My Analogue Life: Das High Concept

Ich bin eher kein Schnappschuss-Mensch. Natürlich mache ich sie trotzdem: von Freunden, die Spaß haben, von schönen Landschaften und seltsamen Schildern. Aber was ich wirklich mag, sind Konzepte. Ich mag große, unhandliche, mit denen ich erst um die Kontrolle ringen muss, bevor ein einziges Bild gemacht werden kann. Und ich mag kleine, sechs-und-weniger-Aufnahmen-Deals, in denen alles was ich sagen will in einer Handvoll Bilder kommuniziert werden kann.

Eine Serie zu knipsen, zählt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen. Ich liebe es, darüber nachzudenken, Strategien zu erarbeiten, die Requisiten und Kostüme zu sammeln und zu entscheiden, mit welcher Kamera und welchem Film ich arbeite. Manchmal ist eine Serie fortlaufend und das Konzept umfassend, wie beispielsweise beim Thema “Portraits” oder “Prärie”. Aber in den meisten Fällen sind die Ideen schon eingegrenzt und spezifisch, wie in der Folge, die ich mit Kindern mit Tier-Masken gemacht habe, die unheimliche “Ladies Of The Balaclava”-Reihe oder die “Miniatures”-Serie von surrealistischen Fotografien mit kleinen Schleich-Spielzeugtieren, denen Sechziger- und Siebziger-Hintergründe entgegengesetzt waren.

Sobald ich die Idee für eine Reihe im Kopf habe, gibt es kein Zurück bis sie durchgeführt ist. Und obwohl ich die Aufnahmen so klar vor meinem inneren Auge sehe, enden sie doch immer anders als ich sie mir erst vorgestellt habe. Ich habe gelernt, dass es trotz aller Planung immer Überraschungen geben wird und dass es auch immer Raum für Spontanität gibt. Außerdem lernte ich, dass nicht jede Serie funktioniert oder dass mich etwas, von dem ich dachte, es würde mindestens 12 Aufnahmen hergeben, nach sechs Bildern schon langweilt.
Ich habe herausgefunden, dass Serien der Katalysator für alle Arten unerwarteter Lektionen sind.

Ideen können überall her kommen: ein Wort, eine Requisite, eine Person, ein Traum.
Es gibt immer eine Geschichte, und wie es so schön klischeehaft heißt, hat auch jeder eine, selbst wenn es eine unsinnige ist, die nur in deinem Kopf existiert. Die größte Herausforderung einer Reihe ist es, die Story ohne Worte zu kommunizieren. Der Lohn ist nicht die mögliche Aufmerksamkeit, sondern das Gefühl von Erfüllung, wenn man die individuellen Bilder, die diese Serie ausmachen, ausgedruckt und in Reihe vor sich sieht.

Eine solche Abfolge anzugehen, ist ein großartiger nächster Schritt für diejenigen, die des ewig immergleichen Geknipses müde sind und den Einsatz erhöhen, ihre Vorstellungskraft wieder in Gang bringen wollen und sich auf den Spaß konzentrieren wollen, den es bringt, eine zusammenhängende Bilderserie zu erschaffen. Statt eure Sicht einzuschränken, sind die Parameter, die ihr für eure Reihe setzt, seltsamerweise viel mehr befreiend, weil sie euren Blick oftmals aus seinem gewohnten Bereich zerren und alle Arten von kreativem Fluss veranlassen.

Wenn ein einziges Bild mehr als tausend Worte sagt, überlegt euch nur was vier, sechs oder zehn Bilder ergeben.

Habt ihr schonmal eine Serie geschossen oder plant ihr gerade eine?
Teilt eure Geschichten und Bilder mit mir!

Pamela Klaffke war früher Zeitungs- und Magazinjournalistin und arbeitet jetzt als Autorin und Fotografin.

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written by pamelaklaffke on 2010-11-15 #lifestyle #bear #agfa-vista-400 #pentax-k-1000 #pamela-klaffke
translated by stadtpiratin

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