Ricoh 500 G – Eine Kamera mit Ambitionen zum Designklassiker

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Die Ricoh 500 G ist eine handliche 35mm Kamera, die 1972 vom japanischen Hersteller Ricoh auf den Markt gebracht wurde.
Lest hier, was ich so sehr an ihr liebe.

Die Ricoh 500 G ist eine handliche 35mm Kamera, die 1972 vom japanischen Hersteller Ricoh auf den Markt gebracht wurde.

Die Kamera besteht aus einem stabilen Stahlgehäuse und ist mit einer Rikenon Linse mit einer Brennweite von f=40 ausgestattet. Um die Linse herum laufen 3 drehbare Einstellringe. Derjenige, der am nächsten an der Kamera sitzt, stellt die Blendenöffnung ein. Hier kannst du von einer maximalen Öffnung von 2,8 bis zu einer Blendenzahl von 16 aus insgesamt sechs Stufen wählen. Außerdem gibt es noch die Einstellung “A”. Das “A” steht für Blendenautomatik. Das heißt, dass die Kamera in diesem Modus automatisch die richtige Blendenöffnung zu der von dir eingestellten Zeit wählt. Die Belichtungszeit stellt man am Mittleren der drei Ringe ein. Die Auswahl reicht von 1/8s bis zu 1/500s. Zusätzlich gibt es noch den Bulb Modus für extreme Langzeitbelichtungen. Der äußere dritte Ring dient naürlich zum Scharfstellen deines Motives. Es lassen sich Entfernungen von 0.9m bis ∞ einstellen. Die Skala weist sowohl Angaben in Meter als auch in Fuß auf.

Auf der Vorderseite rund um das Linsenglas befindet sich tatsächlich noch ein vierter Ring, mit dem sich die Filmempfindlichkeit einstellen lässt. Die Auswahl reicht von 25 asa bis 800 asa.

Links neben der Linse ist ein kleiner Hebel angebracht. Mit ihm lässt sich ein mechanischer Selbstauslöser einstellen. Vom Abdrücken bis zum Auslösen lässt einem die Kamera 7 Sekunden lang Zeit.

Auf der Oberseite der Kamera befindet sich ein angenehm großer abgerundeter Auslöser aus Stahl, der sogar einen Kabelauslöser aufnehmen kann. Der aus dem Lomoshop funktioniert zum Beispiel einwandfrei. Daneben befindet sich ein sehr schöner Filmtransporthebel, ein Blitzschuh, der Rückspulknopf (ebenfalls alles aus Metall) und ein Bildzählfenster.

Im Sucherfenster befindet sich auf der rechten Seite eine Skala auf der eine kleine Nadel die passende Blende zu der eingestellten Belichtungszeit bei den derzeitigen Lichtverhältnissen anzeigt. Diese praktische Funktion erfordert allerdings eine eingelegte Knopfbatterie, da der Lichtmesser mit Strom versorgt werden muss.


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Als ich meine Ricoh 500 G geschenkt bekommen habe, hatte sie die vergangenen Jahre in irgendeinem Schrank gelegen und wahrscheinlich nur darauf gewartet, endlich wieder in Betrieb genommen zu werden. Doch so leicht war das leider nicht. Als ich die Rückenklappe öffnete, stellte ich fest, dass sich die lichtdichte Innenverkleidung in eine klebrige schwarze Masse verwandelt hatte. Ich musste also zunächst die Verkleidung möglichst gründlich entfernen und das Innenleben der Kamera reinigen. Anschließend ersetzte ich sie durch ein ähnliches Material von dc-fix. Das war zum Glück nicht besonders schwierig, da die Rückklappe ganz schlicht rechteckig und flach gebaut ist. Auf den Fotos ist teilweise noch ein minimales Lichtleck am linken unteren Rand zu sehen, aber damit kann ich gut leben.


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Und damit kommen wir auch zum wichtigsten Teil des Reviews – Was macht die Kamera für Bilder?
Als ich meinen ersten Film zurückbekam, war ich sofort begeistert von der knackigen Schärfe der Bilder. Selbst mit manuellem Fokus und maximal halbautomatischem Modus ist es mir gelungen, einige tolle Bilder zu machen. Die Detailgenauigkeit ist beeindruckend und die Bilder haben ein schönes bokeh. Bisher habe ich leider nur einen schwarz-weißen Rollei Retro 400 ausprobieren können, aber sobald ich weitere Filme ausprobiert habe, werde ich die Ergebnisse hier hinzufügen.


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Die Ricoh 500 G ist eine großartige Kamera. Das Stahlgehäuse macht einen sehr stabilen und langlebigen Eindruck. Ich liebe das aufgeräumte minimalistische Design der Kamera, das sogar ein wenig an Designklassiker von Dieter Rams erinnert. Die eingravierte Typographie, die Kombination aus schwarz und silber und die sehr schön gearbeiteten Knöpfe und Hebel tragen zu der schlichten Schönheit dieser Kamera bei. Was ich aber am meisten an der Kamera liebe, sind die Geräusche, die sie fabriziert. Beim Auslösen ertönt ein schnurrendes “zip!”. Es folgt ein warmes “Ratsch!” beim Spannen des Films. Mich haben Kameras mit Filmtransporthebeln schon immer fasziniert, es fühlt sich so professionell an, aber gleichzeitig auch so unglaublich altmodisch auf eine melancholische Art. Die Ricoh ist wahrscheinlich nicht unbedingt die beste Point-and-shoot-Kamera, aber wenn man sich vor dem Abdrücken gerne auch mal einen Moment Zeit zum Einstellen der Kamera nimmt, lassen sich damit großartige Ergebnisse erzielen.

written by trash-gordon-from-outer-space on 2010-02-16 #gear #35mm #review #1972 #japan #selbstausloser #schwarz #kamera #70er #kleinbildkamere #silber #japanisch #filmtransporthebel #blendenautomatik #lichtmesser #stahl

Kickstarter

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8 Comments

  1. lomodirk
    lomodirk ·

    Schöne review mir einer schönen Galerie. Wo steht denn dieses "organische" Gebäude?

  2. trash-gordon-from-outer-space
    trash-gordon-from-outer-space ·

    Danke sehr. Das organische Gebäude ist der "glass cube" von Leonardo. Das DIng steht in der Nähe von Bad Driburg.

  3. cyan-shine
    cyan-shine ·

    Super review und Bilder, am besten gefällt mir an der Kamera die ASA Spannweite, alles was man wirklich braucht, schade dass die LCA+ keine 25 und 50 ASA Einstellung hat :/

  4. panelomo
    panelomo ·

    this would be a good additon to my collection! :)

  5. matwurst
    matwurst ·

    hat jemand das gleiche problem wie ich? ich habe leider bisher keine batterie aber die kamera macht nur fotos in 1/125, egal welche speed ich einstelle, sogar in bulb-mode. jemand eine idee?

  6. trash-gordon-from-outer-space
    trash-gordon-from-outer-space ·

    Bei mir funktionieren die verschiedenen Geschwindigkeiten auch ohne Batterie. Keine Ahnung, woran es liegen könnte.

  7. bongo_biene
    bongo_biene ·

    Juhu, hab gestern eine solche schoenheit erstanden und bin grad am verschiessen meines ersten films.
    bin ganz begeistert dass auch Doppelbelichtungen möglich sind durch kurzes druecken des Rückspulknopfs vor dem aufziehen, und dass mein weitwinkeladapter draufpasst, leider hab ich noch keine passende batterie deswegen knips ich so ins blaue rein
    aber ich meld mich wenn ich die ergebnisse hab

  8. bongo_biene
    bongo_biene ·

    kammera zeigt grosses potential braucht aber ein bisschen probiererei
    besonders mit weitwinkeladapter und mehrfachbelichtungen muss ich noch ein bisschen skills aufbauen
    batarien hab ich schon zwei ausprobiert die ungefär passen aber nix bewegt sich
    vielleicht isf ja di kammera hin
    aber egal
    hier meine ersten versuche
    www.lomography.com/homes/bongo_biene/albums/1765986-ricoh-5…

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