LC-A Big Book Kapitel 46: Kriegs- und Nachkriegsjahre

Von September 1941 bis Januar 1944 wurde St. Petersburg von deutschen Truppen belagert. Kaum jemand oder etwas kam in die Stadt hinein oder aus ihr heraus – etwa 900 Tage lang. Für die Menschen von St. Petersburg war es eine der rauhsten Zeiten der Geschichte ihrer Stadt. Lebensmittel konnten nur unter großen Gefahren in Lastwagen oder Flugzeugen transportiert werden, die die Route über den zugefrorenen Lagoda See nahmen. Die Situation wurde dramatisch, als 1941 der Winter ungewöhnlich früh hereinbrach und die Temperaturen auf unter -40 Grad Celsius fielen. Im Dezember 1941 starben schätzungsweise 53.000 Menschen an Hunger und Kälte.

Als klar wurde, dass das faschistische Deutschland sich auf einen Krieg vorbereitete, erhielt die Fabrik viele dringende Aufträge für die Produktion von optischem Equipment für das Militär.
Verständlicherweise wurde die weitere Entwicklung von kinematographischen und photographischen Apparaten vorerst auf Eis gelegt. Über 2500 der 8000 Arbeiter verließen die GOMZ während der Kriegsjahre; viele von ihnen dienten an der Front. In den härtesten Kriegsjahren waren die Arbeitsplätze hauptsächlich mit Frauen und Teenagern besetzt.

Von September 1941 bis Januar 1944 wurde St. Petersburg von deutschen Truppen belagert.
Kaum jemand oder etwas kam in die Stadt hinein oder aus ihr heraus – etwa 900 Tage lang. Für die Menschen von St. Petersburg war es eine der rauhsten Zeiten der Geschichte ihrer Stadt.
Lebensmittel konnten nur unter großen Gefahren in Lastwagen oder Flugzeugen transportiert werden, die die Route über den zugefrorenen Lagoda See nahmen.
Die Situation wurde dramatisch, als 1941 der Winter ungewöhnlich früh hereinbrach und die Temperaturen auf unter – 40 Grad Celsius fielen.
Im Dezember 1941 starben schätzungsweise 53.000 Menschen an Hunger und Kälte. Obwohl viele Angestellte der LOMO PLC die Firma in Richtung Front verlassen hatten, blieb die Mannschaft der wichtigen Fabrik zusammen. Viele Arbeiter schliefen direkt in den Werkstätten, wo sie Klappbetten aufstellten, und stellten tagsüber optisches Gerät für das Militär her. Gerüchte besagen, dass die Arbeiter in der harten Zeit von 1941 einige hundert fabrikeigene „Sport“ Kameras verbrannten – denn diese Modelle waren aus Holz, und sie zu verbrennen war der einzige Weg, sich im eiskalten russischen Winter nicht zu Tode zu frieren. Zudem führten viele Angestellte Reparatur- und Mechanikarbeiten direkt an der Front aus und leiteten – auch während des Kampfes – wichtige Reparaturen auf Schiffen wie der „Oktoberrevolution“, der „Marat“ und der „Petropavlovsk“.

Als der Krieg vorbei war, wurde die normale Produktion wieder aufgenommen und die besten Jahre der Firma standen vor der Tür. Der erste und wichtigste Nachkriegsjob für die GOMZ war die Herstellung von universellen Messmikroskopen. Hier musste man schnell dazulernen, denn eine andere Firma hatte bereits eine zehnjährige Erfahrung in der Produktion solcher Geräte und war in der Entwicklung weit voraus…
Jene Firma war, natürlich, die gute alte Carl Zeiss aus Deutschland, die einmal mehr einen juckenden kleinen Dorn im Fleisch der ehrgeizigen Russen darstellte.
Gleichwohl, die Fabrik in der Chugunnaya Straße wurde nach und nach zu einer sprudelnden Quelle für Optikwaren, und hunderte neue Produkte – Mikrophotometer, Filmprojektoren, Photokameras und Spektographen – wurden zwischen 1945 und 1960 eingeführt.

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written by ungrumpy on 2011-05-27 #history #library #lc-a-big-book #lomography #excerpt
translated by princess_crocodile

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