The Hell With Perfection — Freedom for Photography!

Zero 612B – Ich bin stolz auf Holz.

Ja ja Lochkameras haben schon einen speziellen Charme.
Einfach zu bedienen, zumindest theoretisch und Ergebnisse die eigentlich immer überraschend sind.

Ich wollte schon immer eine Lochkamera haben, dass es dann gerade diese ja doch recht edle Kamera geworden ist, liegt aber hauptsächlich an ihrer Multifunktionalität.
Der Preis ist nicht unbedingt der billigste (ca. 230 Euro) dafür bekommt man aber eben echte Handwerkskunst aus Hong Kong geliefert.
Sie kommt so schön daher dass man anfangs sogar jeden Fingerabdruck wegpoliert bevor man sie wieder ins Regal stellt, dort gehört dieses Prachtding aber sowieso nicht hin.
In freier Wildbahn fühlt sie sich pudelwohl. Sie ist zwar nicht die kleinste, aber Schnappschüsse sind ja sowieso nicht ihr Metier, obwohl dies mit passendem Film schon möglich ist!
Sie liebt es entspannt, 5 bis 10 Sekunden in der Sonne zu liegen und ihre Arbeit in Ruhe erledigen zu können. Sie ist eben eine echte Genießerkamera für Genießerfotografen.
Vor dem Laden des Films steht man vor der tollen Möglichkeit zwischen den Aufnahmeformaten 6×4,5 (90 Grad Aufnahmewinkel), 6×6 (98), 6×7 (103), 6×9 (112) und 6×12 (124) zu wählen.
Je nach Aufnahmemodus verändert sich also nicht nur das Format sondern auch der Aufnahmewinkel! Gefüttert wird die Kamera normalerweise mit Rollfilm. Hat man sich für ein Aufnahmeformat entschlossen kann es auch schon los gehen. Am besten man benutzt einen Belichtungsmesser oder eine Digitalkamera, die einem die Belichtungszeit und die Blende zeigen kann.
Dann rechnet man sich die Belichtungszeit für Lochkamera um. Die Zero Pinhole hat eine Blende von 156. Auf der Rückseite der Kamera befindet sich eine sehr praktische Wählscheibe, auf der man die gemessenen Werte, also Blende und Belichtungszeit einstellen kann, dann braucht man nur noch zu schauen, welche Belichtungszeit bei Blende 156 vorgeschlagen wird.
Wem das zu technisch ist, der kann sich auf die Bedienungsanleitung verlassen, die für die üblichen Lichtstimmungen Belichtungsvorschläge bietet.
Ich persönlich verwende die Kamera am liebsten im 6×12 Format, da gehen sich zwar nur 5 Bilder aus dafür bekommt man aber auch am meisten geboten.

Die Verwendung eines Statives ist oft von Vorteil, es gehen aber auch Freihand Fotos ohne Probleme.
An einem sonnigen Tag kommt man oft mit nur einer Sekunde Belichtungszeit aus und das bei einem Film mit nur 100 Iso. Mehrfachbelichtungen sind natürlich auch kein Problem, man muss nur aufpassen dass man das schon vorher weiß, hat man nämlich den Film bereits weitergespult, kann man den Film nicht mehr zurückdrehen.
Man kann den Film nur in eine Richtung transportieren, dadurch bleibt der Film in der Kamera immer schön gespannt. Wer sein Motiv nicht ganz dem Zufall überlassen möchte kann auf die mitgelieferte Formatmaske zurückgreifen, die für jedes Format eine passende Vorschau bietet.
Wie gesagt die Kamera ist nicht die billigste, dafür bekommt man aber auch keine Programmautomatik, keine Blendenautomatik, keinen Blitz, es ist kein Akku dabei, der Sucher fehlt, ein Display sucht man auch vergeblich…
Für sein Geld kriegt man auf jeden Fall das alles inklusive, toll nicht!

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written by co on 2010-06-19 #gear #pinhole #review #rollfilm #slow #camera-obscura #mittelformat #lochkamera #kamera-review #zero-612b

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