Interview mit Juan Carlos Monroy, dem Erschaffer von Wolpertingern

Insofern das Lomography Magazin um Artikel bat, die sich mit analogen Ansätzen in der visuellen Kunst beschäftigen, möchte ich über die Arbeit von Juan Carlos Monroy schreiben. Ich habe ein wenig über seine Arbeit recherchiert und als ich seine Email-Adresse fand, dachte ich, es wäre wohl das beste mit ihm selbst über seine Arbeit und die Relevanz des Analogen in seinen Collagen zu sprechen.

Susie: Wie und wann hast du mit deinen Collagen begonnen?

Juan Carlos: Alles begann durch Zufall, wie die meisten guten Dinge im Leben. Es war wohl 2006 (ungefähr) als ich einen Auftrag von einem Magazin erhielt, einen Artikel über Designs von Fotohintergründen in Karten zu schreiben, die am Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Madrider Fotostudios verwendet wurden. Das brachte mich dazu, eine große Recherche über die Geschichte von Fotografen zu machen und Fotografien zu sammeln, die den Artikel begleiten könnten. Nachdem ich den Artikel geschrieben und eingereicht hatte, stellte ich fest, dass ich viele Porträtfotografien herumliegen hatte und begann sie zu individualisieren. Eine Gruppe von Freunden sah diese dann zufällig und schlugen vor, diese auszustellen. Das tat ich, denn es erschien mir so als bekämen die vergessenen Fotos eine zweite Chance nochmal gesehen zu werden. Ich stellte die Collagen schließlich in Democrazy, einer Bibliothek für Design, aus. Ich bekam sehr positive Kritiken und auch kommerziellen Erfolg erzielte ich dadurch. Andere Galerien nahmen Kontakt mit mir auf, weil sie mich gerne ausstellen wollten und damit begann der Weg durch etliche Galerien.

S: Wie wichtig sind analoge Bilder für deine Kreationen?

JC: Das Bild, das ich verwende, ist immer authentisch und die Grundlage der Collage, dadurch wird das Ergebnis ein einzigartiges Kunstwerk. Das analoge Bild macht in etwas 90% der Collage aus und ohne es, wäre das ganze Werk bedeutungslos.

S: Ist deine Arbeit zu 100% analog oder gibt es einen digitalen Anteil dabei?

JC: Sie ist zu 100% analog, das einzige “digitale” sind die Finger, die das Papier zuschneiden.

S: Wenn du einen deiner Charaktere tatsächlich zum Leben erwecken könntest, für welche würdest du dich entscheiden?

JC: Ich würde viel lieber einen der professionellen spanischen Porträtfotografen zum Leben erwecken als eine der Figuren. Sie wussten, wie man die königlichen Hoheiten der damaligen Zeit ablichtete oder die Erstkommunion eines kleinen Jungens festhält, der ein Messbuch umklammert. Professionelle Fotografen wie Alfonso, Kaulak, Juan Bueno, Franzen, Alviach oder Amador konnten die Porträtfotografie sogar zu einer eignen Kunstform erheben.

S: Wenn du deine Arbeit mit fünf Worten beschreiben solltest, welche würdest du wählen ?

JC: “Fotografische Fin-de-Siècle Collagen”.

“Alle Collagen, die man im Artikel sehen kann befinden sich jetzt an den Wänden von Fotografen, Architekten, Skulpturisten, Werbetextern und Fotografen. Es gibt eine sehr sensible Masse gegenüber Collagen”, Juan Carlos Monroy.

written by susielomovitz on 2012-01-07 #lifestyle #interview #analogue #kunst #collage #susielomovitz #juan-carlos-monroy
translated by wolkers

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