Anonyme Schnappschüsse im Halbformat

Die meisten Leute nehmen bei Halbformatkameras die Abzüge in der Form des Diptychons als gegeben.
In diesem Beitrag beschreibt Mark Sullo, wie er diese unbeabsichtigten Diptychons, die zwei einzelne Bilder als ein dynamisches Paar zusammenfassen, entdeckte und durch einen glücklichen Zufall fand.

Im letzten Jahr habe ich mein Interesse am Sammeln (und jetzt auch am Handel) von alten Fotografien – Schnappschüssen, zeitgenössischen, anonymen oder gefundenen Fotografien – wiederentdeckt.
Die meisten Sammler spezialisieren sich natürlich auf bestimmte Themen, und ein Aspekt meiner eigenen Suche wurden die von Halbformatkameras.
Mir wurde schnell klar, dass meine eigene Verwendung einer Halbformatkamera mein Auge zu ihnen lenkte. Jeder Fotograf, der gewohnt ist mit Kontaktabzügen zu arbeiten – inzwischen mehr und mehr eine Rarität – war unabwendbar schon in der Situation mit der Nebeneinanderstellung zweier Bilder auf einer Seite arbeiten zu müssen.
Nicht gerade wenige „Kunst“-Fotografen benutzen eine Olympus Pen Kamera, die aus den 1960er Jahren stammt und doppelt so viele Fotos auf einem Film erlaubt, um Diptychons zu erstellen…
Die wurden dann einfach in der Dunkellkammer erstellt, indem die ganze Öffnung eines 35mm Negativträgers benutzt wurde, inklusive der äußeren Kanten des Films.
Diese Praxis passte gut zur Disziplin des Sequenzen-bildens, einem der essentiellen Elemente des visuellen Denkens, dass in vielen Fotografie-Kursen angeboten wird…
Die Halbformatkamera wurde so zur Quelle des „Happy Accident“, des glücklichen Zufalls, der zwei Bilder in einer unbeabsichtigten Komposition verbindet.
Diese sind oft viel interessanter und reizender als absichtliche Versuche, Bilder zu Paaren zusammen zu bringen.

Ich glaube es wurde mir erst viel später bewusst, dass unzählige Beispiele dieser Diptychons automatisch in Fotolaboren erstellt wurden, zusammen mit Millionen anderer Schnappschüsse.
Die meisten Labore haben sich nie auf diesen Formatwechsel eingerichtet.
Die Fotos kamen mit zwei Bildern pro Abzug zurück und vielleicht schnitten die meisten Leute sie einfach auseinander… oder brachten das bevorzugte Bild zurück zum Labor um es vergrößern zu lassen.
Meine Aufmerksamkeit fiel auf diese zufälligen Paare unter den vielen flüchtigen Juwelen der anonymen Bilder, die es sich beim Sammeln alter Fotografien zu finden lohnt.
Wie ich in meinem Blog schon in früheren Beiträgen schrieb, macht das Zufällige und Unabsichtliche oft den Anreiz beim Sammeln von Fotos aus.
Viele Amateurfotografen waren sich jedoch voll bewusst über ihre ungewöhnliche und künstlerische Herangehensweise, die sie mit ihrem Hobby Fotografie erschufen.
Mich fasziniert, wenn es schwer ist zu sagen, ob sich der Fotograf überhaupt über die visuelle Wirkung seiner Bilder bewusst war.
Die meisten Sammler alter Fotografien, besonders von Schnappschüssen, würden wahrscheinlich zustimmen, dass diese Trennlinie so schwammig sein kann, dass alles, was am Ende zählt, die Schönheit des Bildes selbst ist.

Ich freue mich besonders über die Entdeckung von diesen unbeabsichtigen Diptychons, die zwei Einzelbilder als ein dynamisches Paar zusammenbringen, während ich mich daran erinnere, wie ich solche auf dem Kontaktbogen aus einer Halbformatkamera gefunden habe oder absichtlich zu kreieren versuchte. Das hat mir auch zu der Erkenntnis verholfen, dass die Befriedigung der Suche nach solchen „Juwelen“ mit dem Streben meiner eigenen künstlerischen Fotografie konkurriert und sie sogar übertrifft… hauptsächlich durch den Charme eines Bildes auf Papier mit einer Qualität, die vorsätzlich nie übertroffen werden könnte. Die Tatsache, dass das Reich der Papierbilder, das sich über die letzten 150 Jahre konstant gewandelt hat, in der Zukunft kein erkennbares Equivalent haben wird, spornt nur noch mehr an…

Dieser Essay wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Mark Sullo, der sich schon sein Leben lang für kreative Fotografie und ihre Geschichte interessiert, und in den letzten Jahren seine eigenen Fotografien und Collagen ausstellte.
Vor kurzem kehrte sein Interesse an der anonymen Fotografie zurück.
Für weitere Informationen über Mark besucht seine Webpage, sein
Fotografie-Blog, folgt ihm bei Twitter oder besucht seinen Shop mit alten Fotografien.

Eine tolle Liste von Halbformatkameras findet sich hier

Dieser Artikel erschien im Orginal in einem Blog über alte Fotografien und Sammlersücke, houseofmirthphotos.blogspot.com

written by cruzron on 2010-12-22 #lifestyle #halbformat #schnappschuss #analogue-lifestyle #antike-fotos #sammler #sammlung
translated by scorpie

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