Interview mit dem LomoKino Regisseur José Martret

Wir hatten die Chance mit José Martret zu sprechen, der Regisseur des LomoKino Kurzfilms “Que nadie se entere”. Lies mehr und erfahre, was er von der Lomography Filmkamera hält.

José Martret

Lomography: José, erzähl uns bitte, wie du auf die Idee kamst, diesen Kurzfilm zu drehen.

José: Diesen Sommer traf ich zufällig auf Pasquale Caprile und er erzählte mir von der LomoKino und ihrer Ausstattung – Er bot mir an, eine zu leihen, damit ich damit einen Film drehen kann. Er brauchte nämlich Regisseure, die diese Kamera testen sollten.

Ich war ganz begeistert und neugierig. Ich konnte nicht aufhören, daran zu denken. Heute fotografiert kaum jemand mit 35mm Film. Die Leute denken nur noch digital… Mich reizte die Verrücktheit daran, einen analogen Film zu drehen. Ein paar Tage später entwickelte sich die Idee zu dem Film in meinem Kopf…

Lomography: Kannst du uns von der Vision erzählen, durch die auch die Geschichte, die du erzählst, zu Stande kam?

José: Ich war immer schon von allem fasziniert, was mit der Welt der Transsexuellen zu tun hat. Ich denke, dass sie die mutigsten Menschen der Welt sind. Sie sind im falschen Körper geboren und nehmen alles Mögliche auf sich, um diesen Körper zu verändern. Und das, obwohl sie wissen, dass sie gesellschaftliche Ablehnung erfahren werden und dass sie vielleicht von ihren Familien verstoßen werden.

In meinem letzten Kurzfilm “¡¡¡TODAS!!!” zeigte ich die Realität Transsexueller, die sich prostituieren; im Gegensatz dazu wollte ich in meinem LomoKino Film die Geschichte dreier transsexueller Schwestern erzählen und das aus einem idyllischem, optimistischem Standpunkt.
Ich zeige eine Mutter, die drei Söhne hatte und alle drei haben sich dazu entschlossen, ihr Geschlecht zu wechseln und sind zu unglaublichen, spektakulären Töchtern geworden. Der Film zeigt uns ein Familienessen; die Familie besteht aus einer Mutter, ihren drei Töchtern und ihren Ehemännern. Und außerdem sieht man ein Kind, dass sie ganz fasziniert ansieht; dieses Kind könnte ein weiterer Sohn sein oder der Sohn einer der Töchter oder ein Nachbarsjunge, der auch zu dem Essen gekommen ist oder vielleicht repräsentiert er den Autor irgendwie.

Ich musste Musik finden, die das Publikum mit der Geschichte verbinden kann. Ich wollte nichts offensichtliches, sondern etwas, dass genau das Gegenteil von dem widerspiegelt, was wir sehen. Und ich habe es gefunden! “QUE NADIE SE ENTERE” ist ein wunderbares Lied von OLGA GUILLOT. Das Lied erzählt uns von einer versteckten Beziehung, von der niemand erfuhr… In einer “normalen” Situation würde eine Mutter wahrscheinlich nicht sehr glücklich sein, wenn ihre drei Söhne ihr Geschlecht wechseln würden – leider, und wahrscheinlich würde sie auch alles tun, um es vor der Familie, der Gesellschaft und dem Rest der Welt geheim zu halten… oder sie würde sie nicht akzeptieren und sich von ihnen distanzieren… aber langsam ändert die Welt sie und wir sehen eine Frau, die den Wandel ihrer Söhne akzeptiert; die sie liebt, unterstützt und ihre neuen Töchter bewundert – und das so sehr, dass sie ein fantastisches Dinner für sie und ihre Ehemänner arrangiert.

Lomography: Erzähl uns wie du das Produktionsteam zusammengestellt hast.

José: Für mich ist die Harmonie das wichtigste; in der Familie, bei der Garderobe, beim Make-up, bei den Haar-Stylisten und beim Licht. Das alles musste bei diesem spektakulären Set stimmen.

Pasquale Caprile kümmerte sich um die Belichtung – ein großartiger Fotograf, Freund un Experte, was die LomoKino angeht. Für das Setting hatte ich Alberto Puraenvidia. Ich habe mit ihm bei allen meinen Kurzfilmen zusammengearbeitet und er hat immer das perfekte Setting für jedes Projekt gefunden. Die Garderobe für das Dinner wurde von Lorenzo Caprile designt – ich brauchte sehr elegant gekleidete Töchter, deshalb hätte ich keinen besseren Designer finden können; jemand, der Eleganz mit gesundem Menschenverstand produziert.

Das unglaubliche Team wurde von meinen Musen vervollständigt. Für die Rolle der Mutter hatte ich Maribel Luis, eine fantastische Schauspielerin, mit der ich seit mehr als 20 Jahren arbeite. Für die drei Töchter hatte ich drei Frauen, die das gleiche durchgemacht haben, wie die Charaktäre im Film: Topacio Fresh, Ivana Vázquez und Natalia Sánchez. Sie haben alle mit mir in ¡¡¡TODAS!!! zusammengearbeitet. Während der Aufnahmen litten sie alle sehr und ich hatte das Gefühl, dass ich ihnen irgendwie etwas schuldete; deshalb zeigte ich sie in “Que nadie se entere” als echte Prinzessinnen. Ich habe auch drei Ehemänner ausgesucht (Javier Delgado, Reynaldo Triveño und Fran Antón) und habe sie an den Tisch gesetzt. Der Rest kam von selbst.

Lomography: Wie hast du dich beim Drehen mit der LomoKino gefühlt?

José: Die Möglichkeit auf 35mm Film in unserem digitalen Zeitalter zu drehen ist einfach purer Luxus. Es war als ob ich in der Ära der Lumiere Brüder wäre. Ich habe schon lange nicht mehr mit so vielen Illusionen und solcher Begeisterung darauf gewartet, dass ein Film entwickelt wird. Es war reine Magie. Ich finde die LomoKino. einfach anbetungswürdig.

Lomography: Konntest du Unterschiede zwischen Digitalem und Analogem beim Drehen der Kurzfilme ausmachen?

José: Nun, das hängt vom Film ab… Jeder kann einen Kurzfilm mit einem Handy oder einer teuren Kamera machen. Aber auf 35mm Film zu drehen ist nicht ganz so leicht… Auch braucht man ein höheres Budget, wenn man analog dreht. Dank der LomoKino ändert sich das nun. Jetzt kann man Geschichten auf 35mm Film mit ganz besonderen Ergebnissen drehen und zudem auch noch sehr schnell.

“Que nadie se entere” Making of von Carmen Kenedy auf Vimeo.

Lomography: Nach deinen ersten Erfahrungen mit analogen Filmen, bist du zufrieden mit deinen Ergebnissen?

José: Mit der LomoKino zu drehen war für mich sehr besonders und das ganze Team hat die Magie des analogen Films erfahren.

Lomography: Was würdest du Regisseuren empfehlen, die neugierig auf die LomoKino sind? Was erwartet sie?

José: Ich würde ihnen empfehlen, sich eine 30-sekündige Geschichte auszudenken und es einfach auszuprobieren. So hab ich damit angefangen. Ich habe die LomoKino mit einem Mini-Kurzfilm getestet; “A tu lado, siempre”. Dann habe ich den dreiminütigen Film “Que nadie se entere” gedreht. Ich glaube, dass jeder, der Filme mag, die LomoKino lieben wird.

Lomography: Wirst du es wieder tun?

José: Ohne Frage! Ich denke gerade über ein Video über einen spanischen Künstler nach.

Lomography: Was hältst du davon, dass Lomography eine Filmkamera herausgebracht hat und sich in die Welt des Filmemachens wagt?

José: Es ist ein Traum, eine Lomographische Kamera zu haben, die mit allen 35mm Filmen funktioniert! Wo auch immer, wann auch immer, du kannst einen Kurzfilm machen! Das ist eine sehr schöne Art, altmodische Filme zu machen.

Lomography: José, wir wollen dir zu deiner Arbeit gratulieren und wir sind froh, dass du einer der ersten warst, der diese neue, fantastische Lomography Kamera ausprobieren konnte. Die LomoKino. EIN HOCH AUF DIE LOMOKINO!!!

A TU LADO, SIEMPRE (By your side, always) von Carmen Kenedy auf Vimeo.

Mit einem großen Knall bringt die LomoKino den analogen Film zurück in das 21. Jahrhundert. Lade deine LomoKino mit einem beliebigen 35mm Film und werde dein eigener Regisseur. Ab auf die Microsite, wo du dir LomoKino Filme ansehen kannst. Starte deine Karriere als analoger Filmemacher noch heute!

written by tomas_bates on 2012-01-17 #lifestyle #analog #analogue #movies #lomography #lomokino #movie-camera #lomokino-launch
translated by wolkers

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