Wurzeln im Quadrat: Warum ich quadratische Aufnahmen liebe

Das 35mm-Standardformat herrschte vor allem in meiner Jugend vor – ich kannte nur das. Wie könnte ich also besser rebellieren, als mich am quadratischen Format zu versuchen! Hier sind meine fünf Top Tipps für Aufnahmen im Quadrat.

Vor vielen Jahren fragte ich als Kind meinen Naturwissenschaftslehrer, warum Fotos rechteckig und nicht rund sind – immerhin ist das Objektiv rund, warum also nicht die Bilder? Wenn ich mich recht erinnere, bekam ich keine richtige Antwort und wurde umgehend mit einer anderen Aufgabe weggeschickt. Du verstehst meinen Gedankengang, oder? Wenigstens ein quadratisches Format würde mehr Sinn machen, bei einem runden Objektiv. Dann wurde ich von der neusten Duran Duran Single und/oder einem Pony abgelenkt, weshalb ich mir die nächsten Jahre keine Gedanken mehr darüber machte.

Wenn ich jetzt zurückdenke, dann verstehe ich, warum Wissenschaftler und Hersteller ein rechteckiges Format anstrebten; die altmodischen quadratischen Bilder sind wunderbar, aber die Seiten von Magazinen und Büchern sind rechteckig, ebenso wie Landschaften, Leute und Gebäude… so ziemlich alles – rechteckig machte Sinn – da war kein Platz für dumme alte Quadrate.

Ein paar Jahre später war ich an einer Kunsthochschule und hatte Mittelformatfilm zum ersten Mal wirklich entdeckt. Ich war so so glücklich! Ein Bild, das quadratisch statt rechteckig ist, das fühlte sich so subversiv und irgendwie rebellisch an – eine Welt ohne Landschaften und Porträts – das war Punk, das war die Zukunft!

Und heute? Heute habe ich meine Mittelformatkameras von Lomography: Diana F+, Lubitel, ebenso wie ein oder zwei Polaroids – und ich liebe das quadratische Format wie eh und je.

Abgesehen davon, dass heutzutage scheinbar jeder Bilder mit Retro-Kamera-Apps mit den Handy macht und das Quadratformat wieder zur Norm heran wächst. Hmmm, das weckt ein Verlangen in mir nach all den Jahren des Rechtecks!

Ein paar schnelle Tipps für das Fotografieren im Quadrat:

  1. Halte die Kamera, wie du willst – es gibt jetzt weder Porträt noch Landschaft!
  2. Die ‘Drittelregel’ gehört in die Welt der Rechtecke – verwende sie, wenn du willst, aber ich mache gerne meine eigenen Regeln (die „Halbregel“ macht sich im Quadratformat gut).
  3. Dinge, die genau mittig positioniert abgelichtet werden, machen sich im Quadratformat besonders gut.
  4. Wenn du etwas sehr breites oder hohes fotografieren sollst (oder kannst), keine Panik! Denke alternativ, konzentriere dich auf ein kleines Detail einer großen Szene – die Chancen sind hoch, dass du ein ganz anderes Bild bekommst, als alle anderen.
  5. Wenn du deiner Bilder präsentierst – ob online oder im echten Leben – lässt sich niemals so leicht ein ansprechendes Layout kreieren, wie mit quadratischen Bildern.

written by angie_lemon on 2012-09-02 #gear #tutorials #film #120 #lubitel #tipster #format #diana #quadratisch #tipp #bildformat
translated by wolkers

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