Eyecons Edelkompakte - Konica Hexar AF

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Eyecon’s Edelkompakte
Beamen wir uns zurück in die 90er Jahre!
Mieser Eurodance á la Technotronic, Ace of Base und Unlimited macht sich in den Clubs breit. In der Mode dominieren der Girlie-Style und riesige Baggy-Pants.
Inliner lösen Rollschuhe ab und Ü-Eier-Figuren überschwemmen die heimischen Setzkästen. Doch nicht alles war schlecht! Die Fotoindustrie setzt zum letzten analogen Paukenschlag an und entwickelt die so genannten Edelkompakten!
Bei diesen Kameras handelt es sich um besonders hochwertig ausgestattete Modelle mit erstklassiger Verarbeitung und hochwertigen, lichtstarken Objektiven.
In dieser Serie gibt es einen kleinen Überblick über diese wunderschönen Kameras!
Heute schauen wir uns die Konica Hexar AF etwas genauer an!

Technische Daten:
Objektiv: Konica Hexar, 35mm/f2 (7 Elemente/6 Gruppen)
Fokus: Infrarot Autofokus-System, Manueller Fokus möglich
Verschluss: 30s – 1/250s
Filmempfindlichkeit: DX codiert ISO 25 – ISO 5000, manuell ISO 6 – ISO 6400
Stromversorgung: 1 x Lithium (2CR5 6V)
Maße: 137,5 × 76,5 × 64,5 mm
Gewicht: 495 Gramm

Foto von hier

Die Konica Hexar AF!
Kameraenthusiasten streiten sich weltweit darübe,r ob man sie noch den klassischen Kompaktkameras oder den Point & Shoot-Kameras zuordnen darf.
Sicher ist, es ist keine Rangefinder-Kamera wie z.B. die Leica M6, mit der sie sich beinahe die gleiche Größe teilt und auch das Objektiv der Konica soll qualitativ fast eben so hochwertig sein wie das Leica Summicron 35mm/f2.

Aber starten wir von Anfang an!
Auf den Markt kommt die Konica 1993, und mit ihrem hohen Preis zielt sie ähnlich wie andere Edelkompakte auf betuchte Amateurfotografen oder auf Profifotografen, die sie als Zweitkamera immer am Mann haben.

Die Konica ist bis zum Rand voll mit der allerfeinsten Technik und ausgeklügelten technischen Spielereien.
Ein leiser Autofokus, verschiedene Programme und die Möglichkeit manuell zu fokussieren sind schon fast Standard in dieser Preisklasse.
Kommen wir aber mal zu den Dingen, die diese Kamera legendär machen.
Da wäre zunächst einmal der Filmtransport, beim Zurückspulen des Films bleibt immer ein wenig Film draußen. Das ist z.B. interessant für Doppelbelichtungen.
Dann die Möglichkeit einen Fixed Focus einzustellen, eine durchaus willkommene Anwendung für die Street-Fotografie.
Aber kommen wir jetzt zu dem, was die Kamera wirklich weltweit bekannt gemacht hat, der sogenannte “Stealth-Mode”. Ist die Kamera in diesem Programm, ist der Filmtransport so leise, das du selbst im Theater oder im Gerichtssaal unentdeckt fotografieren kannst. Weiterhin interessant ist, das man den Autofokus auch auf 750 oder 850nm Wellenlänge für die Infrarotfotografie einstellen kann.

Und als ob das alles noch nicht genug ist, bietet sie auch noch einen der sinnvollsten Automatikmodi. In P-Stellung bleibt die Kamera, solange es die Belichtung im Bereich der einstellbaren(!) Maximalzeit und ihrer Minimalzeit von 1/250s zulässt, bei der am oberen Wahlrad eingestellten Blende und variiert diese erst wenn auch mit der maximalen oder minimalen Zeit keine korrekte Belichtung erreicht werden kann.

Allerdings gibt es auch bei dieser Kamera einige Abstriche zu machen.
So sind zum Beispiel viele Einstellungen nicht so leicht einzustellen.
Dazu gehört unter anderem auch der “Silent- oder Stealth-Mode”.
Um ihn anzuwählen, muss man die Kamera zuerst ausschalten, dann den MF-Button gedrückt halten und die Kamera wieder einschalten. Danach hält man den MF-Knopf so lange gedrückt, bis im Display ein “L” für “Low Sound” auftaucht. Kompliziert, oder?
Von diesen bizarren Einstellungscodes gibt es noch mehr Beispiele, so dass im Internet bereits Seiten mit den “Lost Commands of Hexar” existieren.

Ein weiterer Minuspunkt ist die mit 1/250 geringe Verschlussgeschwindigkeit. Das macht es schwierig, die Blende frei zu wählen, wenn man draußen mit einem schnellen Film fotografieren will. Auch lassen sich Bewegungen sicher nicht so einfach einfrieren.

Trotz allem kann man sich sicherlich mit den Minuspunkten arrangieren, wenn man wieder an das hochqualitative Objektiv denkt.
Gerade deshalb ist es auch schwierig ein Exemplar dieser Kamera zu ergattern und wenn es mal die Möglichkeit gibt, wird man sicherlich kaum unter 500 Euro davon kommen.

Hier noch mal ein Video zur Konica Hexar AF:

written by eyecon on 2012-02-04 #videos #gear #review #konica #eyecon #hexar #luxus #edelkompakte #kompaktkamera

Kickstarter

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2 Comments

  1. shoujoai
    shoujoai ·

    Super Reviews die du da gezaubert hast!

  2. vintaprint
    vintaprint ·

    Die Hexar kann noch ein paar äußerst intersannte Sachen mehr.
    Zurecht weisen alle darauf hin das sie eine sehr leise anloge Kamera ist. Ich kenne keine so wie die Hexar fast lautlos ist. Die Hexar bietet per Firmware Erweiterung und in einigen Sondermodellen einige äußerst intersante Extras.
    Für mich am wichtigsten: Die Autofocus korrektur für Infrarotfilme.
    Man kann die Leitzahl des anderen Blitzes eingeben und im Automatikmodus mit einem Metz CT-60 wie mit dem kleinen Hexar fotografieren. Für Lomonauten nicht uninteressant ist die Mehrfachbelichtungsschaltung.
    Bei Konica konnte man seine Hexar AF seinerzeit mit der Software Erweiterung und einem Fernauslöseranschluss für einen sehr interessanten Preis aufrüsten lassen.
    Ein paar Worte zu den sogenannten Nachteilen.
    Die Kamera ist nicht nur so groß und schwer wie eine LeicaM, sie ist mindestens genauso gut.
    Man kann mit allen Zeiten blitzen bis zu einer 1/250 sec. Die Zeit ist kurz genug, man sollte nur den richtigen Film wählen. Außerdem kann man den Film mit dieser Kamera so zurückspulen das man ihn danach wieder einlegen kann. Die bis dahin gemachten Bilder überbrückt durch Auslösen mit Objektivdeckel, kleinster Blende und schnellster Zeit. Dies habe ich häufig praktiziert meist wenn es anstelle von Farbe SW sein sollte.
    Das 2,0/35mm Hexar ist eines der besten Ojektiven dieser Klasse, es steht den Edellinsen von Leica oder Zeiss in nicht nach. Diese hochgeöffnete 35er ist Grund genug ein Hexar haben zu wollen.
    Der einzige allerdings dramatische Nachteil ist der fehlende Service, es gibt keine Elektronik Ersatzteile mehr und dies ist Grund genug die Finger von einer (gebrauchten) Hexar zu lassen.

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