Wie man weihnachtliche Bokeh-Aufnahmen macht

Du willst – fotografisch gesehen – das Beste aus den Weihnachtsfeiertagen machen? Du willst wunderbare Lichter haben und das am besten mit fantastischen Bokehs? Na dann los!

Das hier ist das, was du willst.

Bokeh kommt von dem japanischen Begriff „Boke“, der „Unschärfe“ oder „Dunst“ bedeutet. Mit „Bokeh“ bezeichnet man den Teil einer Fotografie, der nicht fokussiert ist. Bokeh ist also das Resultat von Tiefenschärfe. Mit „Tiefenschärfe“ bezeichnet man die Größe des Entfernungsbereichs, innerhalb dessen ein Objekt hinlänglich scharf erscheint. Das heißt der Raum, in dem ein Objekt auf deiner Fotografie scharf ist. Die Tiefenschärfe wird durch die Blendeneinstellung bestimmt. Je kleiner die Blendenöffnung, desto größer ist der Bereich der Tiefenschärfe. Das Prinzip lässt sich auch umkehren: Je größer die Blendenöffnung, desto geringer der Bereich der Tiefenschärfe. Die Nummern für die Blendeneinstellung stammen von der Schärfentiefe, die sie repräsentieren, nicht etwa von der Größe des Loches, durch das sie Licht lassen. Deshalb haben die größten Blendeneinstellungen die kleinsten Nummern. Die Tiefenschärfe hängt aber auch von der Fokuseinstellung ab. Der Bereich der Tiefenschärfe ergibt sich ebenso aus der Fokussierung. Je kürzer die Brennweite eines Objektivs, desto größer der Bereich der Tiefenschärfe.
Diese Hintergrundinformationen sind für die folgenden zwei Methoden, die ich vorstellen werde, notwendig.

Wir versuchen zwei Methoden, um schöne Bokehs mit der Festtagsbeleuchtung zu bekommen:

  • Mit einer Kamera bei freier Fokuseinstellung und großer Blendeneinstellung fotografieren
  • Ein Nahaufnahmenlinse/Makrolinse mit mittlerer Blendeneinstellung verwenden

Methode 1
Was du brauchen wirst: Eine Kamera mit verstellbarer Blendeneinstellung (vollständig manuell oder vorzugsweise eine, bei der du die Blende selbst einstellen kannst), einen Film deiner Wahl, ein Bildmotiv aus Licht, ein Stativ (optional) und ein Kabelauslöser (optional). Am besten funktioniert diese Methode mit einem eingebauten Belichtungsmesser oder einem manuellen Belichtungsmesser. Aber du kannst genauso ein paar Belichtungen vom gleichen Motiv mit leicht veränderten Einstellungen machen. Eine 35mm-Kamera mit einer Blendeneinstellung von f/2,8 oder kleiner oder eine Mittelformatkamera bei einer Blendeneinstellung von f/4 oder geringer und du wirst das Bokeh bekommen, das du willst. Dann brauchst du natürlich das Licht (zum Beispiel an einem Christbaum oder ein paar Kerzen) und dieses Licht muss sich nun hinter deinem Bildmotiv befinden (etwa einen Meter oder mehr, wenn du nahe an deinem Motiv bist). Wenn möglich solltest du in einem abgedunkeltem Raum fotografieren, so dass du möglicherweise dein Bildmotiv mit Blitz ablichten kannst, wenn du einen Film mit geringer ISO hast. Ich persönlich verwende lieber lichtempfindlichere Filme (800 ISO oder höher) und dafür keinen Blitz. Und denk dran: kleine Blendeneinstellung, Licht hinter dem Bildmotiv, Fokus auf das Objekt, abdrücken. Wenn nötig, solltest du ein Stativ und ein Kabelauslöser verwenden, so dass du auch kurze Verschlusszeiten benutzen kannst. Deine Ergebnisse sollten diesen hier gleichen:

Doppelbelichtungen mit Fuji Neopan 1600, einer Lomo LC-A+ und einer Kodak Retina IIc.

Alternativ kannst du auch versuchen, Lichter bei einer großen Blendeneinstellung aufzunehmen und zwar völlig aus dem Fokus. Anschließend belichtest du denn Film dann erneut.

Von: nation_of_pomation

Methode 2
Was du brauchst: eine Kamera, einen Makrofilter oder Nahaufnahmenfilter, ein kleines Bildmotiv, ein Stativ (optional, aber dringlichst empfohlen) und einen Kabelauslöser (ebenfalls optional, aber dringlichst empfohlen). Für diese Methode werden wir die Tatsache nutzen, dass der Makrofilter künstlich den Bereich der Tiefenschärfe verkürzt, auch bei einer größeren Blendeneinstellung (denk daran: die Nummern bezeichnen nicht die Größe des Lochs). Die Lichter sollten sich ein paar Zentimeter hinter deinem Bildmotiv befinden, bereits das reicht, damit sie zu einem schönen Bokeh aus Licht werden. Also bereite deine Kamera vor (vorzugsweise mit einem Stativ, einer langen Verschlusszeit, das geht am leichtesten mit einer Diana F+ oder einer Holga mit den dazugehörigen Nahaufnahme-/Makrolinsen), miss den Abstand ab, wenn du eine Plastikkamera verwendest und mache deine Aufnahmen. Wenn du es richtig gemacht hast, sollten deine Bilder so aussehen:

Aufgenommen mit einer Holga 135 BC und den 120mm, 60mm und 30mm Nahaufnahmenlinsen.

written by nation_of_pomation on 2011-12-25 #gear #tutorials #bokeh #tipster #weihnachten #licht #lichter #boke
translated by wolkers

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