Portraits von Fremden: Fragen oder doch nicht fragen, das ist hier die Frage

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Nicht immer gestaltet es sich als die einfachste Sache der Welt, ein Foto von fremden Menschen zu machen. Dafür benötigt es eine Portion Courage und Höflichkeit. Und manchmal gehört auch einfach ein wenig Frechheit dazu. Auf diese Weise habe ich die folgenden Aufnahmen machen können: Sechs Fremde und ein paar Hunde. Dies sind ein paar meiner Lieblingsportraits, welche ich auf unterschiedlichem Film festgehalten habe.

Diesen Burschen sichtete ich, als ich gerade in Lissabon unterwegs war. Er posierte unterhalb eines Farnwedels, an einem Baum lehnend, in einem der wunderschönen Stadtparks. Sofort bemerkte ich, dass er sich einen Spaß daraus machte, den Farnwedel als Haarersatz über seinen recht kahlen Kopf zu halten. Mit meiner LC-A+ in der Hand fokussierte ich und drückte einfach auf den Auslöser, ohne überhaupt gefragt zu haben. Er bemerkte es, aber lachte zu meinem Glück einfach darüber. Er sagte irgendetwas in Portugiesisch zu mir, da ich aber leider überhaupt nichts davon verstehe, lachte ich einfach mit ihm zusammen und frage mich, wo er sich wohl momentan herumtreibt…

Streng genommen, handelt es sich hierbei um das Foto eines Fremden Hundes. Er sah einfach so toll aus, dass ich unbedingt ein Foto haben musste. Hunde sind auch oft ein guter Ansatzpunkt, um mit Fremden ins Gespräch zu kommen, da ihre Besitzer für gewöhnlich recht stolz auf sie sind. Also wandte ich mich an den Hundebesitzer und fragte, ob ich ein Foto von seinem hübschen/hässlichen Hund machen dürfe – ein Glück bejahte er. So wie es fast alle immer tun.

Dieser recht merkwürdige Geselle wurde von mir in der Stadt, mit einem Kinderwagen voller Hupen, Schnickschnack und anderen Zeugs, gesichtet. Ehrlich gesagt, war es nicht sonderlich schwer ein Portrait von ihm zu machen, da er sowieso im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand. Also war es für mich recht simpel, einfach auf ihn zuzugehen und ihn für mich posieren zu lassen!

Wieder Hunde – kannst du das Thema erraten? Um ehrlich zu sein: Als ich diese zwei Kerle ankommen sah, wusste ich sofort, dass ich ein Bild von ihnen haben musste und nicht gerade von ihren Hunden. Der eine mit einer Glatze, der andere mit Sonnengläsern, Cowboyhut und großem Schnauzer – ein Muss auf meinem Film. Höflich fragend ging ich auf die beiden zu, ob ich ihre umwerfenden Hunde fotografieren dürfte, während ich die ganze Zeit daran dachte, wie bizarr doch die beiden Männer auf mich wirkten! Sie waren glücklich mir den Gefallen tun zu können und während der eine der beiden über die Wunder der digitalen Fotografie schwadronierte, hielt ich sie auf gutem, altem Film fest.

Du siehst: Wann immer du einen Fremden siehst, den du gerne auf einem Foto festhalten möchtest – hab keine Angst zu fragen. Lächle, sei höflich und eine kleine Lüge hilft manchmal auch weiter (z.B: “Ich finde ihren Hut einfach umwerfend.”,etc.). Wenn sie dennoch nein sagen, dann belästige sie nicht weiter, denn es werden noch eine Menge anderer Menschen folgen, von denen du einen Schnappschuss machen darfst.

written by panchoballard on 2012-04-25 #lifestyle #schwarz-weiss #analoge-fotografie #fremde #strassenportraits
translated by lomiga

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2 Comments

  1. thomas12
    thomas12 ·

    hi,

    für "gefragte" Fotos scheinst du recht weit weg von den Menschen zu bleiben, ich wär da bedeutend näher herangegangen und hätte "nicht" explizit gefragt .

    aber die frage "fragen oder nicht" ist so alt wie die fotografie, m.e. ergibt es sich aus dem kontext bzw dem verhalten der motive (wenn es nicht ungemerkt geschieht bzw man sieht es den menschen eh an ob sie gewollt ungewollt abgelichtet wurden.

    wenn du meine rat hören möchtest, "trau dich näher ran an deine menschen", sie beißen dich nicht.

    thomas

  2. sniitz
    sniitz ·

    Ich habe immer Probleme, mich Menschen zu nähern und fotografiere deshalb immer heimlich, oder bei großen Menschen-Mengen. Es gibt auch Leute, die weiter weg stehen und dann fokusieren, aber das mag ich nicht einmal bei der digitalen Fotografie.
    Wenn ich dann einmal ein tolles Motiv verpasst habe, nur weil ich mich nicht getraut habe zu fragen, beiße ich mir natürlich auf die Finger!

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