Ein Einblick: Fixierung von Farbbildern

Erst vor einigen Monaten habe ich begonnen, meinen Film mithilfe eines Jobo 1500 Entwicklungsgeräts selbst zu entwickeln. Trotzdem habe ich schon jetzt ein paar Dinge anzumerken, die auch für euch von Nutzen sein könnten, wenn ihr sie beim entwickeln im Hinterkopf behaltet.

Von: stratski

Das allererste, was ich gelernt habe: Mach’ dir nicht zuviele Sorgen. Dafür ist es vielleicht gut zu wissen, dass ich selbst nicht gerade die geduldigste oder perfektionistischste Person bin. Ich habe weder die Zeit noch das Geld, um viel mit verschiedenen Chemikalien herumexperimentieren zu können. Außerdem habe ich nicht die Geduld und nötige Präzision, um mit genauestens abgemessenen chemischen Materialien zu arbeiten. Zusätzlich tendiere ich eher dazu, abgenutzte Kameras und/oder keinen Standardfilm (selbstgemachte Redscales, abgelaufene Filme…, das übliche halt) zu benutzen. Trotzdem habe ich bis jetzt immer recht anständige Abzüge von meinen Negativen machen können, trotz des nicht optimierten Vorgehens. Alle Fotos, die ihr in diesem Tipster seht, sind zuhause entstanden, und wenn ich das kann, dann könnt ihr das auch. Warscheinlich auch ohne den unglaublichen Jobo 1500.

Von: stratski

Zweite Lektion: Shit happens, aber es ist nicht immer ein Riesenproblem. Es erweist sich hier vielleicht als nützlich zu erfahren, dass du deinen Film auch noch bleichen/fixieren kannst, nachdem du ihn aus der Dunkelkammer rausgeholt hast, falls du es vorher vergessen hast.

In einem Maschine wie dem Jobo 1500 passiert es schnell, dass man versehentlich den Deckel einer der Chemikalien offen lässt. Wenn das passiert, wird die Chemikalie nicht benutzt bzw. beschädigt. Passiert dir das hingegen mit dem Entwickler, bist du angeschmiert. Aber die Sache mit dem fixieren/bleichen ist überhaupt kein Problem, solange du es früh genug bemerkst.

Und wie bemerkst du dies? Wenn du den Film aus dem Kanister nimmst, wirst du es sehen. Der Film verändert sein Aussehen (nun sind rote Rechtecke auf deinen Negativen), das heißt er wurde entwickelt, aber anstatt wie normale Negative das Licht durchzulassen, ist er in diesem Fall lichtundurchlässig.

Verfalle jetzt nicht in Panik: Spule deinen Film zurück (das gelingt am besten im Licht – jeder Nachteil hat auch seinen Vorteil, um Johan Cruijiff zu zutieren) und wende dich wieder deinem Entwickler zu. Du wirst vielleicht bemerken, dass der Deckel einer deiner Chemikalien offen steht und noch immer Chemikalien beeinhaltet. Nun wiederhole den Entwicklungsprozess einfach noch einmal, aber fülle die Entwicklerdose nicht erneut auf, da der Film ja bereits schon entwickelt wurde und du ihn dieses Mal nur fixieren/bleichen möchtest. Das heißt: Fülle die Fixiererdose nicht erneut auf, da sie noch vom ersten Mal voll ist. Deshalb wurde dein Film auch überhaupt nicht fixiert.

Hier sind einige (gecrosste) Bilder, die erst hinterher fixiert wurden:

Von: stratski

written by stratski on 2012-04-21 #gear #tutorials #lab-rat #tipster #entwicklung #dunkelkammer #entwickeln #fixierer #jobo
translated by lomiga

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