The Hell With Perfection — Freedom for Photography!

Edvard Munch als Fotograf - der berühmte Maler in neuem Licht

Meist ist der norwegische Maler Edvard Munch als eher in sich gekehrter, melancholischer Zeitgenosse bekannt. Die Ausstellung in der Frankfurter Schirn zeigt, ausgehend von seinen bisher wenig bekannten Fotografien, dass dies nur eine Facette des weltberühmten Künstlers ist.

Allein die Biografie des in einem etwa 150 km nördlich von Oslo entfernten Ort geborenen Munch ergibt ein anderes Bild: er pendelt zwischen den Metropolen Europas (Paris, Nizza, Kopenhagen, Berlin, Hamburg, Köln, Dresden…) um seine Ausstellungen zu managen und Kontakte zu knüpfen. Auch seine künstlerische Arbeitsweise ist alles andere als eingleisig.

Er beginnt sehr früh damit das Medium Fotografie experimentell zu erkunden. Dabei stört er sich nicht an Unschärfe, macht Doppelbelichtungen und vermutlich die allerersten Selbstporträts mit ausgstrecktem Arm!

Die Auswahl der in der Ausstellung präsentierten Malereien dokumentiert den weitreichenden Einfluss seines “fotografischen Blicks”: Gesteigerte Fluchtpunktkompositionen oder am Bildrand angeschnittene Motive (z.B. Menschen, die aus dem unteren Bildbereich herauslaufen) belegen das – überaus innovative Stilmittel in der Zeit um 1900.

Munch erscheint hier als wirklich moderner Künstler! Und deutlich wird auch, dass populäre Klischees und vorgefasste Meinungen von Zeit zu Zeit kritisch geprüft werden sollten…
Ein Besuch der Frankfurter Ausstellung lohnt sich!

EDVARD MUNCH. DER MODERNE BLICK
SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT
9. FEBRUAR – 13. MAI 2012 – EINTRITT 10 €
Anschließend ist die Ausstellung in der Tate Modern in London zu sehen.

written by mapix on 2012-03-19 #news #edvard-munch-fotografie-malerei-kunst-fotografischer-blick-selbstportrat-bildanschnitt-fluchtpunkt-perspektive

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