LomoAmigo Strangeloop und seine Diana F+

Der bildnerische und musikalische Künstler David Wexler von Brainfeeder reist um die ganze Welt und tritt mit seiner LA Beat Music auf oder macht Live Visuals für Künstler wie Amon Tobin, Mary Anne Hobbs und Flying Lotus. Jetzt sehen wir eine intimere Seite von ihm mit seiner Diana F+. Lies das Interview an und erhasche einen Blick auf seine Lomographien!

Name: David Wexler
Stadt: Santa Monica, CA
Land: USA

Stell dich doch bitte vor und erzähl uns, was du so treibst.

Mein Name ist Strangeloop (alias David Wexler). Ich bin ein Live-Kino-Künstler aus Los Angeles und bin Teil des Labels Brainfeeder von Flying Lotus. Die meisten Leute kennen mich als Live-Visualist / Designer für Shows wie Flying Lotus, 12th Planet, Amon Tobin und seit kurzem auch für Erykah Badu.

Meine bildnerische Kunst, Kurzfilme und Musical Sets wurde international gezeigt und ich habe mit Labels und Firmen wie AMC, TCM, WARP, HERMES und ILM zusammen gearbeitet. Ich bin der Sohn von Jeff Wexler, Oscargewinner für beste Filmmusik und Enkel des Oskargewinners Haskell Wexler für beste Kinomatographie.

Im Grunde bin ich ein Künstler, der an neuen Formen des Kinos und verschiedenen Ebenen des Bewusstseins interessiert ist.

Bist du ein alter Hase der Lomographie? Oder bist du ganz neu dabei?

Ich bin ganz neu dabei! Ich war so von der digitalen Technik in meinem Leben umgeben, dass mir Film total unzugänglich erschien. Deshalb war ich auch total begeistert, als ich auf Lomography stieß, denn die Fotos, die ich dort sah, ähneln den Effekten, die ich bei meinen digitalen Bildern benutze, sehr. Die Imperfektionen der analogen Arbeiten sind so faszinierend und das versuche ich auch in meinen digitalen Bildern zu erzeugen. Somit war die Lomographie eine tolle Möglichkeit, zum Ursprung zurückzukehren und herauszufinden, was ich mit einer Analogkamera anstellen könnte.

Was fotografierst du gern und warum?

Bei dieser Serie entschloss ich mich dazu, Bilder von Freunden und Pflanzen zu machen, im Sinne einer Doppelfotografie. Ich besuche regelmäßig ein paar Cafés in Venice. Das ist so eine Gewohnheit und mein Freundeskreis trifft sch dort regelmäßig. Ich dachte, ich sollte ihnen zu Ehren eine Fotoserie machen. Und auch ihren Charaktären zu Ehren, die ich mit Hilfe der Pflanzen im Bild darstellen wollte. Ich wollte halb-psychedelische Bilder, bei dem das Gesicht eines Freundes zu einer energetischen Struktur wird, zu einer Abstraktion.

Deine musikalischen Einflüsse?

Eindeutig meine Freunde. Ich höre gern von meinen Freunden und was sie gerade machen und vor allem sehe ich gerne, wie sich Dinge über die Zeit hin entwickeln. Ich höre alle Arten von Musik, vom Minimalismus Steve Reichs hin zu den Death-Breaks a lá Venetian Snares. Ich finde sehr viele Dinge musikalisch inspirierend. Selbst wenn man die Dinge sonst nicht als musikalische Inspiration betrachten würde, zum Beispiel bildnerische Kunst. Ich finde vieles Bildnerisches musikalisch inspiriend, die Informationsmuster und Einflüsse darin, wie ich mich meiner eigenen Welt annähere.

Erzähl uns ein wenig von den Entstehungsprozessen deiner Werke – wie kommst du zu einem Konzept und wie arbeitest du mit den verschiedenen Medien?

Träume! Manchmal habe ich Träume, in denen ich eine Show ansehe und dann denke ich mir “Verdammt, das ist genau das, was ich machen will… der Bastard bringt mich dazu! Er ist mir einen Schritt voraus…” Es ist zunächst etwas frustrierend, dann gebe ich auf und denke nur, du weißt – Ego beiseite – das ist fantastisch. Es ist großartig, dass das jemand macht. Dann wache ich auf und mir wird klar, dass das noch keiner gemacht hat, weil ich es ja nur geträumt habe. Es ist so, als ob ich davon träume, was ich tun werde, aber wenn ich es nicht geträumt hätte, dann hätte ich es auch nicht gemacht… das ist total paradox!

Was ist für dich die Verbindung zwischen dem Musik machen und Bilder erschaffen? Oder ist das für dich etwas völlig verschiedenes?

Ich bin visuell viel stärker involviert, aber etwas muss dem in irgendeiner Form vorausgehen, aber das ist von musikalischer Natur. Im besten Falle sind dann die bildnerischen Werke auch musikalisch und die Musik muss auch visuell sein (für mich jedenfalls). Im besten Falle definieren sich die visuelle Kunst und Musik gegenseitig; auch in der Kommunikation sind die Sinne, auf die wir am meisten angewiesen sind das Hören und das Sehen. Die synästhetische Verbindung dieser Dinge ist die Zukunft, was jetzt passiert ist die Vermengung der beiden. Das kann man auch im Erfolg der Amon Tobin Show ablesen, die wirklich phänomenal sind. Das ist eine ganz neue Erfahrung von Medien.

Wer oder was sind deine größten Inspirationen für deine visuelle Kunst?

Ich war immer schon an Künstlern interessiert, die man wohl ‘visionäre Künstler’ nennen würde. Ich spreche von Leuten wie Alex Grey, Robert Venosa, Leigh McCloskey, H.R. Giger. Ich weiß nicht genau, was es ist. Es ist als ob man Acid nimmt, danach bist du anders und ich mag Kunst, die das mit mir anstellen kann. Solche Kunst ist im Grunde mächtig, symbolisch und spirituell, so dass man sie nicht einfach als nichts abtun kann. Das ist auch kulturell völlig unabhängig, es kommt viel mehr aus dem Innersten des Menschen. Außerdem haben mich viele zeitgenössische Filme auf ähnliche Weise inspiriert, vor allem viele Kurzfilme aus dem Internet. Ich habe gerade einen Vimeo Kanal namens DMTV eröffnet, bei dem ich versuche, solche Arbeiten zugänglich zu machen. Ich spreche von Künstler wie Scott Pagano, Robert Seidel, Beeple und Semiconductor. Diese Leute haben wirklich etwas auf dem Kasten. Meine visuelle Ästhetik verdankt ihnen viel, einerseits direkt (was das Sampling angeht) und auch indirekt (in Form von Inspiration). Meine Ästhetik, auch für meine Live-Shows, entstammt in Teilen dieser Arbeiten und ich möchte sie in einem Live Kontext zur Geltung bringen.

Wenn du deine Kamera und einen Sack voller Filme irgendwohin mitnehmen könntest, wohin würdest du gehen und warum?

Ich würde zurück nach Brasilien gehen, nach Sao Paulo. Ich war dort mit Lotus und Thundercat und ich bin hin und weg. Etwas ist da in der Atmosphäre, das ich genauer erkunden möchte. Es wäre großartig, dort Bilder zu machen und außerdem könnte man dort auch ein wenig drehen und ein paar Installationen machen. Ich drücke die Daumen, dass das nochmal klappt. Bevor ich dort hin kam, hatte ich merkwürdige Vorstellungen von dem Ort. Ich besuchte ein paar Städte, aber da passieren wirklich so hyper-futuristische Dinge. Das war wie ein Zeichen.

Wenn deine Bilder hier einen Soundtrack haben könnten, welche würdest du wählen und warum? Nenne uns drei.

Oh je, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Ich glaube, ich würde nur Lieder von Teebs auswählen, dessen Musik mich wirklich inspiriert und mich an Pflanzen erinnert.

An welchem Projekt arbeitest du gerade?

Ich arbeite an einem Kurzfilm namens ANAMNESIA mit einem anderen Mitglied von Brainfeeder — Monopoly und mit dem Cosmogramma Künstler Leigh McCloskey und mit einem anderen unglaublichen bildnerischen Künstler Micah Nelson. Die Idee dafür hatte ich mit 18. Es ist ein Science Fiction Mythos, der viele Dinge beinhaltet die gerade evolutionär, kulturell etc. passieren. Ich arbeite auch gerade mit Erykah Badu an ihrer Live-Show, was wirklich aufregend ist und ich habe gerade eine audio-visuelle Gemeinschaft namens Teaching Machine gegründet. 2012 wartet viel Spaß auf mich!

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written by abpos on 2011-12-24 #people #visuals #amigo #lomography #audio #lomoamigo #la-beat #david-wexler #wexler
translated by wolkers

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