Ich bin ziemlich ungeschickt, was Handwerkliches betrifft (was wohl auch der Grund ist, warum ich üblicherweise keine Tricks veröffentliche).
Ich versuche reifer zu werden, aber Reife tut zu sehr weh. Nun, um diese Makel alle auszugleichen, ich bring immer meine Kamera mit, egal wohin. Ich will einfach die Welt sehen.

Womit ich mein Geld verdiene? Ich bin Marketing Manager einer 142 Jahre alten Spielkartenfirma.
Die meisten der Leute da draußen haben schon mindestens einmal mit Karten gespielt, die von dieser Firma hergestellt wurden.

Wie lange schon bist du ein Lomograf und wie bist du überhaupt dazu gekommen?
Ich glaube, es gibt drei Hauptgründe, warum ich damit anfing, Lomograf zu sein.

  1. Ich hatte kein Glück als Kind (fotografisch gesehen). Ich war das zweite Kind in der Familie.
    Ihr wisst, was das heißt! Eltern machen tausende Bilder von ihrem ersten Kind und wenn sie das zweite bekommen, sind sie es schon leid. Deshalb kannst du kein einziges Bild von mir aus den ersten Lebensjahren finden. Mein Bruder hat immer noch einige vollständige Fotoalben aus Kindheitstagen.
    Ich nicht!
  2. Als ich 9 war hat ein Freund eine dieser Kodak Mini Instamatic mit 110 Farbbandkassetten zu seiner Kommunion bekommen. Ich war grün vor Neid. Ich mochte die Form der Kameras und ich mochte es durch den Bildsucher die Welt anschauen.
  3. Ich glaube, dass diese zwei Erlebnisse eine gewisse Frustration bei mir hinterließen.
    Als ich älter wurde, beschloss ich, den Rest meines Lebens gut in Form von Fotos zu dokumentieren.
    Ich hatte die alte Werlisa meiner Eltern und dann eine Nikon und… aber dann hab ich Vasvas getroffen und als wir in Barcelona lebten, sah ich diese poppigen, kleinen Plastikspielzeuge im Fernsehen und entdeckte einen kleinen Laden in meiner Lieblingsnachbarschaft. Es war und ist immer noch ein großartiger Ort.

Zu meinem nächsten Geburtstag kaufte mir Vasvas einen Supersampler. Es war 2005, glaub ich.
Ich werde alt. Seitdem hab ich meinen persönlichen Wettbewerb begonnen, alle Lomo Kameras, die es gibt, zu besitzen. Als erstes kam die Holga (vielleicht meine zweitliebste Kamera) und dann das glorreiche Meisterstück, die Lomo LC-A (Ich habe immer noch eine der Orginalprodukte, aber der Belichtungsmesser funktioniert nicht mehr). Aber selbst als ich eine ganze Menge Kameras besaß, liebe ich es immer noch, wie anders man Dinge ansieht. Offiziell fahre ich seit 2005 darauf ab, aber ich glaube, eigentlich habe ich das schon immer getan.

Beschreibe, falls es möglich ist, deinen persönlichen Fotografier-Stil. Bist du ein klassicher Schnapschussknipser, experimentierende Laborratte oder schlichtweg offen für alles?
Ich denke, ich bin eher der klassische Schnapschussknipser als der experimentierende. Ich habe kaum Möglichkeiten, ein Labot zu nutzen, deshalb versuche ich hauptsächlich den Bildaufbau und Blickwinkel zu nutzen.

Wenn du einen auswählen müsstest – (ja, nur eine) Aufnahme – was wäre dein Lieblingsbild, von denen, die du dieses Jahr gemacht hast?

Wenn ich mir einer Sache sicher bin, dann dass ich keine guten Selbstporträts zu machen.
Aber dieses eine wurde ernsthaft eins meiner Lieblingsbilder und wenn ich mir so die Kommentare anschau, dann gefällt es auch vielen Leuten. Das eigenartige daran ist, dass Vasvas es angsteinflößend findet und sie lässt es mich nicht an die Wand zu Hause hängen, die wir mit Fotos bestücken wollen. Und eins muss ich sagen… Ich dachte zunächst darüber nach, bevor ich abdrückte und was ich mir vorstellte, kam dabei raus… Das brachte mich beinahe zum Weinen.

Wir bitten dich um eine Fotoauswahl, von der du denkst, dass sie dein Jahr gut wiederspiegelt.
Wenn du eine Begleitmusik für deine Fotos/ dein Jahr zusammenstellen könntest, um welche Lieder würde es sich handeln? Und gibt es irgendwelche Gründe dafür? (3 Liedtitel und Interpreten bitte)

  1. Taking People – Cat Power. Es wurde 1996 geschrieben, aber es spiegelt meine Erlebnisse in Senegal wieder.
  2. Recuerdos – Aroah. Das wurde 2001 geschrieben. Wenn du ein wenig Spanisch sprichst und es dir anhörst, wirst du es kennen (wenn es keinen Film gibt, gibt es keinen Erinnerungen… singt sie).
  3. Prêt à porter – Nacho Umbert & the Compañía – Weil es eins der schönsten Lieder ist, die ich 2010 je gehört habe. Nacho ist ein Dichter aus dem Mittelmehrgebiet.

Welche ist deine Lieblingskamera und dein am liebsten verwendeter Film?
Da hab ich keine Zweifel. Meine LC-A und den Kodak CT Precisa mit Crossprocessing behandelt.
Wilde Farben lassen meine Augen sprichwörtlich vor Entzückung explodieren.

Wenn du dir irgendetwas Lomografisches und Analoges aussuchen könntest, das du dieses Jahr bekommst (Hinweis, Hinweis, Freunde und Familie), was wäre es?
Das wäre der Moment um mir World Bundle Bag Megalomaniac zu wünschen. Allerdings bin ich nicht so gierig, also würde ich gerne eine weitere Lubitel 166+ bekommen. Ich hab eine bei E-Bay gekauft und sie ging am nächsten Tag kaputt. Seitdem riskiere ich nichts mehr und kaufe alles im LomoShop.

Was ist das seltsamste, lustigste oder großartigste fotografische/lomografische Erlebnis, das du dieses Jahr hattest?

Ihr wisst ja schon, dass ich dieses Jahr in Senegal war. Am ersten Tag konnten wir im Swimming Pool schwimmen und ich nahm meine LC-A mit dem “Krab” mit.
Einige Kinder fragten mich, ob ich ein paar Bilder von ihnen machen könnte und im Endeffekt überließ ich ihnen die Kamera. Die Bilder waren sinnlos, aber wir genossen alle den glorreichen Moment in unserer Freizeit. Eins meiner Lieblingsbilder von dieser Reise wurde in dem Moment gemacht.
Die Kinder in Senegal sind super, sie genießen ihr Leben mit einem Lächeln auf den Lippen, selbst wenn sie nicht über unsere Möglichkeiten verfügen.

Machst du dir irgendwelche guten Vorsätze für die Zukunft, die du mit der Community teilen möchtest?
Ich sollte das hier nicht hinschreiben, aber wenn ich bis Juni fit bin, kauft mir Vasvas ein neues Surfboard. Ich ging als Teenager immer surfen. Jetzt denke ich, ich sollte die alten Zeiten wieder aufleben lassen. Andererseits habe ich zwei lomografische Vorsätze für das nächste Jahr: einen Blog zu beginnen und eine Ausstellung in der Nähe meines Zuhauses vorzubereiten.

Viele Leute machen in meiner Heimatstadt Fotos und es wird Zeit ihnen meine Lomo Liebe zu zeigen. Ahh… Und ich bereite einige “Cianotips” vor, bei denen ich meine Lomo Bilder benutze. Sollte ich die Antwort bei der vierten Frage vielleicht doch zur experimentierfreudigen Laborratte ändern?

Irgendwelche Worte der Weisheit, die du mit deinen Lomography Freunden da draußen teilen möchtest?
Zunächst bedeutet es, deine Kamera zu lieben, wenn du ein Lomograf bist. Du musst deine Kamera lieben als wäre sie ein Körperteil. Geh raus. Geh durch deine Heimatstadt und wenn du müde wirst, setz dich auf eine Bank, von denen du Bilder machst und schaust und machst Bilder. Sieh alles so an als wäre es dir völlig neu. Erlaub dir, ganz woanders hinzugeben, in dieser weiten Welt. Du wirst alles viel interessanter finden.

Gestalte nach deinem eigenen Geschmack. Vertrau keinem anderen als deinem. Du bist das Leben und du entscheidest dich für dein Leben. Wenn du was nicht magst, schau es nicht mal an. Es wird dir nämlich nicht weiterhelfen. Benutze dein eigens Urteilsvermögen, aber sieh auch das der anderen. Du kannst immer noch von der Arbeit anderer lernen.(Sergio Larrain dixit)

written by shhquiet on 2011-05-28 #people #interview #holidays #lomoamigo
translated by wolkers

More Interesting Articles