Kapitel 6 Lomo Kikuyu: Der Katarakt (Grauer Star)

Einige von uns kennen den Katarakt oder Grauen Star von unseren Großeltern. Erst sehen sie schlecht, dann schlechter, und ihre Umgebung unterstellt ihnen Katarakt-Selbstmitleid. Diese schleichende, graduelle Verschlechterung der Sehkraft, der Katarakt, hat jedoch aus guten Gründen einen dramatischen Namen erhalten.

Wenn der Katarakt schlimmer wird, ist es, als würde man durch ein Glas Wasser schauen, dem nach und nach Milch hinzugefügt wird. Das Wasser wird trüb und weiß und schließlich völlig undurchsichtig.
Am Anfang hat man ein perfektes, klares Glas (die natürliche Linse des Auges), durch das man scharf die Welt mit all ihren Farben und Konturen erblicken kann. Dann wird die Sicht wolkig. Je mehr Milch in das Glas strömt, desto unklarer wird, was in der Umwelt passiert. Irgendwann kann man nur noch ganz vage die Umrisse ausmachen. Und am Ende ist das Glas gänzlich mit Milch gefüllt, durch die man nichts mehr erkennen kann. Jetzt sieht man nur noch auf einem Auge, und wenn dieses sich ebenfalls langsam bewölkt, findet man sich in absoluter Dunkelheit wieder. Das jedenfalls ist für gewöhnlich der Verlauf: Im Falle eines doppelten Katarakt erblindet erst das eine Auge, dann das andere.

Dann geht die Sonne gar nicht mehr auf. Wenn man in Afrika lebt, kann man den unglaublichen blauen Himmel in seiner endlosen Pracht nicht mehr sehen; den Himmel, der Menschen von der Nordhalbkugel bei ihrem ersten Besuch förmlich überwältigt. Man sieht auch die braune Erde nicht mehr, nicht das Braungrün der Steppenpflanzen oder das satte Grün des Regenwaldes. Auch nicht die leuchtenden bunten Textilien, die roten Lippen der Frauen und die samtigen, strahlend hellen Spiegel der großen, dunkelbraunen Augen. Die Welt ist grau, sie ist dunkel, sie ist verloren. Fort.

Die meisten Menschen bekommen erst im hohen Alter einen Katarakt. Doch die Krankheit kann auch früher auftreten, etwa durch eine Verletzung oder Infektion, oder sie kann vererbt werden.
Im Westen ist die vollständige Trübung der Linse sehr selten geworden. Meistens wird das Problem im Frühstadium erkannt und mit einer einfachen Operation behoben. Wenn der Katarakt rechtzeitig behandelt wird, macht er keine Schwierigkeiten. Aber in den armen Gegenden der Welt, auch in Kenia, gibt es zu wenige Augenärzte und die Bevölkerung ist schlecht informiert. Katarakte bleiben unbehandelt, verschlimmern sich und erreichen meist ihr Endstadium, die komplette Erblindung.
Dieses Schicksal trifft 18 Millionen Menschen auf der ganzen Welt.
Sie sind aufgrund eines Katarakts vollständig erblindet.

Diese Zahlen tun weh, denn die Krankheit ist vergleichsweise einfach zu heilen.
Der Katarakt kann mit einer simplen Operation entfernt werden, die kaum 15 Minuten dauert und nicht mehr als 35 US Dollar kostet.

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written by ungrumpy on 2012-03-05 #library #lomography #kikuyu #bibliothek #kenia #auszug
translated by princess_crocodile

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