Die vergessene Yashica Diary

Vor ein paar Wochen diskutierte ich mit meinem Freund über Fotografie, und da er weiß, dass ich ein absoluter Analog-Geek bin, erwähnte er dass seine Großmutter ihm ein Paar alter analoger Kameras hinterlassen hatte. Ich was sofort Feuer und Flamme und fragte mich, ob ich sie sehen könnte – doch mein Freund war mir bereits einen Schritt voraus.

Er hatte schon eine ganze Weile darüber nachgedacht, die digitale Welt der Einsen und Nullen hinter sich zu lassen und die strahlend bunte Seite der Fotografie zu betreten, seit ich Lomographie vor einer Weile erwähnt hatte. Er dachte, ohne Erfahrung, ohne Film und ohne Geld, dass ich die beiden Kameras ja testen könnte, nur um sicherzugehen, dass alles gut funktioniert und so weiter.

Er zeigte mir die beiden Kameras. Eine Agfa Click-1 und die Yashica Diary.
Ich war auf beide sehr gespannt, aber besonders die Diary erregte meine Aufmerksamkeit mit ihrem auffälligen Pop-Up-Blitz und dieser 80er-Jahre japanische-Schwergewicht-Kamera-Qualität.
Die Diary ist eine 35mm-Sucher-Kamera, die in den späten 70ern und zum Großteil in den 80ern von Yashica hergestellt wurde. Praktischerweise kann die Yashica MF ein Datum auf die Bilder drucken (leider reicht das Datum nur bis 1999).
Es gibt einen automatischen Belichtungsmesser, also legt man nur den Film und ein oder zwei Batterien ein, stellt den ISO-Wert ein und legt los!

Für LCA-Leute ist das natürlich nichts Neues, aber meiner Meinung nach ist der Belichtungsmesser großartig, weil alle meine anderen Kameras vollkommen manuell sind.

Mein Freund und ich beschlossen also die Kameras draußen zu testen und gingen dafür zu einer verlassenen Fabrik etwas außerhalb von Göteburg, Schweden.
Ich lud einen Fuji T-64 in die Kamera und knipste einfach drauflos. Bei den meisten Bildern war es draußen sehr wolkig, aber ISO 64 schien sehr gut zu funktionieren.
Statt den automatischen Belichtungsmesser durch die Änderung des ISO-Wertes auszutricksen kann man auch einfach die Batterien rausnehmen und den Blitz aufklappen.
Was außerdem erwähnenswert ist: Die Bilder sind abfotografiert, daher sehen sie wohl etwas mehr abgeschlagen und Lo-Fi aus als sie wirklich sind. Nur ein klein wenig.

Die Qualität der Bilder ist sehr gut. Die 38mm Yashica Linse sorgt für wundervolle Farben, sie hat gute Kontrastwerte und ist irgendwie niemals unscharf, obwohl der Fokus manuell einzustellen ist!

written by cowboy on 2010-12-30 #gear #yashica #review #user-review #yashica-diary-35mm-light-meter-japan-compact-camera-fuji-t64-x-pro-tungsten
translated by stadtpiratin

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