2010. Ein Jahr Lomographie. Die Abrechnung.

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Von Null auf Hundert.
Vom Actionsampler zu Kodachrome.
Von Wien nach Nizza, Rom und San Francisco.

Tagebuchartige bildreiche Aufzeichnungen meines ersten Jahres als passionierter Lomograph.

Von: floriansimon

Vor ziemlich genau einem Jahr entdeckte ich in einem Wiener Museumsshop unzählige analoge lomographische Kameras und hatte ein heftiges Flashback. Ich konnte mich noch allzu gut daran erinnern, dass ich vor zehn Jahren – damals noch um Einiges jünger – unbedingt einen Actionsampler haben wollte. Natürlich musste ich mir sofort einen Actionsampler zulegen und auch gleich einen Film.
Ich weiß noch, als ich vor dem Regal tatsächlich überlegt habe, ob ich einen einzelnen Film oder die etwas günstigere Dreierpackung nehmen sollte…
Von meinen ersten Ergebnissen war ich allerdings nicht sehr überzeugt, da 30 der 36 Bilder hoffnungslos unterbelichtet waren, trotz 400 ASA…

Meine ersten lomographischen Ergebnisse

Kurz darauf fand ich in einem Kasten eine betagte Canon AE-1 sowie Dunkelkammerzubehör.
Als ich dann noch im Internet von Caffenol las, begann das Feuer in mir zu lodern.

Einer der ersten selbst entwickelten Filme.

Ich meldete mich schließlich auf lomography.com an und bestückte mein Home mit ein paar wenigen Bildern.
Umso größer war allerdings die Freude, als jemand bei einem meiner Bilder auf “Like” geklickt hat.

Hat als erstes Bild ein “Like” erhalten.

Je länger ich auf lomography.com Bilder angeschaut habe, desto deutlicher wurde mein Bedarf an einer LC-A, nicht zuletzt, da auch eine Reise nach San Francisco anstand. Lange Rede, kurzer Sinn: eine Woche später hielt ich den Schatz in meinen Händen und verschoss sofort den ersten Film.

Die ersten Ergebnisse mit der LC-A

Leider musste ich feststellen, dass meine über das Internet ersteigerte Kamera beim Automatikmodus Probleme hatte: Dieser Modus glich eher einem Bulbmodus. Wenigstens ist dieses russische Qualitätsprodukt aus 1991 so gebaut, dass ich es binnen kurzer Zeit geöffnet und die gebrochene Lötstelle repariert hatte.
Zeit für ein paar Frühlingsbilder aus Wien

Erster Cross-Film.

Und endlich hieß es “Auf nach San Francisco”…

Impressionen der Reise

Ziemlich großen Spaß bereitete mir auch der Wettbewerb mit dem Thema “Quentin Tarantino”…

Zugegebener Weise nichts für schwache Nerven

Nachdem ich mir – durch einige Piggies unterstützt – noch zwei weitere Kameras zugelegt hatte (Diana Mini und Fisheye 2), stand der nächsten Reise auch nichts mehr im Weg. Diesmal ging’s nach Cannes an die Côte d’Azur
(Ja, das Meer ist wirklich azurblau).

LC-A, Diana Mini, Fisheye 2 | X-Pro, schwarz/weiß, Redscale

Ich weiß zwar noch immer nicht, warum bei mir nie ein Hairy Harry angekommen ist, aber glücklicherweise ist die Lomographen-Gemeinde in Wien größer als bisher angenommen, sodass mir ein kleiner Affe in Obhut gegeben wurde. Frech wie er ist, hat er sich meine LC-A geschnappt und ist quer durch Österreich gezogen, um alle Hauptstädte der Bundesländer zu besichtigen.
Nach zwei Wochen kam er mit 9 unentwickelten Negativen zurück…

Haarige Tour durch Österreich. Best of.

Da bekanntlich alle Wege nach Rom führen, besuchte ich diese Stadt auch noch.
Ende September noch im Meer zu schwimmen hat einen besonderen Reiz, wenn zu Hause die Tage länger und das Wetter kälter wird. In Rom habe ich auch einen meiner Experimental-Filme verknipst.

Viele Steine, aber auch Meer.

In Wien gibt es seit dem Sommer immer wieder Treffen, und einmal besuchten wir sogar eine Dunkelkammer, um Filme selbst zu entwickeln. C-41 ist übrigens genauso einfach wie Schwarzweiß-Entwicklung.

Von: floriansimon

Bilder der verschiedenen Lomo-Treffen

Der Spinner 360° ist prädestiniert für Gruppenaufnahmen.

Polaroid? Bin dabei. Dank Impossible Project gibt es wieder Film für die Soforbildkameras.
Zwar ist der Film noch experimentell, die Ergebnisse unglaublich unvorhersehbar, aber gerade das macht ihn spannend für mich.

Von: floriansimon

Natürlich ging das Ende von Kodachrome auch nicht spurlos an mir vorüber.
Der Film hat mich schon vor mehreren Jahren fasziniert, als ich in einer Kiste bei meinen Großeltern den direkten Vergleich hatte:

Kodachrome: 1958, Ektachrome: 1962. Fairerweise muss man dazu sagen, dass der damalige Ektachrome-Prozess (E-3) noch nicht so ausgereift war wie der heutige (E-6).

Im Oktober habe ich vergeblich versucht, noch ein oder zwei Kodachrome-Filme zu bekommen.
Als kleinen Trost habe ich mir stattdessen ein T-Shirt erstellt und es in einem T-Shirt-Shop herstellen lassen.

Von: floriansimon

Anfang November bestellte ich mir dann doch noch ein paar Rollen relativ günstig über das Internet, doch es dauerte eine gefühlte Ewigkeit, bis der Film angekommen war und überhaupt verknipst, da sowohl das Wetter kaum mitspielte und ich äußerst zögerlich war, da es sich ja um einen besonderen Film handelte. Am 30. November verschickte ich dann die zwei Rollen nach Parsons, Kansas, an das letzte verbliebene Kodachrome-Labor.

Traurige aber wahre Geschichte

Am 21. Dezember kam dann das lang ersehnte E-Mail mit dem Inhalt, dass meine Dias zwar entwickelt waren, aber nicht bezahlt werden konnten, da es Probleme mit der Kreditkarte gegeben hatte.
Klar, sie war ja auch im Dezember abgelaufen… Und natürlich funktionierte Skype am 22. Dezember nicht, sodass ich das Labor auch nicht die neuen Daten mitteilen konnte. Am Tag darauf war ich schließlich erfolgreich und bekam ein Bestätigungsmail bezüglich Versand. Drei Wochen später war das Kuvert da.
Ich bin restlos begeistert von den Dias, besonders, wenn ich sie über einen Projektor anschaue.
Die Scans sind eher als Beweis- bzw. Beispielbilder gedacht und nicht als Darstellung der Brillanz und Farbtreue.

teilweise LC-A, teilweise Nikon F3, 100% Kodachrome

Schließlich konnte ich auch noch mein T-Shirt auf einem Dia festhalten.

Von: floriansimon

Jetzt, 2011 – rund 2000 Bilder später – kann ich sagen: 2010 war erst der Anfang. Zum Actionsampler sind 20 weitere Kameras dazugekommen und vor den Regalen überlege ich auch nicht mehr, ob ich die Dreierpackung an Filmen wirklich brauche.

Von: floriansimon

written by floriansimon on 2011-01-26 #lifestyle #film #35mm #dia #x-pro #reisen #kameras #2010

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6 Comments

  1. pulex
    pulex ·

    sehr schön!!! bin schon gespannt was 2011 bringen wird!!!

  2. zonderbar
    zonderbar ·

    toller Artikel! tolle Fotos! ich bin begeistert :)

  3. spoeker
    spoeker ·

    oh jaaa 2010 war ein ereignisreiches lomo-jahr :D

  4. caroni
    caroni ·

    seh schöner artikel und tolle bilder. viel spaß im neuen jahr. ;-)

  5. t0m7
    t0m7 ·

    das nenn ich mal einen gelungenen Artikel! Happy Lomoversary!

  6. lomo-graf
    lomo-graf ·

    Bravo Flo - ein toller Bericht einer tollen Zeit - da siehst mal wieder, wie die Lomographie den Alltag verändert ;-). Wünsch dir noch viele Jahre Spaß an der Lomographie! Danke auch, dass du bei uns im Forum so aktiv bist. Man sieht sich demnächst!
    Lomo-Graf
    www.lomoforum.de

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