Ein Jahr im Quadrat von Ben Galvin

Wie war dein Jahr 2010? Ich hoffe, es war voll von wunderschönen Farben und großartigen Bildern.
Genug um in ein quadratisches Foto zu passen und dabei auch noch gut auszusehen, so wie die Schnappschüsse von Ben Galvin.

Einige Monate zuvor hatte sich unser Lomo Amigo Christophe Dillinger mit uns zusammen getan um das neue Buch vom Square Magazine zu veröffentlichen. Hierfür bat er die gesamte Lomographische Community ihr letztes Jahr in Quadraten zu zeigen.
Eine Art Wettbewerb der sich streng nur auf Bilder bezieht die in dem Format gemacht wurden, mit dem wir so gut vertraut sind – dem Quadrat, an welchem jeweils eine Geschichte hängt, die der Fotograf zu erzählen hat.

Nach der zermürbenden Aufgabe sich alle Einsendungen anzusehen, wurden letztendlich 6 analoge Fotographen ausgewählt, einen davon wollen wir euch heute vorstellen: Ben Galvin.

Alle meine Freunde bekommen Kinder.
Ben Galvin

Kinder zu haben und mich damit mit noch mehr Menschen zu umgeben, war die am weiten entfernteste Vorstellung, die ich hätte haben können. Ich lebe in Madrid und muss diese Stadt mit mehr als 3 Millionen anderen teilen, von denen die meisten die erste Hälfte von 2010 damit verbrachten endlos in den Strassen zu feiern. Die Weltmeisterschaft, Gay Pride, die Osterwoche, die Liste von Festen ist lang…

Ich bin Engländer, ich bin verklemmt und ich mag es allein zu sein.
Also entriss ich meine Freundin ihrer familiären Festivitäten und floh mit ihr auf die Äußeren Hebriden.
Wir rannten auf einsamen Berggipfeln herum, tanzten hysterisch auf leeren Stränden und genossen es allein zu sein mit niemandem, der etwas von uns wollte.
Eine Welt ohne Menschen, genau das was ich mir gewünscht hatte.

Später im Jahr besuchte ich meine Mutter in meiner Heimatstadt.
Sie erzog neun Kinder, eine Tatsache, die mich schon immer erstaunte.
Wie hatte sie es nur ausgehalten, ständig umgeben von anderen? Wie konnte sie das durchmachen ohne verrückt zu werden?

Danach besuchte ich meine Freunde und ihre neuen Familien.
Ich begleitete sie überallhin und beobachtete ihre schreienden Babys, hyperaktiven Kleinkinder, das tagtägliche Windelwechseln, das Stillen und die Wutausbrüche. Ich verließ sie nach einer Woche und ich war mir sicher, dass sie mich um meine Freiheit beneideten zu kommen und zu gehen, wann ich es wollte.

Ich kehrte nach Madrid zurück, entwickelte meine Fotos und betrachtete sie… und ich begriff wie sehr ich mich die ganze Zeit geirrt hatte.

Ich will nicht allein sein.

written by fookshit on 2011-01-14 #lifestyle #gewinner #square-magazine #retrospektiv #jahr-im-quadrat
translated by sang-mi_79

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