My Analogue Life: Mit Medienüberflutung klarkommen

Als ich meine 15-jährige Karriere als Journalistin vor ein paar Jahren aufgab um Bücher zu schreiben und Bilder zu machen, passierte etwas Seltsames: Ich konnte wieder denken. Und all das – oder jedenfalls sehr viel – verdanke ich dem Mangel an Medienüberflutung.

Wie so viele verbrachte ich einen Großteil meines Lebens online.
Wenn ich nicht gerade nach Stories über neue Trends suchte oder darüber recherchierte, las ich Magazine, manchmal zwischen 50 und 75 in einem Monat, und mindestens drei Bücher pro Woche.
Und bevor ich damit komplett aufhörte war es mir nicht wirklich möglich meinen Fotografiestil und das Vertrauen in meine eigene Arbeit zu entwickeln.

Das hört sich vielleicht konraintuitiv an, ich meine, wie können wir unsere Arbeit denn beurteilen wenn wir nicht wissen, was auf diesem Gebiet sonst noch so da draußen vor sich geht?
Auf einer Kunsthochschule beispielsweise lernen die Studenten alles über die Geschichte und die maßgebenden Experten, und wenn diese Studenten dann den Sprung zum Fachmann machen, wird es quasi von ihnen erwartet mit den Trendsettern ihres Fachs mitzuhalten.
Doch hemmt eine solche Medienüberlastung die kreativen Prozesse vielleicht mehr, als sie zu fördern?

Für ganze anderthalb Jahre mied ich alle Magazine und Zeitungen und auch die meisten Bücher, und verbrachte nur sehr wenig Zeit online, nur zum E-Mails checken und vielleicht um ein paar Fotos hochzuladen. Und genau da stieg plötzlich meine Fantasie (jedenfalls auf die Art wie es vor langer Zeit mal gewesen war) auf einmal wieder an und erblühte neu.
Mein Kopf war frei von dem ganzen Wirrwarr und endlich war es mir möglich die Bilder, die ich vor meinem inneren Auge sah zu schaffen, ohne mich im Nachhinein zu fragen ob die überhaupt jemand mögen, mit wem man mich vergleichen oder was man überhaupt davon halten würde.

Man muss nicht im Medien-Business arbeiten um davon überfordert zu sein ohne es überhaupt zu merken, und ich glaube dass diese Informationsflut unser Selbstvertrauen manchmal wirklich lähmen kann und uns an unseren Vorstellungen zweifeln lässt.

Tatsächlich lese ich die letzten Tage das Occasional Magazine und verbringe wieder mehr Zeit online, aber ich bin mir der Beeinflussung meiner Arbeit durch die Medien dabei äußerst bewusst.
Und abgesehen davon durch meine Kollektion alter Zeitschriften zu blättern und von den Werken, die ich hier bei Lomography und auf Flickr finde, verschwende ich nicht mehr viele Gedanken daran was in der Welt der Fotografie im Allgemeinen so vor sich geht.
Manchmal ist es einfach besser das nicht zu wissen.

Wie sehr sind eure Bilder von den Medien um euch herum beeinflusst?
Teilt eure Gedanken und Bilder mit mir!

Pamela Klaffke war früher Zeitungs- und Magazinjournalistin und arbeitet jetzt als Autorin und Fotografin.

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written by pamelaklaffke on 2010-12-17 #lifestyle #interview #holga-cfn #pamela-klaffke #fcolumn #kodak-epl-160
translated by stadtpiratin

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