Anleitung zum Entwickeln von schwarz-weißem T-MAX-Film

Diese Anleitung erklärt Schritt für Schritt, wie man einen T-MAX Film ganz einfach selbst entwickelt. Es ist eine großartige Einleitung in die Filmentwicklung und zeigt, wie du deine Fotografie mit diesem Entwicklungsprozess verbessern kannst!

Geschrieben von: Darragh Sinnott

Ich empfehle dringend, den ganzen Artikel zu lesen, bevor man mit dem Entwickeln beginnt. Die benötigten Chemikalien brauchen gewisse Zeiten und es ist nicht ganz einfach, alles im Auge zu behalten, wenn man nicht darauf vorbereitet und mit dem Verfahren vertraut ist.

Ich habe mich für T-MAX 100 entschieden, weil er eine sehr feine Körnung hat und ich mit diesem Schwarzweiß-Entwicklungsverfahren die besten Ergebnisse erhalte. So sehen vollständig entwickelte, dichte Negative aus. Falls die Ergebnisse anders aussehen, behandeln wir vernebelte oder zu dünne Negative am Ende des Artikels.

Foto von Phototuts+

Schritt 1: Suche deine Materialien

  • 1-2 Filmrollen belichteter T-MAX-Film
  • Entwicklungstank
  • Flaschenöffner
  • Messbecher
  • Thermometer
  • Schere
  • Behälter (für die gemischten Chemikalien)
  • Filmhalter
  • 3 Behälter zum Mischen der Chemikalien

Chemikalien:

  • Kodak T-MAX-Entwickler
  • Stoppbad
  • Schnelles Fixiermittel mit einem verhärtendem Wirkstoff
  • Wässerungshilfe (HCA)
  • Photo Flo
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Step 2: Einlegen, belichten und den Film aus der Kamera nehmen

Denke daran, dass der Film nur eine Empfindlichkeit von 100 ISO hat, deshalb brauchst du starke Lichtquellen für deine Bilder. Außerdem empfehle ich ein Stativ für langsamere Verschlusszeiten. T-MAX ist dafür bekannt, dass er keine falschen Belichtungen verzeiht, daher sind Belichtungsreihen sinnvoll.

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Step 3: Mischen der Chemikalien

Wenn der Film belichtet und die Materialien bereitgestellt wurden, ist es an der Zeit, die Chemikalien vorzubereiten.

Mische den Entwickler in einem Mischverhältnis von 1:4 mit Wasser (also ein Teil des Entwicklers und vier Teile Wasser). Es braucht etwa 300 ml der Mischung für jede Filmrolle, die entwickelt wird. In den meisten Fällen entwickelt man zwei Filmrollen gleichzeitig. Mische nur so viel, wie in den Entwicklungstank passt bzw. wie viel benötigt wird (mische nicht im Voraus die Mischung dann aufzubewahren). Wenn der T-MAX Entwickler verdünnt ist, ist es wichtig, die Temperatur bei 22° C zu halten.

Als nächstes muss das Stoppbad vorbereitet werden. Das Stoppbad sollte verdünnt sein und dann sollte man den Rest für spätere Entwicklungen aufheben. Mische es mit Wasser im Verhältnis 1:64. (Das Verhältnis des Stoppbads variiert je nach Hersteller, daher solltest du die Anweisungen auf der Packung durchlesen.)

Das Fixiermittel und die Wässerungshilfe (HCA) sollten nach Packungsanweisung gemischt werden. Puderfixiermittel werden meistens zusammen mit einem Härtemittel in einem Paket verkauft. Andere flüssige Fixiermittel müssen aus zwei Elementen gemischt werden. Den Fixierer kann man wiederverwenden, weshalb du ihn in einem versiegeltem Behälter aufbewahren solltest. HCA kann wiederverwendet werden, aber es ist schwer festzustellen, wann er zu schwach wird. Daher schütten einige Fotografen das Fixiermittel weg, wenn es einmal im Entwicklungstank war.

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Schritt 4: Verdunkle einen Raum

Ein Zimmer lichtdicht abzudunkeln ist gar nicht so leicht, dabei werden schnell Fehler gemacht. Es darf kein sichtbares Licht, auch kein rotes oder bernsteinfarbenes Sicherheitslicht dort sein. Ein Badezimmer oder ein Waschraum ohne Fenster ist eine gute Basis. Verwende Abdeckband, Schaumstoffdämmung, Handtücher oder Lappen, um jedes Licht auszusperren, dass in deinen Arbeitsbereich dringt.

Deine Augen sollten sich ein paar Minuten an die Dunkelheit gewöhnen und du kannst sichergehen, dass es kein Licht gibt. Denke an alle Möglichkeiten, wie Licht in den Raum dringen könnte. Beide Aufnahmen hier zeigen eine Tür, durch die noch genügend Licht dringt, um deine Negative zu ruinieren, so dass sie nebelig wirken. Zunächst würde man denken, die Tür rechts lässt kein Licht durch, aber wenn deine Augen sich an die Lichtverhältnisse gewöhnt haben, fällt doch auf, dass Licht in den Raum dringt.

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Schritt 5: Öffne die Filmpatrone

Wenn dein Raum abgedunkelt ist, musst du den Entwicklungstank, die Entwicklungsspulen, den Film, den Flaschenöffner und die Schere bereitlegen.

Mach das Licht aus und verwende den Flaschenöffner, um die Filmpatrone zu öffnen. (Es ist durchaus sinnvoll, nochmal den Raum auf eindringendes Licht zu überprüfen, bevor du die Patrone öffnest.)

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Schritt 6: Nimm den Film aus der Patrone

Wenn du die Emulsion auf dem Film berührst, wird das die Chemikalien beeinflussen, deshalb solltest du den Film aus der Patrone nehmen, ohne ihn zu berühren. Halte also nur den Plastikschaft, der aus der Patrone schaut, und ziehe den Film aus der Patrone. Der Film wird sich auswickeln, aber achte darauf, dass er nicht den Boden berührt.

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Schritt 7: Schneide den Film ab

Ohne die lichtempfindliche Emulsion des Films zu berühren, solltest du den Film an den Ecken nehmen und dich mit Daumen und Zeigefinger bis ans Ende des Films vortasten. Das Ende des Films ist unbelichtet, weshalb du es problemlos berühren kannst. Nimm deine Finger als Anhaltspunkt, nimm die Schere und schneide deinen Film ab.

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Schritt 8: Bringe den Film auf der Spule an

Wenn der Film abgeschnitten wurde, kann er auf die Entwicklungsspule geladen werden. Nimm die Spule und bringe das erste Stück Film daran an. Am Anfang wird das nicht so gut klappen, aber wenn wenn der Film erst richtig auf der Spule ist, geht es leichter. (Denke daran, den Film nicht in dem Bereich zu berühren, wo er belichtet wurde.)

Die meisten Plastikspulen haben einen selbsttragenden Pendelmechanismus, mit dem der Film auf die Spule gerollt wird, ohne dass man ihn berühren muss. Drehe eine Seite der Spule um ein Achtel und bringe sie wieder in ihre originale Position, dadurch wird der Film sich ohne Probleme aufwickeln.

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Schritt 9: Schneide das Plastikende der Spule ab

Zum Ende des Films hin wirst du die Plastikspindel fühlen, mit der du den Film aus der Patrone gezogen hast. Beim Aufspulen des Films wird sie dir direkt in die Hände gleiten. Nimm die Schere und schneide die Spindel ab und wickle den Rest des Films auf.

Zieh nicht das Klebeband vom Film, weil es nämlich eine statische Entladung geben kann, die deine Negative vernebeln kann. Wenn du den Film auf die Spule geladen hast, kannst du sie in deinen lichtdichten Entwicklungstank geben und diesen verschließen. Versichere dich, dass er richtig verschlossen ist und die Spule sich sicher darin befindet.

An diesem Punkt kannst du das Licht anmachen und die Patronen wegräumen, die Spindel und den übrigen Film wegwerfen.

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Schritt 10: Vor dem Entwickeln

Es gibt ein paar Techniken, die wir vor dem Entwickeln besprechen sollten. Die Vierteldrehung und Schwenkbewegungen sind ein wichtiger Teil der T-MAX-Entwicklung. Die Vierteldrehung-Umkehrungen sind notwendig, damit alle Teile des Films mit den Chemikalien in Kontakt kommen (sieh dir das Bild unten an). Diese Umkehrungen sollten etwa eine Sekunde dauern und werden in dem Verfahren mehrmals wiederholt, deshalb ist es empfehlenswert, das zu üben, bevor man damit beginnt.

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Die Zeiten der Chemikalien müssen sehr genau eingehalten werden, deshalb solltest du alle Chemikalien schon zuvor abgemessen haben. Wenn eine Chemikalie für die empfohlene Dauer mit dem Film in Kontakt war, solltest du sie gleich herausschütten können und sie binnen 10 Sekunden durch die nächste ersetzen.

Denke daran, dass die meisten Entwicklungstanks etwa 600 ml Flüssigkeit zum Bedecken der Spulen brauchen. Dennoch kann das bei deinem Tank anders sein. Checke die empfohlene Menge, bevor du die Chemikalien in den Tank schüttest. Üblicherweise ist auf dem Boden jedes Entwicklungstanks aus Plastik die empfohlene Menge der Chemikalien angegeben.

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Schritt 11: T-MAX-Entwickler

Wenn die Chemikalien vorbereitet sind und dein Film sich im Entwicklungstank befindet, kannst du mit dem Entwickeln beginnen. Gieße genügend Wasser in deinen Tank und lasse deine Negative für eine Minute einweichen.

Deinen Entwickler solltest du schon abgemessen haben. Es muss genug sein, um deine Spulen zu bedecken. Der Entwickler sollte bei 22°C gehalten werden, aber wenn dir das zu schwer ist, hat der Behälter eine Tabelle für andere Temperaturen. Schütte das Wasser aus und schütte den T-MAX-Entwickler hinein.

Wenn deine Lösung im Tank ist, musst du deinen Entwicklungstank um die Vierteldrehung bewegen und den Tank kippen, wie es im Schritt 10 gezeigt wird. Wiederhole das 30 Mal in 30 Sekunden. Klopfe auf den Boden deines Tanks und lasse ihn für 25 Sekunden ruhen. Bewege ihn wieder für fünf Sekunden, klopfe wieder auf den Boden und lasse ihn wieder 25 Sekunden ruhen.

Der Prozess der fünf Umdrehungen wird von 25 Sekunden Stillstand gefolgt. Das sollte wiederholt werden, bis der Entwickler 6 ½ bis 7 Minuten im Tank war. Schütte ihn aus und werfe den Entwickler weg.

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Schritt 12: Stoppbad

Schütte 600 ml des Stoppbades hinein und bewege den Tank 30 Sekunden mit Vierteldrehungen. Schütte das Stoppbad aus und wirf es weg.

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Schritt 13: Fixiermittel

Schütte 600 ml des Fixiermittels in den Tank. Die nächsten 3 ½ bis 8 Minuten muss der Tank immer wieder 15 mal für eine Sekunde umgekehrt werden, dreimal auf die Unterseite geklopft werden und 45 Sekunden rasten. Wenn du damit fertig bist, kannst du deinen lichtdichten Tank öffnen und deine Negative betrachten. Wenn sie lila und dick aussehen, fahre mit dem oben beschriebenen Verfahren für einen weiteren Zyklus fort. Prüfe die Negative dann erneut.

Neue Fixiermittel brauchen etwa 3 ½ Minuten und wenn du dein Fixiermittel wiederverwendest, dauert es bis zu 8 Minuten, bis deine Negative fertig sind. Wenn deine Negative ähnlich wie die hier gezeigten aussehen, kannst du den Fixierer wieder in seinen Behälter schütten. Wenn deine Negative länger als 8 Minuten brauchen, ist es wahrscheinlich an der Zeit für einen neuen Fixierer!

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Schritt 14: Eine Minute wässern

Befestige den Deckel wieder auf deinem Entwicklungstank und wasche deine Negative 60 Sekunden mit Wasser und schütte dieses dann weg.

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Schritt 15: Wässerungshilfe

Verwende genügend HCA, um deine Spulen zu bedecken. Darauf folgt eine Minute Bewegung (1 Sekunde ist dabei eine Vierteldrehung). Die Wässerungshilfe kann man recyceln, aber es ist schwer zu sagen, wann die Mischung zu schwach wird.

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Schritt 16: Fünf Minunten unter fließendem Wasser

Wasche deine Negative 5 Minuten unter fließendem Wasser. Entferne dazu den Deckel und lasse Wasser direkt auf die Spulen fließen.

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Schritt 17: Photo Flo

Gib zum Ende der Wässerung zwei Tropfen Photo Flo hinzu. Rotiere deine Negative in dieser Lösung, damit sich das Photo Flo richtig verteilt.

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Schritt 18: Trocknen und Härten

Entferne deine Negative von der Spule und hänge sie an einem staubfreien Ort auf. Berühre die Negative nicht mit trockenen Fingern, sondern befeuchte deine Hände mit der Photo-Flo-Lösung und fahre mit deinen Händen entlang des Films, um das überschüssige Wasser zu entfernen. Negative sollten mindestens zwei Stunden trocknen, bevor du sie wieder berührst.

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Schritt 19: Schneiden und Archivieren der Negative

Wenn deine Negative fertig sind, wirst du sie wahrscheinlich archivieren wollen, egal ob du nun einen Vergrößerer verwendest, um später Kontaktabzüge und Abzüge zu machen oder ob du sie einfach nur digitalisierst.

Ich verwende Print File’s Contact Proofing Presever, weil ich gern die Kontaktabzüge bei den Negativen aufbewahre. Je nach deinen Negativhüllen musst du den Streifen nach 5-6 Einzelbildern abschneiden.

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Schritt 20: Untersuche die Negative

Wenn du Zugang zu einem Leuchttisch hast, ist das von Vorteil, aber du kannst auch deine Negative vor eine einfache Lichtquelle halten, um sie zu untersuchen. Ein gut entwickeltes Negativ hat dicke und dünne, sogar durchsichtige Stellen.

Dünne Negative führen zu grauen Kontaktabzügen, deren Farbtöne stark in den mittleren Grautönen vertreten sind. Dicke Negative dagegen führen zu Abzügen, die zu hell sind oder zu wenig Details zeigen. Sie erscheinen vernebelt oder verschwommen.

Untersuche die Negative auf Wasserspuren, Kratzer und Staub. Kratzer auf der Seite mit der Emulsion sind schwer zu beseitigen. Staub und Wasserspuren können mit einem anti-statischen oder Mikrofasertuch entfernt werden (achte darauf, dass du einen sauberen, flusenfreien Stoff verwendest, ohne Dreck, sonst werden deine Negative zerkratzt).

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Gut entwickelter Film

Hier ist ein Beispiel für einen gut entwickelten Film. Dort sind Bereiche, wo der Film komplett durchsichtig ist und andere, wo das Negativ komplett schwarz ist. Das Ergebnis ist ein kontrastreiches Bild.

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Dünne Negative

Wenn deine Negative dünn sind, heißt das, dass der Film unterbelichtet ist. Wenn deine Negative so aussehen, sind deine Abzüge grau und trübe. Wenn du Abzüge machst, kannst du versuchen, das mit hohen Kontrastfiltern zu kompensieren, dadurch ffallen viele Grautöne weg. Sie sehen unnatürlich aus, im Gegensatz zu gut belichteten Negativen.

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Dicke Negative

Wenn deine Negative zu dick sind, hast du überbelichtet. Leicht überbelichtete Negative haben stärker kontrastierte Abzüge, aber daher sind freilich weniger Grautöne vertreten. Zu dicke Negative geben dir graue Abzüge, aber anders als bei unterbelichteten Negativen, sind viele dunkle Töne zu sehen. Wenn ein Negativ zu dick ist, wird der Schwarzschild Effekt ein Problem (dieses Negativ ist zudem leicht vernebelt).

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Unentwickelte Stellen deines Negativs

In diesem Fall löste sich der Film beim Aufwickeln auf die Spule. Das passiert selten bei Plastikspulen, aber bei metallenen passiert das öfter. Wenn du öfter solche Ergebnisse hast, dann übe mit einer entwickelten Filmrolle bei Licht.

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Vernebelte Negative

Wenn die Negative irgendeiner Lichtquelle ausgesetzt waren, sieht man das in den Bereichen der dunkleren Töne (wo das Negativ transparent sein sollte). Indirektes oder reflektierendes Licht eines Raums, der schlecht abgedunkelt wurde, können schwerer auszumachen sein.

Sieh dir die Ecken des Negativs an. Wenn du Muster wie unten siehst, ist es möglich, dass der Raum, in dem das Negativ auf die Spule gewickelt wurde, nicht ganz lichtdicht war. Vernebelte Negative werden in weniger hellen Tönen und generell dunkleren, trüberen Bildern enden.

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written by jeanmendoza on 2012-08-27 #gear #tutorials #film #tipster #t-max #anleitung #entwicklung #entwickeln #phototuts
translated by wolkers

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