Atemberaubender gecrosster Diafilm oder warmer Farbnegativfilm?

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Nachdem ich seit einem Jahr die weite Welt der Lomographie entdecke, ist mein Herz zwischen den verschieden Medien, durch die Aufnahmen produziert werden, hin- und hergerissen. Als Liebhaber von warmen, nostalgischen Farben verlangt mein Herz nach den natürlichen Bildern eines Farbnegativfilms. Aber als experimentierfreudiger Lomograph und Mitglied dieser Community ist gecrosster Diafilm nicht einfach wegzudenken. Was bevorzugst du? Ich werde im Folgenden die Vor- und Nachteile beider Filme behandeln!

Von: dearjme

Zunächst eine Art Verzichtserklärung, ich würde nämlich gerne hervorheben, dass ich kein analoger Experte bin, sondern mehr ein leidenschaftlicher Liebhaber für die Ideale, die diese wunderbare Community vertritt – die Freude des Analogen, der Wunsch, die Komfortzone zu erweitern und die Kreation von tollen Fotos, die überall auf der Welt gemacht wurden. Außerdem glaube ich, dass ein wichtiger Teil der Community die Interaktionen sind, die zwar durch die Technik und nicht von Angesicht zu Angesicht stattfinden, die aber ehrlich und anregend sind. Ich glaube, sie tragen zu dem Erfolg dieser Community enorm bei.

Ein innerer Dialog in mir strebte danach, Ausdruck in diesem Netzwerk zu finden, liebe Freunde und Online-Familie. Der Vortrag, den ich gerade tippe, hat mit viel tieferen Erfindungen des Konsums zu tun, die eine ganze Bandbreite an Ergebnissen zustande bringen. Sieh dir einfach die Fotos Rubrik auf der Website an und sieh dir die ganzen verschiedenen Tags an.

Jedoch ein Tag, oder eine Kategorie besser gesagt, bereitet mir förmlich Herzschmerz. Der Most Popular Bereich der Bilder auf Lomography. Wir sehen hier eine Ellbogengesellschaft. Es erinnert mich an die Hierachie in der High School. Dieser Bereich ist voller bekannter Usernamen, die ich hier nicht aufführen werde. Das ist nämlich nicht Sinn und Zweck meines Artikels, stattdessen möchte ich nämlich den Fokus auf ein bekanntes Thema der Bilder in der Elite richten… Cross-Processing.

Von: dearjme

Nun, mein lieber Leser, interpretiere bitte keine Bitterkeit oder falsche Verachtung in meine Worte hinein. Ich liebe die Bilder dieser Kategorie; sie sind einfach unglaublich, atemberaubend und man sieht wunderbare Vorstellungen, die durch den Bildsucher oder aus Hüfthöhe realisiert wurden. Ich persönlich verbringe die meisten meiner analogen Mühen mit gecrosstem Film und mein Lieblingsfilm ist dabei Kodak Ektachrome E100VS.

Folgende Punkte habe ich festgestellt…

1. Die meisten Aufnahmen in der „Most Popular“ Kategorie bei den Fotos sind gecrosste Aufnahmen.
2. Wer hätte nicht gerne sein Bild in dieser Kategorie?

ABER

3. Wir müssen Bilder auf Diafilme fotografieren und sie in der Emulsion für Farbnegativfilme entwickeln lassen, damit wir die Ergebnisse bekommen, die uns so viel Aufmerksamkeit und „Likes“ bescheren, dass wir möglicherweise doch in der „Most Popular“ Kategorie auftauchen.

Von: dearjme

Noch einmal, ich werde mich darüber nicht extrem auslassen, weil ich das bereits oft genug erwähnt habe – ich liebe Crossen abgöttisch, nicht nur wegen der Aufmerksamkeit, sondern auch dem Wow-Faktor. Was beim Crossen zustande kommt, ist schlichtweg schön. Und ich bin auch nicht schwer enttäuscht, wenn ich nicht in der so oft genannten Kategorie bin, weil ich ganz ehrlich sagen muss, mein Zuschauerkreis beschränkt sich primär auf meine große Liebe Alex. Seine Meinung allein regt mich dazu an, ein besserer Fotograf zu sein. Diese Community bereitet einfach eine großartige, fantastische Stütze, was das anbelangt.

Jetzt zu meinem Hauptpunkt…

Ich liebe nämlich auch einfache Bilder mit natürlichen Farben, die mit Farbnegativfilm gemacht wurden.

Von: dearjme

Keine irren Experimente, kein X-PRO, keine digitale Veränderungen oder einen zusätzlichen Kontrast. Die warmen C-41 Aufnahmen, die meine Canon AE-1 Program oder Lomo LC-A+ produzieren, brauchen nicht viel Optimierung, eher einen einfachen Zuschnitt oder zwei. Und der Glanz meiner Bildobjekte und ihre Gesichter, die in die Linse strahlen, zeigen einen unglaublichen, organischen und puren Charakter, wenn meine Negative entwickelt wurden.

Von: dearjme

Mit Farbnegativfilm muss ich auf alles besser achten. Keine falsche Bewegung, die bei X-PRO durch extreme Sättigung oder Farbveränderungen abgedeckt wird, ist erlaubt. Meine Kamera und ich müssen viel aufmerksamer sein, was Licht, Schatten, Atmosphäre anbelangt und wie sich mein Bildobjekt verhält. Wenn jemand seine Lippen kräuselt oder die Stirn runzelt, kann das alles verändern.

Vielleicht ist es, weil Farbnegativfilm naturgetreu bleibt. Er sieht wie das menschliche Auge, dadurch fällt es schwer, ein Bildobjekt als „fantastisch“ oder „magisch“ anzusehen. Es ist real, echt, aber es kann ein atemberaubendes Medium sein, um echte Kunst zu erschaffen. Meiner Meinung nach ist der warme, frische und orange Schein des Sonnenuntergangs zufriedenstellender und erfrischender als Farbnegativaufnahme als gecrosst.

Von: dearjme

Eine interessante Betrachtung, aber ich würde noch gerne einen anderen Punkt zur Diskussion aufbringen. Und dieser heißt… Instagram, die iPhone/iPad App, mit der Benutzer ihre Bilder digital bearbeiten können und sie sofort mit anderen teilen können. Jetzt denkst du vielleicht, warum ist so eine digitale Blasphemie Thema?! Nun, die digitalen Filter, das Instragram bietet (es gibt auch andere Apps, aber diese ist nun mal sehr beliebt), wurden nach klassischen Lomography X-PRO Aufnahmen konstruiert. Die Namen dieser beliebten Filter lauten „cross processed“, „lo-fi“ und „Lomography“. Und in dieser Online Welt sind die Bilder, die die meisten „Likes“ bekommen (klingt das vertraut, hm?) Bilder, die wie gecrosste analoge Aufnahmen aussehen! Ich denke die Benutzer (darunter leider mein Alex) sollten sich einfach an das Original wagen. Wer stimmt mir zu?

Zurück zu meinem Punkt, ist X-PRO der einzige Weg zu fotografieren, mit der Aussicht auf einen Funken Berühmtheit? Warum erscheint Farbnegativfilm wie eine „lahme“ Marotte?

Was bevorzugst du? X-PRO oder nicht? Sie sind beide Nr.1 in meinem Herzen, eindeutig meine Favoriten. Beide produzieren unvergessliche Aufnahmen und verdienen ihre faire Aufmerksamkeit und Anerkennung.

Ich beende hiermit den Artikel, in der Hoffnung, dass ihr, meine lieben Freunde, interessante, anregende und witzige Gedanken in den Kommentaren verfasst, ohne Hass oder Verachtung und voller Motivation, diesen Ort zu einem besseren zu machen. Und wie immer, LOMO ON!

written by dearjme on 2012-03-02 #gear #review #question-debate-color-negative-or-color-slide-x-pro-e-6-c-41-better
translated by wolkers

One Comment

  1. carsten-schmitt
    carsten-schmitt ·

    I know what you mean. I would even go a bit further. I have shot (and crossed) some slide films recently. It's good fun and I am quite pleased with the results. But, you know its a bit like the Vertigo effect in filming. The first time someone (Hitchcock) did it it was new, and cool. It's the same in digitial image processing. Using all those cool filters that Photoshop and likes offer is cool - for a while... Do it a few more times and all of a sudden the effect becomes shale and quite frankly boring. When I looked at my last batch of crossed images (liking some of them) I decided that next time I'll put a slide film in my camera I will have it developed as E6! If getting into the most popular means only shooting x-pro then damn the "most popular" section. You should use the medium and technique that best suits your topic and what you want to express.
    Personally, I'll give x-pro a rest for a while!

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