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LC-A Big Book Kapitel 35: Frau Li untersucht die russische Kamera

Während die Lomographen über mögliche Verbesserungen der originalen LOMO LC-A nachdachten, wurde Mrs. Li zur Chefingenieurin und Produktionsmanagerin für die LOMO LC-A+ bestimmt. In einem kleinen Ingenieursbüro in Ostchina zerlegte die kompetente Mrs. Li die Kamera in ihre Einzelteile.

41. Mrs. Li untersucht die russische Kompaktkamera.

Mrs. Li: Die Frau hinter der LOMO LC-A+
Mrs. Li ist die verantwortliche Ingenieurin für die Entwicklung und Herstellung der LOMO LC-A+ in China. Als äußerst genaue Expertin für mechanische Kameras war sie die erste, die eine russische LOMO LC-A in die Hände bekam – und diejenige, die schließlich das O.K. zur Herstellung der legendären Kamera an Colibri Manufacturers gab. Mrs. Li erfand und entwarf auch die neue MX-Funktion der Kamera und fügte der LOMO LC-A+ die ISO 800 und 1600 Option sowie die Vorderschienen hinzu. Sie ist verheiratet und hat eine bezaubernde Tochter.

Mr. Li: Der Mann hinter der LOMO LC-A+

Mr. Li arbeitete über 15 Jahre lang für ein chinesisches Optik-Großunternehmen und gründete im Jahr 2000 seine eigene Firma. Zunächst stellte seine Fabrik vor allem Ferngläser und Teleskope her – bis Colibri Manufacturers im Frühjahr 2005 von der LOMO LC-A erfuhr. Seitdem leiten Mr. Li und seine Firma das Projekt der Erfindung und Produktion der chinesischen LOMO LC-A+. Er, als Chef von Colibri Manufacturers, freut sich auf eine lange Zukunft der LOMO LC-A+ und auf weitere komplizierte, herausfordernde Projekte mit der Lomographischen Gesellschaft. Mr. Li ist verheiratet und hat einen Sohn.

Während die Lomographen über mögliche Verbesserungen der originalen LOMO LC-A nachdachten, wurde Mrs. Li zur Chefingenieurin und Produktionsmanagerin für die LOMO LC-A+ bestimmt. In einem kleinen Ingenieursbüro in Ostchina zerlegte die kompetente Mrs. Li die Kamera in ihre Einzelteile. Sie unterzog das russische Juwel einer strengen Prüfung und sollte die Lomographen in Wien darüber in Kenntnis setzen, ob sie und ihre Mitarbeiter das alte Ding überhaupt würden reproduzieren können.

Die optischen, elektronischen und mechanischen Teile der Kamera wurden zahllosen Tests unterzogen und die Ergebnisse waren sehr überraschend. „Das kann nicht wahr sein“, sagte Mrs. Li eines Tages zu sich selbst, „das Blickfeld ist nicht groß genug, ein dunkler Schatten umgibt das ganze Photo, die Langzeitbelichtung variiert, die Farben der Photos sind alles andere, nur nicht lebensecht und ich habe niemals zuvor so eine Linse gesehen!“ Mrs. Li war erstaunt von dem russischen Ding, mit dem ihr Chef, Mr. Li, sie konfrontiert hatte. Sie stellte sich exakt dieselbe Frage, die 30 Jahre zuvor dem russischen Vizeverteidigungsminister Kornitsky in St. Petersburg durch den Kopf gegangen war: „Was ist mit dieser Kamera los?“ Zudem glaubte die Expertin für mechanische Kameras nicht, dass die Kamera dem „Chinesischen Nationalstandard“ entsprechen würde, den die Regierung für alle in China produzierten Güter erlassen hatte. Diese Standards regeln strikt die Schärfe der Linse, die Präzision der Belichtung, die Farbwiedergabe… und so weiter. Mrs. Li, die in ihrem vorigen Job zumeist hochpräzise Spiegelreflexkameras genau unter die Lupe genommen hatte, hatte wahrhaftig etwas anderes von der LOMO LC-A erwartet. Aber die Lomographische Gesellschaft war schließlich bereit, dem neuen Preis zuzustimmen – der nicht nur ein paar Yuan betrug.

42. Tragisch viele LOMO LC-As verloren ihr Leben, als sie im chinesischen Entwicklungslabor in ihre Einzelteile zerlegt wurden.

Nachdem die Lomographen alle Verbesserungen, die sie vorschlug, abgelehnt hatten („nein, die Kamera muss ganz genau so bleiben, wie sie ist!“) setzte sich Mrs. Li intensiv mit der Lomographie auseinander. Dabei verstand sie schließlich, warum die russische Kamera exakt so bleiben musste, wie sie war.
In der Zwischenzeit setzten tausende junge und alte Lomographen überall auf der Welt große Hoffnung in sie und ihr Team. Und schließlich war es beim Remake dieser Kamera allein der „Internationale Lomo-Standard“ der zählte!

43. Die technischen Originalzeichnungen der LOMO LC-A wurden von St. Petersburg nach China geschickt.

Die ganze Geschichte findest du hier

written by ungrumpy on 2011-05-12 #history #lc-a #library #lc-a-big-book #lomography #excerpt
translated by princess_crocodile

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