Lackier deine Diana

Die meisten Dianas sehen alle gleich aus; schwarz mit türkis.
Man könnte einen der bunten Klone kaufen, aber selbst dann bekommt man ein Design, das sich jemand anderes ausgedacht hat, in Farben, denen man wahrscheinlich öfter begegnet. Ich aber wollte, dass meine Diana anders ist! Also suchte ich nach einer Möglichkeit, die Farben meiner Kamera zu ändern.
Ich beschloss, meine Diana in meiner Lieblingsfarbe anzusprühen: Lila! Hier zeige ich Schritt für Schritt, wie das geht.

Für eine ganz detaillierte Beschreibung, lest meinen Beitrag bei Instructable (englisch).

_ Anmerkung:_ Als ich die Bilder für die Beschreibung gemacht habe, hatte ich meine Diana schon mal Lila lackiert. Also wundere dich nicht, wenn du auf den Bildern Teile siehst, die schon lackiert oder auseinander gebaut sind.
Folge einfach den Anweisungen, und deine Kamera sollte genauso aussehen.
Ich musste meine ein zweites Mal lackieren, weil ich beim ersten Mal nicht aufgepasst habe und ein paar Stellen vergaß.

Materialien

  • Diana Kamera (die Methode funktioniert aber auch mit anderen Kameras)
  • 2 Dosen Sprühfarbe: eine für Plastik, eine in einer anderen Farbe (Ich habe Krylon Fusion für Plastik in Black Satin, und Rust-Oleum’s Painter’s Touch Ultra Cover in Lila benutzt).
  • ein kleiner Schraubendreher, ein 3/32" Kreuzschlitzschraubendreher funktioniert gut.
    Meiner ist aus einem Uhren-/Brillenreparaturset.
  • Skalpell.
  • Klebeband: Ich habe normalen Tesafilm und Malerkreppband benutzt, aber das blaue Maler-Klebeband wäre sogar noch besser.
  • eine saubere Arbeitsfläche
  • eine gut belüftete Fläche zum Lackieren

Schritt 1: Bau deine Kamera auseinander
Zum Glück lässt sich die Diana ziemlich einfach auseinander bauen.

1. Entferne das Objektiv. Leider habe ich das nicht zuerst getan, und hätte fast die Linse verkratzt. Also. Mach das zuerst. Schraub’ sie einfach ab.

2. Überklebe den Verschluss, damit keine Farbe, Staub oder ähnliches auf den Verschluss gelangt.

3. Gehe mit dem Skalpell vorsichtig unter die metallisch-glänzenden Aufkleber oben auf der Kamera. Auf dem einen in der Mitte steht “Diana F+”. Sei wirklich vorsichtig, wenn du die wieder verwenden möchtest! Ich persönlich mochte die nicht, also habe ich mir beim Entfernen nicht so viel Mühe gegeben :)

Abbildung A zeigt die Klinge unter der Kante des Aufklebers. Dadurch löst sich der Kleber, so dass der Aufkleber leichter abgeht. Abbildung B zeigt, wie ich den Aufkleber von der Kamera entferne.

4. Mach das selbe noch mal mit dem runden Aufkleber auf dem Transportrad.

Abbildung A zeigt, wie ich mit der Klinge einmal rund um die Kante des Aufklebers fahre. Abbildung B zeigt, wie ich den Aufkleber vorsichtig vom Transportrad hebe.

5. Jetzt kannst du zwei kleine Schrauben auf dem Transportrad sehen. Entferne sie mit einem 3/32" Kreuzschlitzschraubendreher. Ich habe die Schrauben in einen kleinen Plastikbeutel getan, damit ich sie nicht verliere.

6. Sobald du die Schrauben entfernt hast, hebe das Transportrad vorsichtig hoch. Damit löst du es vom Gehäuse. Keine Sorge, falls es nicht direkt ganz abgeht. Der nächste Schritt ist dabei behilflich.

7. Dreh’ die Kamera um, so dass der Boden oben ist. Stelle den Schalter auf “open” und entferne den Rücken der Kamera. Leg den Rücken und den Bildzähler bei Seite; wir brauchen sie für eine Weile nicht.

8. Sobald die Kamera offen ist, dreh’ sie so, dass du in den oberen Teil hinein sehen kannst.
Gutes Licht hilft! Ich habe in den Fotos markiert, wo die Schauben sitzen, die den oberen Teil der Kamera mit dem Unteren verbinden.

Auf der linken Seite gibt es zwei Schrauben in der Nähe der Mitte der Kamera.

Auf der rechten Seite gibt es auch zwei Schrauben, aber sie sind eher an der Außenseite der Kamera.

9. Entferne die Schrauben von der Unterseite des Deckels. Ich habe sie auch in einen Plastikbeutel getan; du kannst sie zusammen mit den beiden vom Transportrad aufbewahren, diese sind etwas KÜRZER als die vom Gehäuse.

10. Wenn die vier Schrauben entfernt sind, kannst du den Deckel vorsichtig von der Kamera lösen.
Sei behutsam; du möchtest nicht, dass er abbricht! Falls sich der untere Teil des Transportrads in Schritt 6 noch nicht gelöst hatte, kannst du ihn jetzt lösen. Ich habe dieses Teil auch in einem Plastikbeutel aufbewahrt.

11. Damit hast du erfolgreich den oberen Teil von der Kamera gelöst! Halte beide Teile griffbereit, wir brauchen sie gleich. Vergiss nicht: deine Kamera ist natürlich noch nicht Lila, so wie meine auf den Bildern. Deine ist wahrscheinlich immer noch türkis.

12. Nimm den oberen Teil der Kamera. Wenn du hinein schaust, siehst du zwei Linsen.
Wir entfernen die jetzt. Ich hatte keine Probleme bei der kleineren: Ich habe sie mit zwei Fingern gegriffen und aus der Schiene gezogen. Bewahre die Linsen an einem sicheren und sauberen Ort auf! Du möchstest nicht, dass sie verkratzen (meine arme Diana hat schon eine leicht verkratzte Linse vorne. Aww.)!

13. Versuche die größere Linse aus dem Rahmen zu ziehen. Dies war etwas schwieriger. Ich musste sie vorsichtig vom oben schieben, damit die sich löste. Weisst du noch, wo der “Diana F+”-Aufkleber oben auf dem Gehäuse war? Da ist ein kleiner Schlitz, durch den ich mit dem Schraubendreher GANZ LEICHT auf die Linse gedrückt habe. Danach lies sie sich einfach lösen.

In dem oberen Bild siehst du, wie ich die Linse entferne. Ich hatte sie beim ersten mal nicht entfernt, und das war fies! Ich musste die Farbe wieder von der Linse entfernen, das war ein Krampf.

14. Nimm den Kamera-Body. Du solltest ein paar Kabel sehen, die an der kleinen Box oben befestigt sind. Die sind für den Blitz. Du kannst sie einfach überkleben, damit sie nicht angemalt werden. Es ist wahrscheinlich nicht schlimm, wenn sie Farbe abbekommen, aber lieber kein Risiko eingehen. Ich habe Malerkrepp um sie drum rum und oben drüber geklebt.

Jetzt kannst du mit dem Teil beginnen, den ich am kniffeligsten fand: das Abkleben!

Schritt 2: Kleb’ alles ab!

1. Ich wollte, dass nur der Deckel und der obere Rahmen lila werden. Also habe ich Tesafilm rund um die Kamera herum geklebt. Ich hab es direkt unter den Rahmen gesetzt. Du kannst das genau umgekehrt machen, falls du den Body lackieren willst dun nicht den Rahmen. Überklebe dann einfach den Rahmen und lass den Body frei.

2. Danach habe ich den Body der Kamera mit Seidenpapier bedeckt, um die Farbe abzuhalten. Ich habe rund herum noch mal alles abgeklebt, damit das Seidenpapier an der richtigen Stelle bleibt. Dieser Vorgang hat eine ganze Weile gedauert.

Optionaler Extra-Schritt
3. Ich habe auch das Objektiv und den Bildzählrahmen hinten auf der Kamera lackiert. Ich habe das nicht fotografiert, aber wenn du das auch machen willst, pass auf dass du WIRKLICH die Linse des Objektivs und das rote Fenster des Rahmens abgedeckt hast. KEIN Glas oder Plastik sollte rausgucken!

Ich habe ein rundes Stück Pappe benutzt und es oben auf die Objektivabdeckung gelegt. Ich habe auch die Linse abeklebt. Nachdem ich die Grundierung aufgetragen habe, habe ich alles außer den oberen Ring am Objektiv abgedeckt, der einmal silbern war. Ich habe mit Malerkreppband einfach alles abgeklebt, bis nur noch der obere Teil herausschaute.

Für den Bildzähler habe ich drum herum alles abgeklebt und den Rest mit Seidenpapoer geschützt. Dann habe ich das rote Fensterchen und den Schieber gut bedeckt. Der Bildzähler hat keine Grundierung bekommen; ich habe sie direkt farbig lackiert, wie im nächsten Bild zu sehen ist.

**Übrigens hatte ich bereits den Kamera-Body mit der selben Farbe lackiert: Krylon Plastic Fusion Black Satin. Ich wollte das Objektiv ganz schwarz haben, wenn ich den Rest der Kamera lackiere.

Schritt 3: Lackier’ die Kamera!

1. Leg’ den oberen Teil der Kamera und den Body irgendwohin, wo du Platz und frische Luft hast, um alle Teile anzusprühen. Ich hatte nur einen alten Haustierkäfig draussen stehen und entschloss mich, darauf zu arbeiten. Draussen = sehr gut. Nichts in der Nähe, von dem man die Farbe im Zweifelsfall nicht mehr abbekommt = auch sehr gut.

2. Grundiere die Kamera mit der Plastik-Farbe. Die gibt es in vielen Farben, ich habe schwarz benutzt, aber für helle Farben könntest du auch weiß nehmen.

Diese Farbe als erste Schicht zu nehmen ist wichtig! Einige Farben brauchen keine Grundierung, aber um Sicher zu gehen, dass die zweite Schicht auf meiner Diana hält, entschloss ich mich eine Grundierung für Plastik zu benutzen. Denke daran, die Farbe weitreichend aufzutragen, und komme mit der Sprühdose nicht zu nah an die Kamera heran, dann sammelt sich die Farbe und es versaut alles. Geh einmal ganz um die Kamera herum.

Krylon’s Plastic Fusion Farbe braucht nicht lange zum Trocknen. Ich habe etwa eine Stunde gewartet. Dreh den oberen Teil um, so dass du hinein sehen kannst. Lackiere den inneren Teil ebenfalls, es sei denn, du möchtest dass das türkis durchscheint.

3. Nachdem die Grundierung durchgetrocknet ist, kannst du die zweite Farbe auftragen. Die erste Schicht muss ganz trocken sein! Wenn du nicht lange genug wartest, reisst die Farbe ein. Du solltest die Sprühdose vorher gut schütteln; Ich habe die Farbe erst an einem Stück des Käfigs getestet ehe ich die Kamera angesprüht habe.

Jetzt leg los! Und wie immer, pass auf, dass du mindestens 35cm von der Kamera entfernt bist, damit sich die Farbe gleichmäßig verteilt.

4. Warte bis die Farbe getrocknet ist. Ich habe über mehrere Tage hinweg immer mal wieder geprüft, ob die Schicht trocken ist, bevor ich die nächste aufgetragen habe.

Schritt 4: Reinigen und Zusammenbauen der Kamera!

1. Wenn du mit der Farbe der Kamera zufrieden bist und die Farbe ganz getrocknet ist, ist es an der Zeit, die Kamera wieder zusammen zu bauen. Hol deine Plastikbeutel mit den Schrauben und den anderen Einzelteilen der Kamera.

2. Entferne alles Klebeband, Seidenpapier etc. an der Kamera. Sei vorsichtig, wenn du das Klebeband entfernst; du willst nicht aus Versehen die Farbe beschädigen! Vergiss nicht, das Klebeband vom Objektiv zu entfernen.

3. Stecke die beiden Linsen zurück in den Sucher der Kamera. Pass dabei auf, dass nichts lose ist und dass beide in ihren Schienen sitzen.

4. Setze das Transportrad oben auf die Kamera. Es muss dabei so ausgerichtet werden, dass es auf den unteren Teil des Transportrades darunter passt. Nimm die beiden kleinsten Schrauben und dreh sie vorsichtig fest. Teste jetzt das Transportrad: Drehe es entgegen dem Uhrzeigersinn, es sollte leicht gehen und klicken. Es sollte aber auch nicht ZU leichtgängig sein.

5. Setze den oberen Teil zurück auf den Body. Dreh’ die Kamera um und Schraube beide Teile mit den übrigen vier Schrauben zusammen.

6. Deine Kamera sollte jetzt wieder zusammengebaut sein, abgesehen vom Rücken! Falls du den Rücken auch lackiert hast, entferne alles Klebeband, vergiss nicht das auf dem Bildzähl-Fenster. Setze den Rücken ein und verriegele ihn mit dem Schalter am Boden.

Jetzt bist du fertig! Du kannst jetzt deine neu lackierte Diana bewundern. (Ja, sie funktioniert, ohne Einschränkungen. ich scanne grade ein paar Negative als Beweis)

Ich bin immer noch nicht ganz fertig mit meiner Diana; Ich brauche neue Aufkleber für den Deckel, das Transportrad und den Objektivring. Ich werde die selbst machen, aber weil die Kamera auch ohne funktioniert, mache ich das später. Ich arbeite auch an einem neuen Gurt, denn den aus Plastik, der dabei war, mag ich nicht.

Ich habe das noch nicht mit meiner Holga probiert, aber ich denke es ist im Grunde gleich. Vielleicht versuche ich es irgendwann mit mehr Kameras. ;)

Falls du Fragen hast, melde dich ruhig bei mir! <3

written by batness on 2011-01-01 #gear #tutorials #tutorial #tipster #diana #diana-f #anleitung #modifikation #tipp #kamera #basteln #selbermachen
translated by scorpie

Thanks, Danke, Gracias

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