My Analogue Life: Lernen, die Grenzen zu lieben

Ich habe mir den Arm gebrochen. An einem Sonntagmorgen bin ich im Wohnzimmer hingefallen.
Die Schuldigen? Rutschige Socken auf Parkettboden. Der Bruch ist nicht so schlimm und zum Glück ist es mein linker Arm und nicht mein rechter.
Aber gebrochene Knochen oder nicht, das Leben geht weiter, die Arbeit geht weiter, wenn auch mit einigen notwendigen Änderungen.

Als ich so die letzte Woche mit meinem Arm in einer Schlinge verbrachte, habe ich über Grenzen nachgedacht und darüber, dass sie gar nicht so schlecht sind. Tatsächlich sind Grenzen und eine freie Struktur oftmals der Katalysator, der neue und kreative Arbeit hervorbringt. Das mag für euch erstmal bedrückend klingen und überhaupt keinen Sinn machen, ich weiß. Aber Grenzen, egal ob selbstgesetzte oder durch Umstände auferlegte, könnten – und können – uns bei der Stange halten. Grenzen zwingen uns umzudenken und die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

Ein gebrochener Arm bedeutet, dass ich meine Kamera nicht mehr mit beiden Händen halten kann und das weiterdrehen des Films in meinen Holgas zu frustrierend ist, um sich damit aufzuhalten.
Stattdessen bin ich dazu übergegangen, meine superleichten Spielzeugkameras wie die Vivitar Ultra Wide und Slim zu benutzen. Auch auf mein Versteck mit Vivitar IC101 Panorama-Kameras, die ich immer in Gebrauchtwarenläden kaufe, weil ihre Lebenserwartung nicht besonders lang ist, habe ich wieder zurückgegriffen.
Die Situation hat mich dazu gezwungen, die Serie, an der ich arbeite, zu überdenken und statt mit meiner zuverlässigen Holga CFN zu knipsen werde ich nun die Vivitar Panorama-Kamera heranziehen. Natürlich, es geht ums Portraitieren, aber wer sagt denn, dass man keine Panorama-Bilder von Menschen machen kann? Die Testsfotos, die ich gemacht habe, sehen großartig aus und ich kann sagen, dass ich den Stil, den ich damit erhalte, sogar bevorzuge. Es ist überraschend und originell. Es hat mich aus meiner Komfortzone herausgerissen und ich mag es.

Einschränkungen sind immer auch Herausforderung, die uns in ganz neue Gebiete bringen, die wir sonst niemals erschlossen hätten. Meiner Erfahrung nach ist es eines der schlimsten Dinge, zu hören:
“Tu was immer du willst.” Wenn sich jemand zu dieser Äußerung hinreißen lässt, bekommt er im Endeffekt meistens nur mehr von genau dem, was er sowieso ständig fotografiert. Das mag Hochzeits- oder Werbekunden zwar zufriedenstellen, darüber hinaus ist es aber nicht besonders erfüllend. Während die Logik dir diktiert, dass diese Freiheit alle Arten kreativen Denkens anspricht, ist es in Wirklichkeit das Setzen von Grenzen (aber nicht zu viele!), das die Fantasie anregt.

Pamela Klaffke war früher Zeitungs- und Magazin-Journalistin, die heute als Autorin und Fotografin arbeitet.

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written by cruzron on 2010-11-03 #lifestyle #highway #fuji-sensia-100 #vivitar-ic101 #pamela-klaffe
translated by stadtpiratin

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