Recesky 3D Stereo Pinhole Kamera: Eine Affäre im Winter

Vor ein paar Monaten habe ich mit der Lomographie mit einer tollen, günstigen DIY TLR Kamera aus Plastik begonnen. Ich liebe sie so sehr, dass ich den Rest ihrer Familie kennenlernen wollte. Deshalb werde ich euch nun ein weiteres Familienmitglied vorstellen. Die Schwester der TLR heißt 3D Stereo Pinhole Kamera und sie macht mir viel weniger zu schaffen, als die erste.

Bild von SnapShopAsia

Marke und Modell: Recesky 3D Stereo Pinhole Kamera
Kameratyp: Pinhole
Filmart: 35mm
Belichtungsformate (das Format kann verändert werden, wenn der Film in der Kamera ist):
- Standard 4:3 (24 mm x 33.5 mm Negativgröße);
- Panorama 8:3 (24 mm x 72 mm Negativgröße); f/146 mit 0.25 mm Pinhole;
- Stereo “3D Effekt” (es wird mit einer Vorrichtung zum Ansehen verkauft, damit du dieses Format in 3D sehen kannst). Mit diesem Format machst du zwei Aufnahmen vom gleichen Bildobjekt, nebeneinander, wobei allerdings der Blickwinkel leicht verändert ist.
Fokus: Freier Fokus (0 – “Unendlich”)
Brennweite:
- 3D und Standard-Einzelbildformat: Brennweite von 25mm; f/117 mit einem 0.25mm Pinhole;
- Panorama-Modus: Brennweite von 28 mm; f/146 mit einem 0.25 mm Pinhole;
Material: ABS Plastik
Größe: 290 × 220 × 50 mm
Stativgewinde: Ja

Bevor wir auf die Funktionen der Kamera eingehen, werde ich die Pinhole-Fotografie erklären. Bei der Pinhole-Fotografie wird eine lichtempfindliche Oberfläche (ob nun ein Negativfilm oder Fotopapier) ohne Linse belichtet. Das Bild ist stattdessen das Ergebnis von Licht, das durch ein kleines Loch in einer dunklen Schachtel auf das lichtempfindliche Material fällt.

Mit dieser rudimentären Art der Fotografie hatte ich schon ein wenig Erfahrung, weil ich an der Universität einen Fotokurs belegt hatte. Dort machten wir Bilder mit einer lichtdichten Schuhschachtel und Fotopapier (die Ergebnisse kannst du hier sehen). Nach jeder Aufnahme musste ich das Papier herausnehmen und im Fotolabor der Schule entwickeln, wenn ich ein Foto haben wollte.

Die Kamera funktioniert nach dem gleichen Prinzip, eine Schachtel mit winzigen Löchern. Allerdings benutzt man bei der Kamera Filme, was das ganze Verfahren leichter macht, weil ich eine ganze Filmrolle belichten kann, bevor sie entwickelt wird.

Nach meinen tollen Ergebnissen von der ersten Filmrolle mit der TLR, ließ ich mich darauf ein und suchte nach einem außergewöhnlichen Weg, an die Lomographie heranzugehen. Ich suchte nach verschiedenen Arten der Fotografie und ungewöhnlichen Formaten. Ich liebe einfach das Panorama-Format und deshalb wollte ich Dinge auf diese Art erkunden. Die Antwort kam in Form eines DIY Kamera Kits.

Die Informationen, die es über die Recesky 3D Stereo Pinhole Kamera gibt, sind sehr diffus und müssen richtig interpretiert werden, damit sie einen nicht verwirren. Selbst wenn der Name ziemlich lang und kompliziert erscheint. Aber nach einer Recherche (ich schrieb sogar der Firma Recesky um Informationen zu erhalten, aber die halfen mir nicht sehr), kaufte ich (via eBay) ein Paket, bastelte etwas und legte meine erste Rolle in die Pinhole Kamera ein.

Die Anleitung für diese Kamera gibt es hier, wenn du sie schon zuvor ansehen willst. Leider gibt es sie nur auf Chinesisch, aber die Bildbeschreibungen sind recht hilfreich. Ein paar hilfreiche Online-Tutorials gibt es auch auf Englisch (hier ist eins und ein anderes gibt es hier), die mir beim Zusammenbasteln helfen konnten.

Das Zusammenbauen der Kamera ist sehr einfach: eine Stunde und ich war fertig. Das Gehäuse der Kamera ist ziemlich robust, aber zum Herumtragen sehr leicht. Die Teile passen sehr gut zusammen, so dass kein Licht in das Gehäuse fallen kann.

Der Film lässt sich sehr einfach vorspulen und du kannst so weit vor- oder rückspulen, wie es dir gefällt, was sehr praktisch für Mehrfachbelichtungen ist.

Was wirklich besonders ist an der Kamera, ist dass sie nicht nur ein Pinhole (das kleine Loch, durch das Licht fällt) hat, sondern drei! Das ist großartig, weil du dadurch viel Experimentieren kannst. Die Kamera ist vollständig manuell und arbeitet nach dem Prinzip, dass man die Pinholes abdeckt, wenn du das Negativ nicht belichten willst und offen lässt, wenn du ein Bild machen willst (im Kit gibt es kleine Gummideckel für die Pinholes).

Es gibt eine Trennplatte in der Kamera, die du ein- oder ausstellen kannst, so dass du eine Schranke zwischen den Aufnahmen einstellen kannst, damit kein Licht auf das nächste Bild fällt. Die Platte lässt sich mit einem Schalter ein- oder ausschalten.

Wenn der Schalter an der Seite auf die zwei kleinen Punkte (. .) zeigt, ist die Platte eingestellt.
Wenn der Schalter an der Seite auf einen kleinen Punkt (.) gestellt ist, ist die Platte ausgestellt (die Platte dreht sich nach oben, so dass man sie nicht mehr sieht).

Die Kamera verfügt über drei Fotoformate und du kannst sie vermischen oder kombinieren. Das Format hängt davon ab, wie viele Pinholes du geöffnet hast, wenn du eine Aufnahme machst und ob die Trennplatte ein- oder ausgestellt wird.

Ich habe dieses Bild gemalt, damit man sie leichter verstehen kann. Die Farben verwende ich auch in der Erklärung unten.

Das Standardformat, ein 4:3 Bild (24×34mm,) erhältst du, wenn nur eins der Pinholes (blau oder pink) geöffnet ist.

Von: blablabla-anab

Das Panorama-Format, eine 8:3 Aufnahme (etwa 72mm lang), erhält man, wenn nur das Pinhole in der Mitte (im Bild oben grün) geöffnet ist und die Trennplatte ausgestellt ist.

Von: blablabla-anab

Das Stereo-Format bekommt man, wenn die beiden äußeren Pinholes (blau und pink) zur gleichen Zeit geöffnet sind.

Den 3D-Effekt erhält man, wenn man die beiden Bilder nebeneinander mit der Vorrichtung zum Ansehen betrachtet, die in dem Kamerakit enthalten ist. Die Trennplate sollte gesenkt (eingeschaltet) werden.

Wenn du vergisst, die Trennplatte einzuschalten, bekommst du etwas wie das (was ich persönlich viel cooler finde).

Von: blablabla-anab

Wenn du etwas experimentieren willst, kannst du alle drei Pinholes (blau, grün und pink) gleichzeitig öffnen, ohne die Trennplatte.

Von: blablabla-anab

Es gibt auch einen Vorspul-Indikator, die dir dabei hilft, wie weit du den Film vorspulen sollst, je nachdem, wie viel du mit dem gewählten Format belichtest.

Bilder von der Anleitung.

Du solltest eine halbe Drehung vorspulen, wenn du mit dem 3:4 Fomrat (. .) belichtest. Achte darauf: wenn du vorspulst, solltest du immer mit denselben Pinholes belichten. Wenn du beide Pinholes oder das Panorama (.) belichtest, dann solltest du um eine Drehung spulen. Ich habe immer mit beiden Formaten belichtet (erinner dich daran, welches, mache eine Merkregel und denk an sie) und spule um eine volle Drehung weiter. Sonst wird es verwirrend.

Vergiss nicht beide Pinholes im Standard- oder Stereoformat zu belichten, bevor du den Film vorspulst. Was ich so kapiert habe und irgendwo gelesen habe, solltest du nur um die Hälfte vorspulen, wenn du nur ein Standard-Bild belichtet hast. Wenn du im Panorama- oder Stereoformat (zwei Bilder nebeneinander) belichtest, solltest du den Film um eine Drehung vorspulen. Da werden deine Bilder richtig getrennt und eine Überbelichtung vermieden (wenn du das willst).

Die Kamera hat auch einen Verschluss, aber das klappt nur mit den äußeren Pinholes (blau und pink). Dadurch kannst du beide Pinholes ohne Stress abdecken und dann kannst du mit dem Verschluss ein Bild machen.

Auf dem linken Bild ist der Verschluss nicht geöffnet und auf dem rechten offen. Wenn du ihn hinunterdrückst, verschließt der Auslöser sich von selbst.

Das Schwierigste an der Pinhole-Fotografie (neben dem Basteln, das oft nötig ist) ist das Einschätzen der Belichtungszeit. Um das Berechnen zu können, musst du wissen, wie groß das Pinhole ist (wir sprechen hier von Milimeter-Bruchteilen) und dann kannst du in Relation zur Fokusdistanz der Kamera (Distanz von der Öffnung zum lichtempfindlichen Material) die Belichtungszeit errechnen. Damit kannst du den F-Wert der Öffnung errechnen, also den Messwert, mit dem man die Blendeneinstellung berechnet.

Die Berechnungen sind wirklich langweilig, aber da habe ich einfach improvisiert. Die Anleitung des Kamerakits gibt dir einen F-Referenz-Wert, aber wie gesagt, das ist ja chinesisch.

Tatsächlich verstand ich dann (durch das hier – bitte beachte, dass die Recesky Kamera eine genaue Kopie der originalen Gakkenflex ist), dass es mehrere Möglichkeiten gibt, mit dieser Kamera Pinholes zu machen. Du kannst die Gummideckel verwenden, die im Kit enthalten sind (das habe ich gemacht) oder du kannst Plastelin oder Metall (wie von einer Cola-Dose) verwenden und es zu der richtigen Größe zuschneiden. Oder du kannst einen bestimmten Durchmesser des Lochs nehmen und die dazu gegebenen Referenzen (aber Achtung: chinesisch!) für die Verschlusszeit verwenden und die Fokusdistanz einschätzen. Ich habe einfach verwendet, was bei dem Kamera Kit enthalten war, damit ich keinen weiteren Ärger habe.

Es wurde hier etwas kniffelig, aber ich konnte eine Übersetzung hier finden und mit diesen Informationen konnte ich etwas experimentieren.

Ich habe diese übersetzte Tabelle nach dem Link benutzt.

Anmerkung: Die erwähnten Werte f/128 (. .) und f/180 (.) gelten nur, wenn du sie mit den Pinholes des Pakets benutzen, wie ich es gemacht habe.

Die Tabelle ist eine Umrechnungstabelle, die dir je nach F-Wert eine Verschlusszeit gibt. Du misst das verfügbare Licht mit einer Kamera oder einem Belichtungsmesser und dann berechnest du daran die Werte. Wenn deine Kamera oder dein Belichtungsmesser beispielsweise eine Blende von f/16 und eine Verschlusszeit von 1/30 empfiehlt, dann verwende die Pinholes (beim Standardformat eine Blende von f/128 und beim Panorama-Format eine Blende von f/180) mit einer Verschlusszeit von zwei Sekunden (im Standardformat oder Stereo-Format) oder vier Sekunden (für das Panorama-Format).

Hier war ich etwas verwirrt, weil das Bild oben die Zeiten für eine ISO von 100 angibt, aber woanders steht in der Anleitung, dass ein 200 ISO Film empfohlen wird.

Ich habe einen 200 ISO Film eingelegt und dann die folgende Umrechnungstabelle ausgedruckt, die ich von hier habe, und verwendete sie mit dem Belichtungsmesser einer anderen Kamera oder der “Sunny 16” Regel (hier).

Der Rest war einfach ausprobieren. Die Ergebnisse findest du in meinem Album in meinem LomoHome.

Ich hoffe, das hilft. Bitte lasst mich wissen, wenn ihr euch zum Kauf dieser Kamera entschieden habt und wie es lief!

written by blablabla-anab on 2012-04-28 #gear #diy #pinhole #35mm #review #lomography #pinhole-camera #recesky #user-review #3d-stereo-pinhole-camera #pinhole-tipster
translated by wolkers

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