Kapitel 9: Erste Testläufe und die Konstruktionsphase

Die LOMO LC-A war in Wirklichkeit eine ziemlich freche Kopie der Cosina CX 2.
Neben der Tatsache, dass beide Kameras verschiedene Objektivschutz-Abdeckungen hatten (bei der Cosina kam das Rotationsverfahren zum Einsatz, bei der LOMO ein Metallschild, den man mechanisch zur Seite schieben muss) beruht die gesamte LC-A-Konstruktion auf dem japanischen Original.
Das gleiche Leder mit den typischen Grübchen, der Hot Shoe für den Blitz, der Bildzähler, der Sucher und auch der Verschluss liessen unverkennbar auf “Made in Japan” schließen. Auch der Automatikbetrieb und die manuellen Belichtungsmöglichkeiten waren bei der Cosina bereits vorhanden.

Olga Tsvetkova, Die Mutter der LOMO LC-A

Olga fing sofort nach ihrem sechsjährigen Technikstudium an bei LOMO PLC zu arbeiten. Sie startete 1961 im Unternehmen mit der Entwicklung von SMENA-Kameras und Ende der 70er-Jahre arbeitete sie dann Seite an Seite mit Mikael Kholomyansky an der legendären Lomo 135.
Kurz nach dem Produktionsstart der LOMO LC-A gab sie ihren alten Posten als Chef der Kameramontage auf und leitete fortan das LOMO LC-A Team. Olga selbst war eine begeisterte Fotografin, hatte sie doch im zarten Alter von 10 Jahren bereits ihre erste SMENA 2 von ihrem Vater geschenkt bekommen. Sie war begeistert von der Lomografie und sammelte jeden Zeitungsartikel darüber.

Darüber hinaus war sie selbst eine engagierte Lomografin, wie übrigens auch viele weitere Mitarbeiter ihres Teams. Als die Produktion der LOMO LC-A im Jahr 2005 endgültig eingestellt wurde, ging auch Olga, mittlerweile stolze Besitzerin des überaus seltenen Ordens “Entwicklung und Einführung eines Hi-Tech-Produktes” nach 38 Jahren endlich in den Ruhestand.

Die LOMO LC-A war in Wirklichkeit eine ziemlich freche Kopie der Cosina CX 2. Neben der Tatsache, dass beide Kameras verschiedene Objektivschutz-Abdeckungen hatten (bei der Cosina kam das Rotationsverfahren zum Einsatz, bei der LOMO ein Metallschild den man mechanisch zur Seite schieben muss) beruht die gesamte LC-A-Konstruktion auf dem japanischen Original. Das gleiche Leder mit den typischen Grübchen, der Hot Shoe für den Blitz, der Bildzähler, der Sucher und auch der Verschluss liessen unverkennbar auf “Made in Japan” schliessen. Auch der Automatikbetrieb und die manuellen Belichtungsmöglichkeiten waren bei der Cosina bereits vorhanden.

Als die Entwicklungsphase 1982 endgültig abgeschlossen war, wurden sofort einige Testmodelle gebaut. Normalerweise gab es für die Kameraproduktion bei LOMO PLC genaue Vorgaben und Arbeitsstufen die penibel eingehalten wurden. So jedenfalls bei der Entwicklung der Lubitel, Smena, und Lomo 135.
Das 4-Stufen-Programm sah folgendes vor: 1. Ein Rohmodell ohne Funktionen wurde erstellt, 2. es folgte die Fertigung eines funktionsfähigen Modells, 3. danach gab es die ersten 10 – 20 Versuchsmodelle und 4. letztendlich ging es in die Serienproduktion.

Da es bei der LOMO LC-A aber einen engeren Zeitplan gab, fing man sofort bei Stufe 2 an und baute einen ersten Kameradummy mit allen Funktionen, allerdings ohne Belichtungsmesser. Dieser landete dann umgehend in den Händen von Vize-Verteidigungsminister Kornitsky.
1982 wurden dann sofort zehn weitere voll ausgerüstete Beta-Modelle für firmeninterne Testreihen gebaut. Was allerdings nicht hieß, dass die Kamera jetzt endlich an einige glückliche Fotografen verteilt wurde, sondern vielmehr, dass die LC-A von nun an Tag und Nacht von Wissenschaftlern und Mitarbeitern des LOMO PLC Entwicklungslabors auf Herz und Nieren geprüft wurde: Der Belichtungsmesser hatte perfekt zu funktionieren, die manuellen Einstellungen mussten exakt sitzen, der Auslöser bekam seinen typischen Sound verpasst und letztendlich wurden auch die Fotos selbst vom firmeneigenen Fotolabor einer genauen Inspektion unterzogen.

All diese Untersuchungen und Testreihen wurden stets von Olga Tsvetkova´s Adleraugen überwacht. Kein Detail entging ihrem scharfen Blick. In der Zwischenzeit arbeiteten Chefentwickler M.G. Kholomyansky mit seinem Team fieberhaft am Mechanismus und weiteren Verbesserungen der LOMO LC-A. Nur durch diese strenge Arbeitsaufteilung und das perfekt ausgewählte Team konnten die Arbeiten so überaus erfolgreich beendet werden. Auch heute noch erinnern sich die Entwickler, Teamleiter und Ingenieure gerne an die überaus effiziente und angenehme Arbeitsatmosphäre zurück.

Daraus resultierte letztendlich das die LOMO LC-A mit Lichtgeschwindigkeit in Serienproduktion gehen konnte. Die Genauigkeit der LC-A führte dazu, dass LOMO PLC von offizieller Seite ein Präzisionsgrad von 1-2 bescheinigt wurde.

Die komplette Geschichte kannst du hier lesen.

written by fookshit on 2011-01-22 #library #geschichte #lomo-lc-a-big-book #lomobuch
translated by eyecon

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