The Caviar Diaries – Kapitel 6: Das Kaspische Meer

In diesem Kapitel fischen wir im Kaspischen Meer. Das Kaviar-Abenteuer geht weiter!

Am nächsten Tag gingen wir fischen. Cavid ist Maler und passionierter Angler.
Wir trafen uns um 7 Uhr früh und fuhren in die Bergregion Gobustan, die am Kaspischen Meer liegt.
Da war ich also endlich! Sofort fielen mir etliche Plattformen auf dem offenen Meer auf, die alle auf stabilen Pfeilern standen. Sie sahen fast aus wie die Ölplattformen, von denen es im Kaspischen Meer reichlich gibt. Doch diese Gebilde dienen allein dem Fischfang. Sie befinden sich in Privatbesitz, und die Eigentümer kommen am Wochenende und während der Ferien, um zu fischen.
Deshalb stehen auch kleine Häuschen auf den Plattformen. Doch ehe wir uns diese Behausungen genauer ansahen, stachen wir mit einem Fischer in See…oder, um genau zu sein, mit einem Fischer, der für sein Handwerk keine Genehmigung hatte. Aber Fische fragen für gewöhnlich nicht nach Lizenzen.
Dafür beißen sie wie verrückt. Unser geheimnisvoller Freund, dessen Name ich aus Sympathie verschweigen will, hatte drei Netze, die jeweils etwa hundert Meter lang waren.
Eine leere Flasche diente als Schwimmer, und die Fische wurden geschickt in einen Kasten gezogen, der unter dem Boot befestigt war. Unser Freund nahm alles mit: Klein und groß, blass und farbenfroh. Insgesamt fing er an diesem Tag 15 Kilogramm Fisch, und das ist schon etwas!
Es ist immer dasselbe: Zuerst wirft man die Netze aus und lässt sie liegen, dann holt man sie wieder ein und repariert sie, falls notwendig, um sie erneut auszuwerfen.

Nach der Arbeit kommt das Vergnügen. Wir steuerten eine der Plattformen an, auf der wir nun einige Menschen erkennen konnten, und baten um Anlegeerlaubnis. Und es war wie immer im Osten: Zunächst war ich etwas skeptisch, dann jedoch stellten sich die beiden Paare als überwältigend freundliche Gastgeber heraus. Ich wurde mit allerlei Essen geradezu gefüttert, und es dauerte nicht lange, bis eine Flasche Wodka herumgereicht wurde. Ich fühlte mich gut. So gut, dass ich von der hohen Plattform aus ins Wasser sprang. Zwar konnte ich keine entsprechende Farm oder Fabrik besuchen – aber ich schwamm mit den Stören und fühlte selbst, wie angenehm das Wasser war. Es war längst nicht so salzig wie das Schwarze Meer oder die Adria.

An meinem letzten Abend in Baku lud Aysel mich zu einem Essen mit Geschäftspartnern und Freunden ein. Unter ihren Gästen befanden sich auch der berühmteste Folk-Sänger des Landes und ein legendärer TV Moderator. Es ist ein besonderer Anlass, wenn ein so seltsamer Besucher wie ich mit einem einzigartigen Auftrag plötzlich in Baku auftaucht. Da sich ein georgischer Direktor in unserer Mitte befand, gingen wir in ein georgisches Restaurant. Und da war er: Der schwarze Kaviar. Unser großzügiger Gastgeber Raphael gab eine Runde aus, die wir auf frischem Brot genossen. Es ist, nebebei, gar nicht so einfach, eine Dose Kaviar der Marke Blue Cap zu öffnen. Man braucht eine Art Flaschenöffner und viel Muskelkraft. Und ich muss sagen: Er schmeckt gut, wenn man Fisch mag. Aber eigentlich ist es der Mythos, der den Kaviar so besonders macht. Und natürlich war „Abendessen“ nicht das richtige Wort. Es war ein Fest der Speisen und Getränke. Ich versuchte, bei den traditionellen aserbaidschanischen Tänzen mitzuhalten und schaffte es sogar, mich nicht zu blamieren. Auch bekam ich ein weiteres Geschenk: Nicht lediglich einen lausigen Fisch, sondern ein Glas des feinsten aserbaidschanischen Kaviars, das ich die ganze Zeit mit mir herumtrug und schließlich mit meinen Filmen im Lomography Hauptquartier in Wien ablieferte.

Neues von den Caviar Diaries gibt es bald. Bleib dran!

The Caviar Diaries wurden von Willie Schumann aka wil6ka, unserem Oktober Community LomoAmigo, verfasst. Schau auf seinem tollen LomoHome vorbei.

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written by jeanmendoza on 2011-12-12 #library #herr-willie #bibliothek #buch #abenteuer #la-sardina #caviar-diaries #kaviar
translated by princess_crocodile

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