Lerne LomoAmiga Melissa Dalton von der Band The Wilderness of Manitoba kennen

Melissa Daltin selbst beschreibt den Klang ihrer Band als “choralartiger Traumfolk”, der seine Inspiration in vergangener Folkmusik findet und letztendlich seinen Urpsprung an einem reinem, ehrlichen Platz in ihren Herzen hat, demselben Platz, dem auch ihre Fotos entspringen. Lies dir das folgende Interview durch und vergiss nicht das Musikvideo Orono Park anzuschauen.

Name: Melissa Dalton
Beschäftigung: Musikerin/Künstlerin
Ort: Toronto, ON

Bitte erzähl der Community hier doch ein wenig über dich in wenigen Worten – sagen wir höchstens 10.
Musikerin auf der Straße, Künstlerin zuhause – Manchmal beides zusammen.

Wie ist die Band das erste Mal aufeinander getroffen und woher stammt euer Bandname?
Ursprünglich startete die Band mit Will und Scott, die zu dem Zeitpunkt gerade dabei waren Folklieder im Keller ihreres Hauses zu schreiben und aufzunehmen. Sie wollten ihren Liedern jedoch noch mehr Stimmbegleitung hinzufügen und da sie mich über die örtliche Musikszene hier in Toronto kannten, wandten sie sich an mich und fragten, ob ich Lust hätte, für sie zu singen. Dann trafen wir Sefan auf einem Event namens “Rock Lottery” und er wurde rekrutiert. Zu fünft begannen wir Lieder aufzunehmen, welche die Demoversionen von Will und Scott entweder ergänzten oder ablösten und es entstand unsere EP Hymns of Love Spirits. Unser Schlagzeuger, Sean, kam kurz darauf hinzu, als wir in für eine Band in einer Bar spielen hörten. Nachdem unsere EP im August 2009 erschienen war, entschieden wir uns dann gemeinsam dazu, einfach weiterzumachen.

Unser Name wurde durch eine Kunstinstallation in Toronto inspiriert, die 2008 stattfand und den Namen " Die Wildblumen Manitobas" trug und von der aus Winnipeg stammenden Künstlerin Noam Gonick erstellt wurden war. Die Installation beeinhaltete Bilder von Wildblumen, die um einen Mann herum angeordnet waren, der in einer geodätisches Kuppel sitz und drehte sich um dessen Alltag .
Später fanden wir heraus, dass diese Kunstinstallation ihrerseits teilweise von Folkmusik inspiriert worden war und wir fanden, dass, das eine ziemliche coole Wendung und Verbindung zu unserer Band darstellte.

Viele Leute haben versucht euren Musikstil als Folk zu definieren und als ein Versuch, durch sie, in vergangende Zeiten zurückzulauschen, aber wie würdet ihr selber eure Musik beschreiben?
Irgendjemand während einer Show neulich in Ohio, meinte zu mir, dass wir unsere Musik als “choralartigen Traumfolk” bezeichnen sollten. Ich mochte diese Bezeichnung: Denn es stimmt, dass ein großer Teil unserer Musik stark von der alten Folkmusik beeinflusst wird ( Simon & Garfunkel, CSN, Neil Young, Fairport Convention,…und so weiter), aber genausogut stecken wir auch Elemente moderner Musik hinein, die in den älteren Folklieder so nie zu finden sein werden.

Letztendlich kommt unsere Musik von einem aufrichtigem, ehrenwerten Platz, also glaube ich, dass sogar das Wort “aufrichtig” passend dafür ist. Natürlich kann die Musik genausogut traurig oder manchmal sehr einsam klingen, aber am Ende ist immer wieder ein Hoffnungsschimmer zu finden, wie in Liedern wie “Orono Park” oder" In The Family".

Wie arbeitet eure Band an einem gemeinsamen Projekt zusammen wie zum Beispiel euer Album When you Left the Fire? Hat jedes Mitglied seine eingessene Position in dem Enstehungsprozess oder geht es eher organisch vor und jeder ist mal hier und mal dort?

Wir tendieren dazu Rollen einzunehmen, aber da jeder von uns Lieder schreibt, ist auch jeder der Leiter seines Liedes und verbringt Zeit im Keller, um es zu verbessern und auszutüfteln, von jedem den Part aufzunehmen und alles ordentlich zu arrangieren, sodass es gut klingt.

Einer meiner Hauptaufgaben beim letzten Album bestand vor allem aus der künstlerischen Arbeit, an der ich mehrere Monate saß. Zur gleichen Zeit war ich in der Schule für Schmuckdesign und Textilkunst und hatte jede Menge Spaß dabei, die erlernten Techniken anzuwenden und bin froh, sie auch für den künstlerischen Part des Albums angwandt haben zu können. Manche Teile davon sind von Joni Mitchells Lied “Cactus Tree” beeinflusst wurden und wieder andere von all den Bezug, den wir in unserem Album zum Feuer nehmen oder dem Gedanken der Freiheit und Wildheit.

Denkt ihr, dass es angebracht ist Toronto als eurer zuhause zu bezeichnen und ist es eurer Meinung ein guter Patz in der heutigen Musikszene, um dort kreativ zu sein?

Toronto ist einfach ein toller Ort um Musiker zu sein und im Grunde würde ich zur Zeit wirklich nirgendswo anders sein wollen als genau hier. Letztendlich haben wir uns alle über Freundes Freunde getroffen und wenn wir nicht gerade touren besuchen wir die Shows von Freunden usw. Momentan ist es recht selten, dass wir zuhause sind, aber es ist immer schön daran zu denken und an den Moment, wenn wir zurückkehren werden.

Was hat euch Leute zu der Lomography gebracht und wie fühlt es sich an, zurück zu Filmrollen zu greifen?
In den vergangenen Jahren habe ich viel mit den Apps der iPhonekamera herumprobiert und mochte die Ergebnisse ziemlich, aber da gab es auch immer einen Part in mir, der sich unsicher über die Beständigkeit dieser Fotos und ihr Verfallsdatum war und so begann ich mit den Gedanken zu spielen, es analog auszuprobieren. Ich will nicht sagen, dass iPhone Fotos schlecht sind- ich mache immer noch dutzende- aber analoge Fotos haben diesen authentischeren Charakter, welcher den digitalen Fotos einfach abhanden geht.

Zudem herrscht ja auch immer die Vorfreude über die Fotos, auf die du warten musst und was du so bei digitalem Fotos ja gar nicht hast. Normalerweise erinnere ich mich an weniger als die Hälfte der Fotos die ich gemacht habe und werde jedes Mal aufs Neue überrascht, wenn ich sie abhole. Es ist ein großartiges Gefühl. Deshalb muss ich sagen, dass ich sehr froh bin, zurück zum Film gekommen zu sein. Ich bin so froh darüber,dass ich neben meiner La Sardina auch meine alte Nikon SLR aus den 70er jahren gekauft habe, die ich bereits seit 6 Jahren benutzte, nur um den Unterschied zu sehen, den eine Filmrolle ausmacht.

Was war der lustigste Moment während du mit der “La Sardina” fotografierend unterwegs warst?
Warscheinlich die Blicke und Fragen, während ich damit unterwegs war und sie hervorholte: “Was ist das? Ist das ein Spielzeug?”

Das lustigste war, als mein Flash während einer Show der Strom ausging und ich einen Typen dazu überredete, mir den Flash seiner digitalen Kamera für meine Fotos zu “leihen”. Also wartete er immer auf mein Signal, am Boden liegend, damit er den Auslöser drücken könne – Er bemerkte nicht, dass ich meinen Auslöser schon einige Sekunden voher auslöste und offen hielt und auf ihn wartete. Das war lustig und auf manchen der Fotos ist er am Rand zu sehen.

Was ist für dich das Beste an deinem Job?
Ich singe und das fast jede Nacht. Ich bekomme die Gelegenheit mit sehr tollen und talentierten Leuten aufzutreten.

Ich bekomme auch eine Menge Orte zu sehen, von denen ich mir niemals erträumen hätte können, dass sie so cool sind: Bruno, SK; Golden, BC; Gimli, MB; Breadalbane, PEI; New Haven, CT; Kansas City, MO; Borrego Springs, CA… und habe viele Fotos von ihnen gemacht.

Und was ist der schlimmste Part daran?
Manchmal ist 10 Stunden stures geradeaus fahren genauso lustig wie es sich anhört, sogar dann, wenn man nicht der Fahrer ist.

Was gibt es als Nächtes für “The Wilderness of Manitoba?” Gibt es anstehende Projekte auf die ihr ein Auge geworfen habt?
Nun ja, wenn wir von unserer Westtour heimkehren werden wir eine Show in Toronto im September haben und dann nach Deutschland und UK fliegen. Außerdem ist ein neues Album im Gespräch-aber wirklich erst nur im Gespräch!

Was ist der beste Ratschlag, der dir jemals mit auf den Weg gegeben wurde und den du weitergeben möchtest?
Einfach atmen( es ist gesund für dich). Meine Großmutter war zudem ein großer Unterstützer von ‘The Little Engine That Could’.

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2011-11-21 #people #toronto #band #music #folk #lomoamigo #melissa-dalton #the-wilderness-of-manitoba
translated by lomiga

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