Der Südwestkirchhof Stahnsdorf

Paris hat den Père-Lachaise, Wien den Zentralfriedhof, Prag den Olsanské-Friedhof und Hamburg den Ohlsdorfer Friedhof. Aber wo betten sich in Berlin prominente Häupter zu Ihrer letzten Ruhe? Eine Spurensuche auf dem größten Berliner Friedhof, den kaum jemand kennt.

Ende des 19. Jahrhunderts wurde es eng in Berlin, die Bevölkerung hatte sich seit 1850 fast verzehnfacht und damit wurde nicht nur die Wohnfläche knapp, auch die innerstädtischen Friedhöfe platzen aus allen Nähten. So entstand der Plan für mehrere Großfriedhöfe vor den Toren der Stadt. Umgesetzt wurde davon nur der Südwestkirchhof Stahnsdorf, welcher 1906 eröffnet wurde. 1913 bekam der Friedhof einen eigenen S-Bahnanschluss und entwickelte sich über die Jahre wegen seiner besonderen landschaftlichen Gestaltung auch zu einem beliebten Ausflugsziel der Berliner.

Mit dem Bau der Mauer 1961 war die Karriere von Berlins Zentralfriedhof jedoch jäh beendet, da das Gelände im Grenzbereich lag. Der Besuch von der Westhälfte der Stadt war nur noch mit Sondergenehmigung möglich, die Bahnverbindung wurde eingestellt, der Friedhof nur noch eingeschränkt bewirtschaftet und die Natur holte sich den Großteil des Areals wieder zurück.

Und so fasziniert der Friedhof heute weniger durch imposante Grabstätten, auch Gräber von Popstars, Stars und Sternchen sucht man hier vergeblich. Die Liste der hier ruhenden Prominenz ist zwar imposant aber auch schon ein wenig angestaubt: Theodor Fontane, Lovis Corinth, Walter Gropius, Friedrich Wilhelm Murnau, Werner von Siemens und Heinrich Zille (um nur einige zu nennen). Nein, was den Friedhof so einzigartig macht ist die besondere Verflechtung von Natur und Grabstätten. In weiten Teilen hat man das Gefühl durch einen verwunschenen Märchenwald zu wandeln in dem man hier und da auf die Überreste einer vergangenen Kultur stößt. Ansonsten bestimmen knorrige alte Bäume, lichte Haine, riesige Rhododendronbüsche, Farne, weicher Moosboden und ab und an Lichtungen mit von Efeu überwucherten Brunnen das Bild. Kurz, zu jeder Jahreszeit eine wahre Freude für des Fotografen Okular.

Anfahrt: mit der S-Bahn bis Berlin Zehlendorf und dann mit dem Bus 623 bis Haltestelle Bahnhofstraße. Wer es sportlich möchte kann ab S-Bahnhof Zehlendorf auch mit dem Rad fahren.

Tip: Die schönsten Gräber befinden sich im Bereich nördlich des Haupteingangs und rund um die Kapelle, die an norwegische Stabholzkirchen erinnert. Im südlichen Teil erstreckt sich der heute wieder aktiv genutzte Teil und am westlichen Ende gibt es einen italienischen und einen englischen Soldatenfriedhof. Wer sich seines Orientierungssinns nicht ganz so sicher ist, kann am Eingang ein Faltblatt mit Plan erstehen. Hier sind auch alle wichtigen Grabstätten eingezeichnet.

Öffnungszeiten:
April-September: tägl. 7.00 – 20.00 Uhr
Oktober – März: tägl. 8.00 – 17.00 Uhr

Weitere Informationen auf der Internetseite des Friedhofs

written by fruchtzwerg_hh on 2010-11-15 #places #location #bcg #berlin-friedhof-deutschland-graber-cemetery-tomb-grave-lomo-lc-a-35mm-x-pro-cross-redscale #sehenswurdigkeit

Kickstarter

Bringing an iconic aesthetic to square format instant photography, the Diana Instant Square fills frames with strong, saturated colors and rich, moody vignetting. Built to let your inspiration run wild, our latest innovation features a Multiple Exposure Mode, a Bulb Mode for long exposures, a hot shoe adapter and so much more! It’s even compatible with all of the lenses created for the Diana F+ so that you can shake up your perspective anytime, anywhere. No two shots will ever be the same. Back us on Kickstarter now!

More Interesting Articles