Mein analoges Herz

Ich war für eine Zeit weg aus der lomographischen Welt. Ich bin mir nicht ganz sicher was passiert ist, aber etwas in mir ging kaputt. Etwas, dass ich nicht sehen oder hören konnte und aus der analogen Fotografie, Filmen, Kameras und Lomo wurde nur ein großes Loch.

Foto von mattcharnock

Filme setzen Staub an in dunklen und vergessen Ecken meines Kellers. Meine Kameras waren einst treue Begleiter, dann schauten sie mich nur leer von ihrem Regal aus an und sahen aus wie Museumsstücke.

Ich kam zur digitalen Fotografie, fotografierte alles auf diese Art, erfreute mich an den sofortigen Ergebnissen, mit Kontrolle. Es war frei, es war leicht, es war eine Affäre. Eine schöne neue Welt, die entdeckt werden wollte. Mit dem Weißabgleich spielen und mit der Belichtung flirten, mit Photoshop die wahre Kontrolle über ein Foto erkennen, und es war prächtig. Es war die große Liebe. Das Problem mit der großen Liebe und mit jeder Liebe ist, dass sie sich an einem Punkt verändert. Du bemerkst, dass die kleinen Dinge, die du mal süß fandest dich zu stören beginnen, der Reiz wird fad. Es entsteht eine ungleiche Beziehung, die gar nicht mehr so brilliant und strahlend ist und ihren Glanz verliert.
Ich fühlte mich klinisch steril, gesättigt.

Kurz vor Weihnachten wurde ich gefragt, ob ich eine Ausstellung mit dem Titel “Digital Natives” fotografieren könne. Der Ausdruck “Digital Natives” beschreibt diejenigen, die in die digitale Welt geboren wurden, wo Internet, iPods, Handys, HDTV, Navis und mehr Technologien nicht eine Lebensart, sondern Teil des Lebens sind und so wichtig wie ein Kühlschrank oder ein Herd. Die Ausstellung war fantastisch, eine Katzenmusik der Technologie. Interaktive Bildschirme, die schön gestaltet waren, brachten großen Spaß für jeden. Alles leuchtete auf und wollte von den Besuchern Aufmerksamkeit. Das Licht, dass jedes Display abgab, machte aus dem Fotografieren eine wahre Aufgabe. Die Gäste erkundeten und spielten mit den Geräten und waren total in ihrer Welt, in ihrem Element. Und dann war da ich. Ein bisschen älter als die “digital natives”, die die Ausstellung des technologischen Wunderlands zusammen stellten. Ich lief durch die Ausstellung, um die Gäste und ich wurde nicht wahr genommen, es war, als wäre ich für die Leute unsichtbar. Je mehr ich nicht wahrgenommen wurde, desto mehr realisierte ich, dass ich kein “digitale native” bin.

Foto von mattcharnock

Ich habe da nicht hingehört. Ich schaute einen Moment lang die Fotos auf dem Monitor der Kamera an und ich fühlte etwas. Zufällig und brilliant, voller Farben und Licht. Mein analoges Herz war immer noch da. Ich fotografierte, als ob ich mit einer Lomo Kamera fotografieren würde, mit dem Fokus auf Details, aus der Hüfte um Dinge festzuhalten, die man sonst nicht sieht. Ich änderte den Weißabgleich, so dass die Farben anders waren, fast so wie gecrosst.

Mein analoges Herz schlug wieder. (Manchmal kann ich ganz schön kitschig sein.)

written by mattcharnock on 2011-04-01 #lifestyle #analog #mattcharnock
translated by trashpilotin

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