My Analogue Life: Lomography und Massentauglichkeit

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Es passiert mit Filmen. Es passiert mit Mode. Es passiert immer mit Musik. Jetzt sieht es ganz so aus, als sei die analoge Fotografie bereit, ihren Platz in der Mainstream-Popkultur einzunehmen. Alle Indikatoren sprechen dafür: der jüngste Anstieg und die Ausbreitung der Marke, das Einhergehen des Analogen mit einflussreichen Stilikonen und Hollywood-Hipsters, und der gestiegene Bekanntheitsgrad von Kameras wie der LC-A, Diana und Holga. (Sogar meine Mutter wies darauf hin, dass die Holga als Weihnachtsgeschenk in einem kanadischen Magazin angepriesen wird, das, zugegeben, ziemlich muttihaft ist.)

Doch für diejenigen unter uns, die schon seit einer ganzen Weile Filme verschießen, ist die Vermainstreamung der analogen Fotografie gleichzeitig aufregend und unbehaglich. Aufregend deshalb, weil es großartig ist, zu sehen, dass so viele Leute experimentieren und die Erfahrung des ersten Rauschs machen, den man fühlt, wenn man weiß, dass man da über etwas wirklich, wirklich Gutes gestolpert ist.
Aber auch unbehaglich, wie es in der Mittelstufe war, als diese Britpop-Band, für deren Platten dein ganzes Babysitter-Geld draufging, plötzlich den großen Durchbruch schafft und auf einmal an der Spitze der Charts steht. Du magst ihre Musik noch immer, keine Frage, aber kannst du sie noch immer so sehr lieben, wenn jedes Kind die Kassetten deiner Lieblingsband im Walkman hat und so darüber spricht, als hätten sie die doch schon immer gehört?

Ja. Natürlich. Und vielleicht doch ein klein bisschen Nein. Das ist so eine persönliche Sache. Es ist nicht so einfach, etwas als populär zu bezeichnen, was mal einer viel kleineren Gruppe als Sell-Out bekannt war. Und obwohl analoge Fotografie – besonders die Benutzung abgelaufener Filme und verschiedener Entwicklungs-Techniken – nicht mehr länger als “underground” oder “alternativ” angesehen wird, kann sie trotzdem noch experimentell und neu sein – weil es darum geht, wie du selbst die Kameras und die Filme benutzt, was und wo du knipst und wie du dich selbst dazu bringst deine Arbeiten immer frisch zu halten.

Selbstverständlich wird es Menschen geben, die nur deshalb beginnen mit analogen Kameras zu fotografieren weil sie irgendwo gehört haben, dass das cool sei, aber diese Menschen werden in einem halben Jahr wieder etwas Neues gefunden haben und ihre Kameras werden bei eBay zum Verkauf stehen. Aber einige Anfänger, die ebenfalls gehört haben dass es cool sei, werden in den wunderlichen analogen Kaninchenbau fallen und umwerfende Bilder schaffen.
Ich glaube, wenn du es wirklich liebst, zeigt sich das in deinen Fotografien und deinem Stil.

Seit im letzten Jahrzehnt weltweit Menschen zusammengekommen sind um ihre persönlichen analogen Erfahrungen auf Lomography.com und anderen Online-Abnehmern auszustellen, hat sich eine einzigartige Schutzwirkung entwickelt. Es ist schwierig diesen Lebensstil, der sich leise in einer digital verstärkten DSLR-Welt entwickelt hat, nicht geheimhalten zu wollen und sich dem gegenüber nicht besitzergreifend zu fühlen. Mit der wachsenden Popularität des Analogen verhält es sich ein wenig so, als sei man die Langzeitfreundin, die sich, wann immer sie mit ihrem Freund vor die Tür geht, Tausenden flirtender Mädels gegenübersieht.

Jeder wird wohl seine eigene Reaktion auf die in den Mainstream sprudelnde analoge Wiedergeburt haben. Ich kann für mich sagen, dass ich niemals aufhören werde Filme zu verknipsen und mit miesen Kameras zu spielen – und ich werde mein Bestes geben nicht der besitzergreifende Freundinnen-Typ zu sein.

Wie fühlt ihr euch angesichts der wachsenden Popularität analoger Fotografie?
Teilt eure Gedanken mit mir!

Pamela Klaffke war früher Zeitungs- und Magazinjournalistin und arbeitet jetzt als Autorin und Fotografin.

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written by pamelaklaffke on 2011-01-10 #lifestyle #column #holga-cfn #adam-ant #pamela-klaffke #agfa-rsx-ii-200
translated by stadtpiratin

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2 Comments

  1. marv89
    marv89 ·

    Ich glaube grade die Leute die nicht wollen das der sogenannte "Mainstream" das analoge fotografieren anfängt sind diejenigen die das ganze nur machen um cool und hip zu wirken.
    Warum sonst sollte man damit ein problem haben ?
    Wenn das viele machen, ist es vllt nichtmehr so einzigartig, aber man fotografiert doch in erster Linie für sich selbst, für den Spaß dabei. Und wer das nicht tut... der soll es lassen.

    Ich bin dafür. Und wie im Text schon steht: Irgendwann ist der hype vorbei, und dann kann ich mir vllt endlich bei ebay günstig eine Lubitel schießen :D

  2. jiggyjigsaw
    jiggyjigsaw ·

    ...ob nun Mainstream oder Nische, entscheidend ist das Bild und dessen Seele...

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