LomoKino Review: Eine Einführung ins Kino

Eine Kamera, die ganze Szenen aufnehmen kann. Sie fängt Bewegungen, Farben, Momente und die Umgebung ein! Während du durch den Sucher blickst und deine Szene schon im Kopf hast, erschaffst du einen Film: Einfach, indem du an der Kurbel drehst. Einen analogen Film. Wer hätte gedacht, dass Lomographie so weit gehen könnte? Ich sicherlich nicht, und was ist passiert? Sie haben mich einmal mehr überrascht: Mit der LomoKino!

Foto von nadinadu

Als ich erstmals hörte, dass das neue Produkt eine Filmkamera sein würde, hatte ich gemischte Gefühle. Einerseits war ich natürlich sehr gespannt darauf! Denn meiner Meinung nach wäre das ein komplett neues Abenteuer! Andererseits kamen mir Zweifel. Zunächst: Wie würde diese LomoKino wohl funktionieren, und wie würde sie aussehen? Die Antwort war allerdings ganz einfach: So wie damals, in der Frühzeit des Films, sind Filme einfach eine lange Reihe von Einzelfotos. Bilder, die zu Stop Motion Filmen zusammengesetzt werden können. Die LomoKino jedoch macht es möglich, einfach und flüssig zu filmen.

Nachdem das geklärt war, dachte ich weiter. Beim Filmen mit der LomoKino entstehen also viele Fotos; das war für mich ein völlig neues Konzept. Es geht nicht mehr darum, ein perfektes Einzelbild zu machen. Nicht mehr um die Komposition des EINEN Bilders. Sondern um 100 Bilder! Und was sollte ich überhaupt filmen? Beim Fotographieren ist das einfacher: Man knipst, was immer einem gefällt oder besonders ins Auge sticht. Sicher, das könnte man auch mit der LomoKino machen. Aber so einfach ist das wirklich nicht. Wenn man sein Publikum nicht langweilen will, muss man spannende, aufregende und schöne Filme machen.

Meine Filme

Als ich meinen ersten Film drehte, fand ich alles leicht verwirrend. Zunächst verschwendete ich die halbe Filmrolle, weil ich ständig nachsah, ob auch wirklich alles funktionierte, und dabei versehentlich ein gutes Stück Film herauszog. Als ich mit der Aufnahme begann, überlappten meine Bilder. Alles war ziemlich verwirrend und anstrengend! Das Schöne an der LomoKino ist aber, dass nicht notwendigerweise alle Bilder ruiniert sind, nur weil es mit dem Filmen nicht richtig geklappt hat. Ich stellte fest, dass mir die Farben der Bilder gut gefielen. Und obwohl sie etwas eigenartig aussahen, mochte ich einige der kleinen Frames sehr!

Fotos von nadinadu

Für meinen zweiten Versuch wählte ich einen einfachen Schwarzweiß-Film. Und ich dachte mir eine Storyline aus, die ich jetzt aber nicht wiedergeben kann, weil meine Review sonst zu lang würde. Und leider klappte es auch nicht besonders gut. Die Hälfte des Films drehten wir in einer schattigen Gegend, und leider wurden diese Bilder zu dunkel. Wenn ich daraus etwas gelernt habe, dann die LomoKino im Sonnenlicht zu benutzen! So bekommt man die besten Ergebnisse! Aber am Ende war ich immer noch zufrieden mit meiner Storyline-Idee, und vielleicht werde ich sie eines Tages in einem anderen Film noch einmal umsetzen. Mein Film war inspiriert vom “Film Noir”. Wenn ich euch die Handlung erzählt hätte, würdet ihr verstehen, was ich meine. Der Film Noir war eine Ära der düsteren schwarzweiß Kinostreifen, die allesamt ziemlich deprimierende Themen hatten. Das regte meine Phantasie an.

Mein dritter Film endlich wurde ein voller Erfolg! Aller guten Dinge sind drei, nicht wahr? Dieses Mal hatte ich versucht, noch kreativer zu sein, indem ich Doppelbelichtungen einbaute. Doppelbelichtungen machen ein Foto immer interessanter! Aber ich wollte keine beliebigen Mehrfachbelichtungen haben. Dann fiel mir ein Trick ein. Wenn man eine Silhouette gegen die Sonne fotografiert und dann in einer zweiten Aufnahme eine Textur darüberlegt, bekommt man einen schönen Fülleffekt! Und wenn das bei Fotos funktioniert, warum dann nicht beim Filmen? Es ist ganz einfach, mit der LomoKino Doppelbelichtungen zu machen. Man muss nur beim Einlegen des Filmes darauf achten, dass man ihn auf der Aufwickelspule ein Stück tiefer einzieht und schön dicht aufwickelt. Auf dieser Weise bleibt er stecken, wenn du deinen Film nach der ersten Belichtung zurückspulst, und du musst nicht mühsam versuchen, ihn wieder aus der Filmspule heraus zu operieren. Stattdessen kannst du gleich noch einmal loslegen. Es ist so einfach! Ich benutzte einen sehr empfindlichen Film und hatte etwas Angst, ihn bei einer zweiten Verwendung überzubelichten. Ich öffnete einmal sogar die Rückabdeckung der LomoKino. Aber zum Glück funktionierte es trotzdem. Man sieht allerdings nicht immer, dass es sich um eine Doppeltbelichtung handelt, denn manchmal kam Sonnenlicht durch und belichtete die Bilder zusätzlich.

Insgesamt ist die LomoKino eine großartige Kamera. Sie regt zur Kreativität an und zu der Auseinandersetzung damit, was man auf welche Weise filmen möchte. Außerdem macht es großen Spaß, sich wie ein Filmregisseur zu fühlen. Man muss sich mit der Funktionsweise der LomoKino erst einmal vertraut machen. Aber wer mag keine Herausforderung?

Ich hoffe, dass das Lesen meiner Review euch Spaß gemacht hat, und ich danke Lomography dafür, dass ich die LomoKino testen durfte! Es ist großartig, diese besondere Kamera nun in meiner Sammlung zu wissen!

Mit einem großen Knall bringt die LomoKino den analogen Film zurück in das 21. Jahrhundert. Lade deine LomoKino mit einem beliebigen 35mm Film und werde dein eigener Regisseur. Ab auf die Microsite, wo du dir LomoKino Filme ansehen kannst. Starte deine Karriere als analoger Filmemacher noch heute!

written by nadinadu on 2011-11-04 #gear #film #review #movie #lomography #kamera #nadinadu #lomokino #lomokino-launch
translated by princess_crocodile

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