Zuhause ist, wo ein lähmendes Gefühl der Verzweiflung ist

Meine Bilder von meinem Zuhause sind oftmals hell und idyllisch. Doch Bilder können trügen. Dieser Artikel geht emotionalen Verbindungen zu einem Ort an den Grund, und der Dissonanz zwischen diesen Gefühlen und der visuellen Repräsentation des Ortes.

Mein Zuhause ist eine hässliche, rechteckige Ansammlung von Steinen, die im Sonnenlicht matt orange schimmern. Dieses Jahr hat es mindestens zwei Mal gebrannt, und im Flur flackert das Licht, als wolle es diese Strapaze kommentieren. Am Fußende der Treppe ist eine Ansammlung gammelnder Fahrräder, Staub legt sich zu einem langen Schlaf auf ihren Rahmen nieder.

Von: ashdinosaur

Das Gras im Gemeinschaftsgarten wird von Gärtnern mit röhrenden, furchterregenden Maschinen gemäht, bis es fast völlig verschwunden ist. Mit den Grashalmen gehen auch die Spitzen der Rosen meiner Mutter, oder alles andere, was sie direkt in den Boden pflanzt, dahin. Neben einem Baum rottet jetzt schon einige Zeit ein aufblasbarer Swimmingpool vor sich hin, der inzwischen das wenige Gras getötet hat, das unter ihm war. Die Katzen kommen gerne heraus und schnuppern am Zaun und am Gras und überhaupt an allem.

Von: ashdinosaur

Innen warten Dunkelheit und Klammheit. Wände, beschmutzt mit schlechten Erinnerungen und Nikotin, bröckelnder Putz, und Spinnweben, die an alter, schwärzender Hoffnung festhalten und sie außer Reichweite halten. Mein Zuhause ist ein zerfallendes Symbol der Person, die ich nicht sein will.

Ich bin seit dreizehn Jahren hier. Es ist schon längst an der Zeit, einen neuen Ort zu suchen.

written by ashdinosaur on 2011-12-18 #lifestyle #london #lomography #fisheye #zuhause #leben #analogue-lifestyle #zeit #veranderung #existenzialismus
translated by cornborn

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