Die Besten der Besten: Francesca Woodman

„Es sah seltsam aus, weil meine Bilder sich nach meiner emotionalen Verfassung ausrichten… Ich weiß, dass das stimmt und ich habe lange darüber nachgedacht. Dadurch habe ich mich sehr, sehr gut gefühlt.“ – Francesca Woodman

Francesca Woodman © von www.long-may-she-rain.blogspot.com

Francesca Woodman (geboren am 3. April, 1958 – gestorben am 9. Januar, 1981) war Tochter eines Künstlerpaares (ihre Mutter Betty war Keramikern und Bildhauerin und ihr Vater George ein Maler und Fotograf). Sie gehört zu den modernen amerikanischen Fotografen und begann mit der Fotografie schon im jungen Alter von 13. In diesem Alter hat sie auch ihr erstes Selbstporträt aufgenommen.

Woodman konnte besonders gut Schwarz-Weiß-Fotografien aufnehmen, oftmals von ihr selbst, oft nackt und in verlassenen, zerstörten, staubigen, ruinen-artigen Szenarion – mit bröckelndem Putz und vergilbten Tapeten. Mit diesen trug sie elementar zum Genre des Selbstporträts bei. Ihr Stil wurde mit „Anti-Porträt“ bezeichnet.

Selbstporträt im Alter von Dreizehn © Francesca Woodman von www.heenan.net

Kritiker meinte, ihre Arbeit sei narzisstisch geprägt, aber Woodman sagte dazu, “Es ist ein Umstand der Verfügbarkeit, ich bin ja immer dabei.” Wie auch immer es sein mag, zeigen die Bilder Woodmans nicht ihr eigentliches Ich: die echte Woodman ist das komplette Gegenteil ihrer Selbstporträts. Sie verkleidete sich gerne als Alice im Wunderland und manchmal auch als viktorianische Heldin. Sie hatte ein Tagebuch, in das sie über „schöne Lebkuchenmännchen, Schokoladentrüffel, Pfirsichgemurmel [und] Brombeer-Elendsviertel“ schrieb – sie erkundete ihre Verwandlungskunst mit den Kameras und sie war erfolgreich, mit ihren künstlerischen, mysteriös verschleierten Werken und Posen, die man entfernt vielleicht sogar mit Leichen assoziieren würde.

Woodmans Arbeit, die von ihrem speziellem Stil durchzogen waren, stellten ein künstlerisches, produktives, aber kurzes Leben dar. Im Alter von 22 begann sie 1981 Selbstmord. Ihr Tod warf nicht nur einen Schatten auf ihre Fotografien, sondern er ermöglichte, dass man ihre Werke als autobiografische Werke ansehen kann, die einen sehr intimen, intensiven und introspektiven Blickwinkel Woodmans vermitteln. Ihre Signatur ist in allen ihren Werken vertreten. Wenn man einen Blick auf ihre atemberaubenden Aufnahmen wirft, mögen sie vielleicht etwas deprimierend wirken. Aber dennoch tut es einem Leid, dass sie schon so früh zu Tode kam. Sogar 30 Jahre nach ihrem Tod, steckt der Charakter Woodmans immer noch in ihren unvergleichlichen Meisterwerken und lächelt uns verführerisch zu.

Francesca Woodman © von www.static.guim.co.uk

Francesca Woodman war Fotografen und Model und sie war damit das Bildobjekt und -subjekt – und das zur gleichen Zeit. Der atemberaubende Stil ihrer Schwarz-Weiß-Fotografien ist eine Mischung aus verwaschenen, verstohlenen, flüchtigen, gruseligen, dramatischen,, intimen, gotischen, spielerischen, provokatorischen und seltsamen Elementen. Ihr Serien lagen zwischen jugendlichem Narzissmus und Selbstbeobachtung. Etwa 800 Bilder machte sie zwischen 1972 und 1981. Hier sind ein paar unvergessliche und hoch geschätzten Werke von Francesca Woodman:

Alle Fotos © Francesca Woodman von www.berk-edu.com, www.caitlinpotts.com, www.nybooks.com, and www.studio-international.co.uk.

Welche von diesen unglaublichen Fotografien von Francesca Woodman gefällt dir am besten? Von welchen anderen modernen oder surrealistischen Fotografen würdest du gerne etwas lesen?

written by basterda on 2012-02-17 #lifestyle #schwarz-weiss #surrealism #selbstportrait #nackt #fotograf #best-of-the-best-series #francesca-woodman
translated by wolkers

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