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The Caviar Diaries – Kapitel 1: Einleitung

Komm und erlebe mit uns und der La Sardina ein spannendes Abenteuer… mit “The Caviar Diaries”!

Einleitung

“Guten Morgen”, erwiderte ich, nachdem ich den roten Hörer meines Festnetztelefons abgenommen hatte. „Hier spricht der Präsident“, kam es aus dem Lautsprecher, „die Gesellschaft braucht Ihre Hilfe!“ Ich war ziemlich verblüfft, und ein großer Schweißtropfen rollte in Zeitlupengeschwindigkeit meine Wange hinab: „Eine schwierige Mission liegt vor uns, und wir sind überzeugt davon, dass genau Sie der richtige Mann dafür sind!“

Es mussten keine weiteren Worte verloren werden, denn ich war natürlich dabei: Als Preuße und Roboter bin ich sofort zur Stelle, wenn meine Leute mich brauchen. Wenn der Präsident, der Matthias, Hüter des Heiligen Lomo-Grals, anruft, kann man sich ihm nicht entziehen – ganz gleich, worum es geht. Ich hatte ihm nichts entgegenzusetzen, und die Bestimmungen und Bedingungen meiner Einberufung als „00 Lomo“ wurden hastig verhandelt.

Der höchsten Geheimhaltungsstufe unterworfen, musste ich wochen- und monatelang über die Ziele meiner Unternehmung absolutes Stillschweigen bewahren. Nun jedoch, nach der Veröffentlichung der „La Sardina“ und den Wellen, die das Auftauchen dieser Kamera geschlagen hat, bin ich in der glücklichen Lage, die Geschichte meiner Mission zu enthüllen und die Akten der Kaviar Tagebücher zu öffnen.

Bereits vor einer Weile hatte ich davon gehört, dass diese neue Fischermann-Kamera Kurs auf die Küste des Lomographischen Landes gesetzt hatte. Als sich jedoch „El Maximo Lomo-Líder“ an mich wandte, wurde ich mit der Tatsache vertraut gemacht, dass Lomography mit der La Sardina ein neues Vermächtnis schaffen wollte. Der Plan sah vor, einige besondere Special Editions zu schaffen – darunter eine, die dem Kaspischen Meer und dem Kaviar gewidmet sein sollte: dem Schwarzen Gold des Kaukasus.

Die Anweisungen für meine Undercover-Mission waren glasklar: Gelangen Sie mit der La Sardina zu den Ursprüngen des Kaviars, schießen Sie so viele Bilder wie möglich und machen Sie daraus eine lesenswerte Geschichte. Die Resultate sollten in Form eines Buches veröffentlicht werden. Die Reiseroute konnte ich, der Mobile Lomographische Botschafter, selbst festlegen; allerdings standen mir nur einige wenige Wochen für die Planung und Durchführung der Tour zur Verfügung, da die Produktion der Kamera in ein enges Zeitfenster eingepasst war. Eine fantastische Mission! Doch ich musste mir auch der Hindernisse bewusst werden, die es zu überwinden galt. Ich reise gerne und ich gestehe, dass ich darin ziemlich gut bin. Wäre das Reisen ein Beruf, stünde mir auf diesem Feld sicherlich eine große Karriere bevor. Ich bin zu einiger Expertise im Umgang mit Grenzkontrollen gelangt, das Verhandeln von Visa-Angelegenheit mit den lokalen Autoritäten ist mir vertraut, und nach den günstigsten Flügen zu suchen, ist tatsächlich eines meiner Hobbies – auch, wenn sich das ein bisschen seltsam anhören mag!

Von Anfang an wollte ich meinen Lomo-Trip so spannend wie möglich gestalten, und das bedeutete, dass ich möglichst viele Orte besuchen musste. Allerdings hält die Kaukasus-Region für Besucher eine einigermaßen herausfordernde Infrastruktur bereit, und die meisten Länder dort verlangen ein Visum. Man muss sich nacheinander für die verschiedenen Visa bewerben, da man seinen Pass bei der jeweiligen Botschaft lassen muss. Als ich diesen Umstand und die begrenzte Planungszeit bedachte, fand ich meine Möglichkeiten erheblich eingeschränkt. Andererseits war das auch eine gute Sache, denn so klärte sich vieles von selbst.

Binnen einer Woche hatte ich meine Route abgesteckt, die folgendermaßen aussah:

Deutschland – Ukraine – Aserbaidschan – Russland – Lettland – Deutschland

Ich plante für jedes Land vier oder fünf Tage ein und hoffte, dass diese Nationen meiner Mission die nötige Würze verleihen und mich mit den richtigen Geschichten versorgen würden. Da ich nach meinem Schulabschluss einen 15-monatigen Freiwilligendienst in Russland geleistet hatte, sprach ich hinreichend Russisch. Zudem fühle ich mich ohnehin stark zu den Ländern der ehemaligen Sowjetunion hingezogen. Und das bedeutet, dass ich immer dankbar bin, wenn mein Pfad sich nach Osten wendet.

Bevor ich meine ungefähr hundert Filmrollen, zwei La Sardina Prototypen und eine Handvoll frischer Unterwäsche schnappen und aufbrechen konnte, musste ich zunächst meine Papiere sortieren. Wer nach Osten reist, sollte sich sorgfältig darum kümmern, dass seine Dokumente in Ordnung sind – man weiß schließlich nie, an welchen mürrischen Soldaten man in einer abgelegenen, dunklen Ecke am anderen Ende der Welt geraten wird.

Natürlich stand der Besuch in Aserbaidschan im Zentrum meines Unternehmens. Dieses kleine Land mit ottomanischen und türkischen Einflüssen liegt am Kaspischen Meer – der Heimstätte des echten Kaviar. Höchste Priorität genoss daher das Visum für Aserbaidschan. Seit etwa einem Jahr bekommt man dieses Dokument nur noch bei der Botschaft selbst. Früher konnte jeder EU Bürger es für eine Handvoll Dollar vor Ort am Flughafen erwerben. Doch seit diese Regelung geändert wurde, ist die Aserbaidschanische Botschaft in Berlin völlig überlastet, und Bewerber müssen mehr als zwei Wochen warten. Und selbst dann benötigen sie noch das Einladungsschreiben eines Tourismusbüros, einer Firma oder eines Bekannten. Auch muss man seine Reisetickets vorlegen. Das alles ist sehr umständlich, so dass ich einigen guten aserbaidschanischen Freunden, die hier in Berlin leben und Kontakte zum Konsulat haben, sehr dankbar bin. Wenn die Dinge kompliziert werden, können persönliche Beziehungen für einen netten Kerl auf Weltrettungsmission mehr Hebel in Bewegung setzen, als aller Papierkram es vermöchte. Und dieses Mal waren es meine lieben Freunde, die mich auf die Überholspur hin zu einem schönen, neuen Visum setzten.

Die Prozedur der Beschaffung eines Visums ist immer der erste Kontakt mit einer ausländischen Mentalität. Als Deutscher wünsche ich mir, dass idealerweise alles innerhalb von wenigen Minuten erledigt ist. Aber als Aserbaidschaner muss man jede Menge Tee trinken und warten. So erhielt ich mein Pass und ein süßes, handgeschriebenes Visum erst drei Tage vor meiner Abreise in die Ukraine. Ich war bereit zum Abflug. Aber Moment… was war mit den Visa für die anderen Länder? Nun, die Ukraine ist ein sicherer Hafen für EU Bürger, denn dort wird kein Visum benötigt. Anders sieht es jedoch in Russland aus. Doch ich hatte keine Zeit mehr: Ich musste los, und auch alle Tickets waren bereits gekauft. Sollte ich ein moderner Mathias Rust werden und mit einer kleinen Cessna mitten auf dem Roten Platz landen? Oder würde ich gezwungen sein, einen Grenzbeamten mit einem Sechserpack Wodka zu bestechen? Das nächste Kapitel wird es zeigen.

The Caviar Diaries wurden von Willie Schumann aka wil6ka, unserem Oktober Community LomoAmigo, verfasst. Schau auf seinem tollen LomoHome vorbei.

Das Special Edition Buch “The Caviar Diaries” ist auschließlich mit einer unserer La Sardina Metal Edition Kameras Beluga oder Czar erhältlich! Mach dich bereit, mit unserer La Sardina Kollektion in See zu stechen! Diese 35mm Kameras sind mit einer spektakulären Weitwinkellinse ausgestattet. Zudem verfügen sie über einen Rückspulknopf und einen MX Schalter für coole Mehrfachbelichtungen. Alles was du brauchst für endlosen Spaß!

written by jeanmendoza on 2011-10-14 #library #wil6ka #czar #herr-willie #bibliothek #buch #abenteuer #la-sardina #beluga #caviar-diaries #kaviar #la-sardina-metal-edition #kapitel-1
translated by princess_crocodile

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