Welcome to Neon Town!

Schmetterlinge in der Luft und strahlend blauer Himmel – es schien so, als könnte nichts mehr schief gehen, als du mit deiner Kamera das Haus verlassen hast. Aber schon nach den ersten Bildern kommt der Regen, und du ziehst dich wieder in deine dunkle Höhle zurück. Und was wird jetzt aus dem Photoshoot? Mach doch ein paar Neon-Lichter an! Alles, was du wissen musst, findest du in diesem Tipster!

von j_robert

Hier ist eine Sammlung von Tipps, die ich für Lomografen zusammengestellt habe, die sich für Low-Light-Fotografie, künstliche Lichtquellen, Langzeitbelichtungen und Light Painting interessieren.

Die Sonne ist oft der beste Freund des Lomografen. Sie kann deine Motive dynamisch ausleuchten und dich mit den fantastischsten Lens-Flares versorgen, die du dir nur vorstellen kannst. Trotzdem ist es nur natürlich, dass man als Lomograf irgendwann auch die Nacht entdecken will. Leute wie kylethefrench haben damit schon viele Erfahrungen gesammelt und mit LEDs, Schwarzlicht und Blitzen Licht ins Dunkel gebracht. Ich habe auch selbst experimentiert und hier ein paar Tipps gesammelt, die euch hoffentlich dazu ermutingen eure Lieblingskamera auch lange nach Sonnenuntergang nicht zu vernachlässigen.

Mach’ langsam
Fangen wir mit den Grundlagen an: Die Filmempfindlichkeit ist sehr wichtig beim Fotografieren mit wenig Licht. Es ist auch wichtig, hier nicht überzukompensieren. Der empfindlichste Film, den ich benutze, hatte 400 ISO. Wenn du einen Blitz benutzt, ist 400 ISO wahrscheinlich genug, aber vergiss nicht, dass Farbfilter die Lichtmenge verringern. Ein weniger empfindlicher Film hat ein weniger sichtbares Korn und hilft dir bei langen Belichtungszeiten Überbelichtungen zu vermeiden. Für meine neusten Experimente habe ich den Fuji Sensia 200 ISO mit einer Lomography Diana Mini und den Fuji Superia Reala 100 ISO mit einer Pentax K-1000 benutzt. Diese Filme sind flexibel und bieten oft tolle Farben. Behalte während des Fotografierens die Fimempfindlichkeit – und die damit Verbundenen Einschränkungen und Möglichkeiten – im Hinterkopf, aber lass dich nicht vom Experimentieren abhalten.

Her mit den Accessoires
Ich kann eine Reihe an Werkzeugen empfehlen, die günstig zu haben sind und deine Low-Light-Lomos elektrisieren werden. Ein Stativ ist sehr hilfreich und ermöglicht scharfe Bilder trotz langer Belichtungszeiten. Falls du kein Stativ hast, stell’ die Kamera auf einer ebenen Fläche ab. Ein Fernauslöser ist unglaublich praktisch. Der von der LG verfügt über einen Feststellmechanismus, damit gehen Langzeitbelichtungen fast von selbst. Du musst nur die Kamera auf “B” stellen, den Kabelauslöser drücken und feststellen, und schon kann die Action vor der Linse losgehen.
Bunte Lichter und LEDs sind meine liebsten Accesoires. Ich habe eine LED-Taschenlampe mit drei Farbfiltern und eine Schwarzlichtlampe für jeweils unter $10 auftreiben können. Diese Lichtquellen sind aber nicht die einzigen Optionen: versuch’s mal mit Diskokugeln, Spiegeln oder Stroboskoplicht. Auch Fernsehbildschirme und andere elektronische Geräte haben ihr eigenes Licht. Die Diana F+ Flash ist ein super Werkzeug. Du kannst nicht nur mehrere Lichter und “Geister” in deinen Bildern platzieren, der Blitz eignet sich auch als rotes Licht zum Malen sobald er geladen ist.
Ich liebe die gesättigten Farben und die psychedelischen Effekte, die mit diesen Werkzeugen erreicht werden können.

Sei experimentierfreudig
Wo du jetzt für nächtliche Exkursionen ausgerüstet bist, bleib’ offen für neue kreative Wege. Nicht jedes Foto wird ein Erfolg, aber aus den Fehlern kannst du lernen. Bei meinen Experimenten habe ich mich auf gesättigte Farben, Schwarzlicht und Lichtbewegungen konzentriert, während kylethefrench sich oft mit gefühlvollen Motiven, Kamera-Modifikationen, Humor und bildlichen Light-Paintings beschäftigt.
Überrede deine Freunde mitzumachen, oder leg’ alleine los!

Gib auf die Blendeneinstellung acht
Als ich mit der Diana Mini fotografierte, wusste ich, dass die Belichtungszeiten ziemlich lang werden würden, aber ich hatte nicht die Möglichkeit eine kleinere Blende zu benutzen. Ich habe deswegen versucht, mich zu beeilen, und vermieden mehr als einen Blitz pro Foto einzusetzen. Obwohl die Diana Mini recht simpel ist, liefern ihr Weitwinkelobjektiv und die Möglichkeit Halbformate aufzunehmen interessante Effekte. Wenn dir aber mehr nach einer fortgeschritteneren, technischen Herangehensweise ist, beachte die Blende. Hochwertigere analoge Kameras bieten oft die Möglichkeit, die Blende einzustellen. Ich habe das an meiner Lieblingskamera ausprobiert, der alten Pentax K-1000 meines Großvaters. Mit dieser Kamera habe ich die meisten meiner Lichtmalereien aufgenommen, bei einer Blende von F8 oder F11, ein paar auch bei F16 (die Öffnung der Blende wird kleiner bei höheren Zahlen – bei F8 gelangt halb so viel Licht auf den Film wie bei F5,6). Bei kleiner Blendenöffnung werden Bilder scharf mit einer größeren Schärfentiefe. Allerdings trifft dabei weniger Licht auf den Film, wodurch längere Belichtungszeiten nötig werden. Bei einer kleinen Blendenöffnung verwandeln sich Lichtquellen manchmal in kleine Sterne. Eine große Blendenöffung hat auch ihre Vorteile. Mit einem kleinen Schärfenbereich kann man weiche, abstrakte Bilder produzieren und manchmal sogar auf das Stativ verzichten.

Push it!
Das ist mein letzter Tipp… Wenn dein ganzer Film voller Low-Light-Fotografie ist, und du sicher gehen möchtest, dass die Bilder deine Erfahrungen wiederspiegeln, denke darüber nach den Film pushen zu lassen. Dieser Schritt bei der Filmentwicklung passt zur Wahl eines unempfindlicheren Filmes, wie meinem Sensia 200 und Reala 100. Dazu solltest du dafür sorgen, dass alle Bilder eher etwas unterbelichtet sind, denn das Pushen kann oft dazu führen, dass die Lichter ausbrechen. Pushen erhöht den Kontrast und die Farbsättigung der Fotos. Dieser Entwicklungs-Sonderwunsch kann manchmal etwas den Geldbeutel belasten, aber wird von den meisten Laboren angeboten. Wenn du jetzt neugierig bist und deine Lomos auf den nächsten Level bringen willst: give it a push!

Die Bilder in der Galerie sind mit 100 und 200-ISO-Filmen fotografiert, die dann bei der Entwicklung je eine Stufe gepusht worden sind.

Das war meine Liste mit Low-Light Lomo Tipps. Ich hoffe, ihr findet sie nützlich, und ich würde mich freuen, mehr nächtliche Erkundungen hier bei der LG zu sehen. Viel Spass beim Spielen im Dunklen!

written by scapegoat on 2010-06-03 #gear #tutorials #light-painting #tipster #low-light #led #blitz #pentax-k-1000 #langzeitbelichtung #pushen #diana-mini #taschenlampe #schwarzlicht
translated by scorpie

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