The Caviar Diaries – Kapitel 2: Die Ukraine (Charkiw): Visumsangelegenheiten

Wie geht es weiter? Das erfahrt ihr in Kapitel 2 von The Caviar Diaries!

Ich bin schon mehrmals in die Ukraine gereist und liebe dieses Land und seine Menschen einfach. Als Brücke zwischen West und Ost, davon bin ich überzeugt, steht ihm eine strahlende Zukunft bevor – auch, wenn der diesbezügliche Fortschritt momentan eher in Kriechgeschwindigkeit unterwegs ist. Hat man die Eingewöhnungsphase erst einmal überstanden, hinterlässt das Land gewaltige Eindrücke. Diese prägen sich gewissermaßen mit der Wucht der rechten Faust eines Dr. Stahlhammer Vitali Klitschko ein. Die jungen Leute in der Ukraine sind gut ausgebildet, energisch und begierig auf alles Neue. Vor zweieinhalb Jahren wurde ich Zeuge ihres Potentials, als ich Gastredner auf einem zweiwöchigen IT-Television Seminar der Karasin Universität in Charkiw war. In dieser zweitgrößten Stadt des Landes pulsiert das Bildungsgeschehen geradezu. Unlängst wurde ich erneut eingeladen – mit der Bitte, als Medienexperte an einer Konferenz zum Thema der kommenden Fußballweltmeisterschaft, die 2012 in Polen und in der Ukraine stattfindet, teilzunehmen.

Ich erhielt diese Einladung im Frühjahr 2011 und war davon überzeugt, dass ich es leider nicht zur Konferenz schaffen würde. Doch dann tauchte plötzlich eine gewisse geheime Mission auf – und ich war dabei! Auf meinem Plan standen nun also Fußball und Kaviar. Glücklicherweise habe ich Freunde, die einen Draht zu den Leuten von der Russischen Botschaft in Charkiw unterhalten. Bei denen zog ich bereits im Vorfeld vorsichtig Erkundigungen ein, wie lange wohl die Ausstellung eines Visums für meine Weiterreise nach Russland dauern würde.

Mein Einladungsschreiben bekam ich von Stephanie, die in der Lomographischen Botschaft St. Petersburg arbeitet. Sie bezweifelte allerdings, dass ihre kurzen Zeilen ausreichen würden, um mir ein Visum zu verschaffen. An meinem ersten Tag in Charkiw würde ich mich daher unbedingt mit Wladimir von der Russischen Botschaft treffen müssen, um ihm mein Anliegen zu erklären.

Botschaften und staatliche Büros in der ehemaligen Sowjetunion sind oftmals ein Albtraum. Man muss stundenlang warten, und nicht selten bleibt unklar, was eigentlich von einem verlangt wird. Die Beamten dort wollen keine Verantwortung übernehmen, oder ihnen fehlt das notwendige Wissen. Zum Glück habe ich einen deutschen Pass, was viele Dinge einfacher macht. Dieser Umstand ist geradezu lächerlich, bedenkt man die Geschichte meines Landes, aber heutzutage haben Deutsche im Ausland einen guten Ruf. So kam es, dass Wladimir in seinem kleinen Büro sehr freundlich zu mir war und mir gegenüber sogar verborgene Sprachkenntnisse ans Tageslicht beförderte. Das heißt: Zunächst warf er einen argwöhnischen Blick aus seinem kleinen Fenster – einen Blick, der einem KGB Offizier die Röte ins Gesicht getrieben hätte. Aber nach und nach gab er seine Vorsicht auf und probierte sein Deutsch an mir aus, was bei mir den Eindruck erweckte, mich inmitten eines fantastischen Monty Python Sketchs zu befinden. Mein Erstaunen wuchs noch, als ich erfuhr, dass ich in der Ukraine viel einfacher an ein russisches Visum gelangen konnte als in Deutschland. Und das, obwohl sich weder an mir als Person, noch an meinem Pass etwas geändert hatte. Es ist ungefähr so, als würde man in den USA „Chucks“ für 20 Dollar kaufen. In Europa kosten sie aber 80 Euro. Oder so ähnlich. Meiner Erfahrung nach sollte man in einer Botschaft einfach keine Fragen stellen. So nahm ich mein Glück stillschweigend hin, bezahlte die Gebühr für die Expressausstellung des Dokuments und sagte dem KGB Operateur Waldimir sehr herzlich „Dankeschön“. Entgegen aller Widerstände war ich nun doch noch zu meinem Visum gekommen. Bei dieser Gelegenheit hatte ich außerdem mit überschwänglicher Begeisterung um eine bemerkenswert unbeholfene Reisebroschüre gebeten – man weiß schließlich nie, wohin der Zufall einen verschlägt.

Seid gespannt auf das nächste Kapitel von The Caviar Diaries! Es folgt in Kürze.

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written by jeanmendoza on 2011-10-17 #library #wil6ka #czar #ukraine #herr-willie #bibliothek #buch #abenteuer #la-sardina #beluga #caviar-diaries #kaviar #la-sardina-metal-edition #kapitel-2
translated by princess_crocodile

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