Interview mit dem Leporello-Künstler Jürgen Fetz

Grafftit-Künstler, Maler, Illustrator und vor allem Schöpfer, Jürgen Fetz ist der Erschaffer der ‘Holy Mafia’. Er arbeitet mit verschiedenen Medien, nimmt seine Graffiti-Kunst von der Straße als Inspiration für die Gestaltung seiner Leinwände. In diesem Interview erfahrt ihr, was ihn inspiriert und lass dich von seinen weisen Worten anregen!

Jürgen Fetz. Foto von Jürgen Fetz

Gibt es bestimmte Themen in deiner Kunst, die immer wieder auftauchen?

Nun, bevor ich zu malen beginne, versuche ich immer eine ’’Geschichte’’ oder Inhalt für die nächsten Kunstwerke zu finden. Manchmal entsteht dabei eine Serie von 20 Bildern über ein Thema und manchmal sind es nur drei oder vier Gemälde, die sich auf ein Thema beziehen. Das hängt vom Hintergrund dieser Geschichten ab, welche Charaktere und Elemente darin vorkommen.

In deinen Werken tauchen viele Linien und geometrische Formen auf. Was reizt dich daran, mit diesen Formen und Linien zu arbeiten?

Die geometrische Linien und Formen tragen zu der Dichte eines visuellen Eindrucks bei und dadurch wird es interessanter für den Betrachter. Sie sind wichtig für die gewisse Atmosphäre in meinen Gemälden. Außerdem arbeite ich gerne mit dem Unterschied zwischen dreckig, rau, chaotisch und strengen geometrischen Ornamenten. Mit Hilfe derer ist es möglich spezielle Charaktere perfekt darzustellen oder dem Bild einen Gesamteindruck anzupassen. Generell ist es mir wichtig, mit verschiedenen Mustern in meinen Bildern zu arbeiten und manche davon benutze ich immer wieder, vor allem Graffiti.

Wie trägt Farbe dazu bei oder ist sie ein Schlüsselelement?

Ich glaube, Farbe kann helfen, verschiedenen Meinungen zum Ausdruck zu bringen und sie spielt auf jeden Fall für jeden bildnerischen Künstler eine wichtige Rolle. Wenn man eine Bilderreihe anfertigt, hilft Farbe dabei, diese zusammenzubringen, sie zu verbinden.

Welchen Rat kannst du den Grafftiti-Verrückten und Graffiti-Künstlern bei Lomograpohy geben, wie sie ihren eigenen Stil und ihre Inspiration finden können?

Schau nicht so viel im Internet umher, aber male, male, male. Übung macht den Meister.

Beeinflussen die verwendeten Medien deine Werke? Mir scheint, du kannst deinen eigenen Stil auf jedes Medium projizieren, ohne dass du den Stil dabei änderst.

Ich würde nicht sagen, dass das Medium meinen Stil beeinflusst, aber ich male gerne auf verschiedenen Oberflächen. Ich liebe die Herausforderung, auf einer abgetragenen Wand zu malen. Es ist total interessant, wie verschiedenen Medien auf verschiedenen Materialien reagieren. Aber am Ende ist eigentlich nur wichtig, dass mir mein Werk gefällt und nicht, ob es meinem Stil entspricht oder nicht.

Braucht das Übung oder kannst du ein Zeichen über mehrere Materialien malen und dabei genau wissen, was daraus wird? Ist das nötig, um ein Werk realisieren zu können?

Wenn ich mit einem Graffiti oder einem Gemälde draußen beginne, war es nicht ganz einfach, meine Skizze und meinen Stil vom Papier auf das jeweilige Material zu übertragen. Es brauchte schon etwas Übung, bis ich das Level erreicht, auf dem ich jetzt arbeite. Vor allem fiel es mir schwer, den richtigen Ausgleich zwischen dunklen, dichten und leeren Bereichen zu finden, aber ich glaube dieser Lernprozess ist noch nicht zu Ende. Aber wenn ich jetzt meine letzten Werke ansehe, dann scheint mir, dass meine Graffiti immer mehr meine Gemälde auf Leinwänden beeinflussen.

Wer oder was inspiriert dich? Künstler, Epochen, Mythologie – irgendwas!

Es gibt so einige Künstler, die mich inspirieren, obwohl die meisten ganz andere Sachen machen. Zum Beispiel Horfe aus Paris, Roid, Alexone oder traditionellere Maler wie Kokoschka oder Francis Bacon. Ein weiteres Thema, das oft ein Schlüsselelement in meiner Arbeit spielt sind religiöse Werke (aus verschiedenen Kulturen), Mythen und Märchen.

Wie bist du zur Kunst gekommen und vor allem zum Graffiti?

Ich wünschte, ich könnte eine Geschichte über die frühen 80er, die Wildstyle und Stylewars Filme erzählen, aber das kann ich nun mal leider nicht. Ehrlich gesagt, wurde ich geradezu süchtig nach Graffiti als ich dreizehn war und in Städte wie Berlin oder Paris reiste, die gewissermaßen von oben bis unten mit Farbe bedeckt waren. Das war sozusagen eine logische Entwicklung für mich; erst einmal das Malen zu Hause als Kind, bis ich später mit Sprühdosen in der Tasche das Haus verließ.

Dein Rat an Lomographen, Künstler und alle anderen kreativen Leute?

Bei Kunst geht es nicht ums Reden, sondern ums Tun…

Wenn du mehr von Jürgens Arbeiten sehen willst, geh auf seine Website. Jürgens künstlerische Leporellos entstanden übrigens auf den Lomography Photo Accordions.

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Interview with Artistic Leporellos Artist Jesper Visser

written by soundfoodaround on 2012-03-08 #lifestyle #graffiti #street-art #kunst #kunstler #photo-accordion #leporello #geometrisch
translated by wolkers

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