Kapitel 10 Lomo Kikuyu: Das Community Outreach Programm und Straßen-Safaris

Viele Straßen führen nach Kikuyu. Die Neuigkeit hat sich unter den sehbehinderten Menschen Kenias verbreitet, und nicht wenige haben bereits von der Augenklinik in der Nähe von Nairobi gehört. Viele haben selbstständig den Weg dorthin gefunden, eine exzellente Behandlung erhalten und Heilung erlebt. Aber es gibt immer noch Leute, die in ihrer Sehkraft eingeschränkt oder bereits gänzlich erblindet sind, und die noch nie von der Kikuyu Augenklinik gehört haben.

Sie wissen nicht, dass sie geheilt werden, dass sie ihr Augenlicht mittels einfacher Augenchirurgie zurückerhalten können. In Ostafrika organisiert sich das Leben immer noch größtenteils auf der Ebene von Stammes- und Dorfgemeinschaft. Es gibt wenige oder gar keine öffentlichen Transportmittel in diesen Gegenden, und Informationen werden in der Regel von Mund zu Mund weitergegeben.
Die Anzahl blinder und sehbehinderter Menschen ist in diesen ländlichen Gebieten extrem hoch.
Um auch diese Leute zu erreichen und ihnen zu helfen, hat die Kikuyu Augenklinik das Outreach Programm entwickelt.

„Outreach“ ist räumlich gemeint und bedeutet so viel wie „weiter reichen“, die Einfluss-Sphäre erweitern. Was in diesen Regionen, die von der modernen Massenkommunikation noch kaum berührt sind, fehlt, ist vor allem eine funktionierende Kultur der Kommunikation. Die Menschen müssen informiert werden.
Sie müssen zu einer bestimmten Zeit an einen bestimmten Ort “gelockt” werden, damit eine allgemeine Untersuchung ihrer Augen stattfinden kann. Um dieses Ziel zu erreichen, arbeitet die Augenklinik eng mit der Presbyterian Church of East Africa und anderen Organisationen mit Kontakten in die verschiedenen Regionen zusammen. Mit diesen können die Stammesführer sich in Verbindung setzen, wenn sie glauben, dass eine Generaluntersuchung notwendig sein könnte – und das ist sie für gewöhnlich überall.

Sobald das geschehen ist und eine passende Örtlichkeit für die Untersuchung organisiert wurde (zum Beispiel eine Schule), machen die Mitarbeiter der Augenklinik mit dem Stammesführer und anderen Mitgliedern der Gemeinschaft einen Termin aus. Anschließend wird die Information so weit wie möglich verbreitet. Die Schlüsselfiguren der Informationsverbreitung (also die lokalen Klatschbasen) werden kontaktiert und darum gebeten, die Neuigkeit weiterzugeben, damit alle Interessierten vor Ort erscheinen können. Es wäre zu dumm, wenn das Untersuchungsteam der Kikuyu Augenklinik eine weite Strecke zurücklegt, nur damit niemand auftaucht, oder? Aber derlei passiert selten. Im Gegenteil.
Am Untersuchungstag packen sieben bis acht Krankenschwestern und Assistenten ihre Ausrüstung ein und unternehmen eine Reise per Jeep. Die Klatschbasen haben ihren Job wie erwartet gut gemacht, und das eintreffende Team wird bereits von einigen hundert Leuten mit Augenproblemen erwartet.
Manche dieser Menschen waren stundenlang unterwegs, um den Treffpunkt zu erreichen.
Du siehst, der Termin einer solchen Untersuchung wird per Buschtelefon sofort verbreitet, und die Nachfrage ist enorm.

Dann geht es los. Die Daten der Patienten werden auf genommen, Tests gemacht und Diagnosen notiert. Denjenigen, deren Sehkraft am stärksten geschädigt ist und die so bald wie möglich eine Operation benötigen, wird Priorität eingeräumt. Die restlichen Patienten, deren Beschwerden sich in frühen, noch heilbaren Stadien befinden, erhalten entsprechende Medikamente, Vitamin A Kapseln und Augensalbe. Damit sind sie schon auf dem Weg der Besserung und sie können nach Hause gehen.
Es ist wichtig, den Patienten zu erklären, dass die Behandlung nicht kostenlos ist, und dass diejenigen, die es sich leisten können, dafür bezahlen sollten. Aber es ist auch klar, dass, so wie in der stationären Klinik, für jeden gesorgt wird – auch für die, die nichts besitzen.

Die Menschen, die dringend eine Operation benötigen, erhalten einen Termin, der gewöhnlich eine Woche später stattfindet. Ein Treffpunkt wird ausgemacht, wo sie von einem Jeep abgeholt und in die Augenklinik gebracht werden. Nur selten kann einer der Chirurgen die mobilen Teams der Augenklinik begleiten, denn die Ärzte im Krankenhaus sind ohnehin völlig überarbeitet. So werden die Patienten, die operiert werden müssen, nach Kikuyu gebracht, behandelt und wieder nach Hause gefahren. Auf diese Weise werden jährlich einige tausend Menschen, die ansonsten keinen Zugang zu einer Augenbehandlung gehabt hätten, untersucht und geheilt. Dank des Community Outreach Programms, ohne das sie nie von der dieser Möglichkeit erfahren hätten!

Lomo Kikuyu It’s good to see (again). Alle Lomographen, ihre Freunde und Bekannten weltweit sind aufgerufen, 5 Euro (so viel kostet das Buch im Online-Shop) zu spenden, um das Augenlicht eines Menschen zu retten. Ergreife deine Chance, indem du dir jetzt dein eigenes Exemplar des Lomo Kikuyu Book sicherst.

written by ungrumpy on 2012-04-02 #library #lomography #kikuyu #bibliothek #kenia #auszug
translated by princess_crocodile

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